Jedes Mal wieder ein Stück teurer

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Beschriftung wurde gar nicht mehr geändert, auch wenn die Sanierung erst 2014/15 läuft.

Wasserburg - 18 bis 19 Millionen Euro werden die Sanierung und Erweiterung der Mittelschule inklusive Neubau der Turnhalle letztendlich wohl kosten. Ursprünglich waren es 14,5 Millionen Euro.

Beim Grundsatzbeschluss zur Maßnahme waren es noch 14,5 Millionen Euro.

Die erste Kostenberechnung für die Sanierung der gut vier Jahrzehnte alten Mittelschule stellte Architekt Manfred Wagner jetzt im Stadtrat vor. Und sorgte für eine teils hitzige Diskussion, denn diese Berechnung lag noch einmal 1,2 Millionen Euro höher als die letzte Schätzung, auf deren Grundlage der Stadtrat den Grundsatzbeschluss zur Sanierung und Erweiterung inklusive Bau einer neuen Zweifachturnhalle fasste.

Ein Großteil der Mehrkosten ist dem Brandschutz geschuldet. Da taten sich bei näheren Untersuchungen unvorhersehbare Mängel im Bestand auf. Und auch in der neuen Turnhalle sind größere Maßnahmen nötig. Hinzu kommen Akustikflächen in der Aula und der Turnhalle, die größer werden müssen als vorhergesehen - was im Falle der Turnhalle auch daran liegt, dass diese höher ist als Standard und zudem eine Bühne enthält.

Außerdem stellte sich heraus, dass der Abbruch der alten Turnhalle statische Probleme am Verwaltungstrakt und am Turnhallenneubau mit sich brächte, steuere man da nicht mit entsprechenden Verbauungen dagegen. Die aber waren nicht vorhersehbar und nicht geplant. Zudem muss Boden ausgetauscht werden. Auch die Entfernung der Waschbetonplatten der Fassade erweist sich als wesentlich aufwändiger und damit teurer als gedacht.

Rektor Franz Stein meldete nachträglich Bedarf für zwei weitere Klassenräume in der Containerschule an, auf dem Pausengelände werden zwei Überdachungen errichtet, und, und und. Wagner kam bei seiner Berechnung auf 15,7 Millionen Euro an Gesamtkosten.

"Ich gebe euch Brief und Siegel, dass es dabei nicht bleibt, es werden noch 18 Millionen", prophezeite ein ob der permanent steigenden Summe sichtlich verärgerter Oliver Winter (CSU) seinen Stadtratskollegen. Er erinnerte daran, dass die erste Kostenschätzung vor gut drei Jahren von neun bis elf Millionen für die Sanierung und von 20 Millionen für einen Neubau ausging. Der Unterschied sei mittlerweile kräftig zusammengeschmolzen, heute fiele die Entscheidung vielleicht nicht mehr so eindeutig für die Sanierung.

Mehrere Stadträte hatten Nachfragen zur Notwendigkeit der einen oder anderen kostensteigernden Maßnahme - zum Beispiel zur Nutzung der Bühne oder der Notwendigkeit zweier weiterer Containerklassenzimmer - und äußerten sich verärgert darüber, dass der Schulleiter nicht anwesend war. Allerdings stellte sich hier auch heraus, dass der Informationsfluss von den Mitgliedern des Arbeitskreises in ihre Fraktionen nicht immer optimal ist. Denn Bürgermeister Michael Kölbl betonte, dass im Arbeitskreis sehr detailliert beraten, informiert und diskutiert wird.

Auch über mögliche Einsparungen. Da wies Stadtbaumeisterin Mechtild Hermann darauf hin, dass dem Grenzen gesetzt sind: Wer beim Material zu sehr spare, werde mittel- bis langfristig von den Unterhaltskosten eingeholt. "Wir suchen im Arbeitskreis deshalb unterhaltsfreundliche, langlebige, aber günstige Materialien."

Stadtkämmerer Konrad Doser rechnet mit etwa drei Millionen Euro Zuschuss für die komplette Baumaßnahme. Zudem gibt es ein neues Sonderprogramm für energetische Sanierung von Schulen, bei dem es zinslose Darlehen gibt und zinsverbilligte Darlehen zu 0,77 Prozent gibt es ohnehin. Die Baumaßnahme sei für die Stadt schon zu stemmen, waren sich der Bürgermeister und sein Kämmerer einig.

Wobei es bei den 15,7 Millionen Euro der jetzt vorliegenden Kostenberechnung nicht bleibt. Wird die jährliche Baukostensteigerung von sieben Prozent mit eingerechnet, landet man laut Kölbl bei 18 bis 19 Millionen Euro für Sanierung, Erweiterung und Turnhallenbau.

Worauf Stimmen laut wurden, dass man dann doch bitte jetzt Gas geben solle. Architekt Wagner versicherte, das werde auch der Fall sein. Bis zu den Sommerferien sollten fast alle Ausschreibungen raus sein. Gegen zwei Stimmen beschloss der Stadtrat, auf Grundlage dieser Kostenberechnung das Projekt Mittelschule voranzutreiben.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser