14.000 Gäste durch Bierkeller geführt

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Gemeinschaftswerk seit vielen Jahren: Die Bierkellerfreunde links, die Bürgermeister rechts, und mitten drin der "Chef und Motor", Witgar Neumaier senior.

Wasserburg - Seit 2002 gibt es Führungen durch die Bierkeller im städtischen Kellerberg, eine kulturelle Besonderheit in der Region. Nun feierten die Kellerfreunde das Zehnjährige.

Seit 2002 gibt es die Führungen durch die Bierkeller im städtischen Kellerberg, eine kulturelle Besonderheit in der Region. Also feierten die Kellerfreunde im Heimatverein jetzt das Zehnjährige.

Und Witgar Neumaier senior bekommt als "geistiger Vater" dafür am heutigen Mittwoch die Joseph-Heiserer-Medaille der Stadt verliehen.

"Warum schon nach zehn Jahren eine Jubiläumsfeier?", so die Frage von Witgar Neumaier junior, Moderator des Festabends in den vollbesetzten Pfarrsaal von St. Jakob. Es sollte ein Dankeschön sein, für alle Männer und Frauen, die sich allesamt ehrenamtlich seit der ersten Stunde für die Entwicklung der Bierkatakomben einsetzten. Eine Würdigung dieser Arbeit könne nie früh genug stattfinden, so Neumaier junior.

Dank dieses Engagements konnte bisher 14000 Gästen bei 780 Führungen die frühere Kultur des Brauwesens, insbesondere aber die Nutzung der ehemaligen Bier- und Eiskeller, näher gebracht werden. Die Wurzeln der Kellerfreunde reichen aber bis Mitte der 1990er-Jahre, als nach dem Neubau des Parkhauses I in der Kellerstraße eine systematische Erfassung der bestehenden Kelleranlagen aus Ende des 18. Jahrhunderts durch Gemeinschaftsmitglieder erfolgte.

Bald entschloss man sich zur Säuberung der aufgelassenen Hinterlassenschaften, bevor im Einvernehmen mit der damaligen Vorstandschaft des Heimatvereins der Anstoß zum Aufbau eines Bierkellermuseums gegeben wurde. Im April 2002 fand die erste Führung statt.

2007 wurden die neuen Räumlichkeiten im "Schalander" bezogen, angemietet aus den Liegenschaften von Maria und Monika Meyer, und seitdem als Vortrags- und Besprechungsraum genutzt. Aktuell kümmern sich rund 30 Kellerfreunde um die Instandhaltung und die Führungen durch die Kelleranlagen, stets bemüht um sachgerechte Neubeschaffungen und Exponate.

Auf die lange Tradition des städtischen Brauereiwesens ging Bürgermeister Michael Kölbl ein. In dieser Zeitschiene setzte Witgar Neumaier senior einen Meilenstein, indem er die frühere Brau- und Kellerkultur der Stadt mit der Reaktivierung der Bierkatakomben wieder aufleben lies, eine "Kultureinrichtung mit Strahlkraft weit über die Stadt hinaus", so Kölbl. Die Gemeinschaft der Kellerfreunde bezeichnete er als fabelhaft, insbesondere den Zusammenhalt. Und dann hatte Kölbl eine Überraschung mit im Gepäck: In Anbetracht seiner herausragenden Verdienste um die Wasserburger Bierkeller wird Witgar Neumaier senior die Joseph-Heiserer-Medaille, eine Auszeichnung für höchstes kulturelles Engagement in der Stadt, verliehen.

Als nicht gerade einfach bezeichnete Dr. Martin Geiger, Altbürgermeister und Vorsitzender des Heimatvereins, die Jahre vor der Eröffnung der Bierkatakomben. Neumaier senior sei ein Mensch, der als "steter Tropfen den Stein" höhle und "mit sanftem Druck" überzeuge, sogar eine noch so große Skepsis der Stadtverwaltung überwinde. Aber gerade dieses hätte zur Entstehung und zur jetzigen Erfolgsgeschichte der Bierkatakomben geführt. Gepaart mit der Qualität eines Motivators und einer entsprechenden Schar an Bierkellerführern eröffne er seit geraumer Zeit einer Vielzahl von Interessierten die Zeugnisse früherer Handwerkszweige auf das Vorbildlichste.

Neumaier senior erlebte man dann auch sichtlich gerührt. Sein Geschenk an die zahlreichen Kellerfreunde waren im Laufe des Abends Fotos wie auch Filmszenen aus den letzten zehn Jahren, die er als passionierter Filmer gekonnt arrangiert hatte.

Gruppenleiter der Kellerfreunde und Dritter Bürgermeister Otto Zwiefelhofer brachte es abschließend auf den Punkt: "Empfehlen sie unser Bierkellermuseum weiter!"

tro/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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