Skulpturenweg feiert 25-Jähriges

Ein Viertel Jahrhundert alt und stets lebendig

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Wasserburg - Der Wasserburger Skulpturenweg feierte sein 25-jähriges Bestehen. Bürger, Künstler und Stadtvater Kölbl feierten gemeinsam das Jubiläum am Inndamm.

Es brauchte keine große Bühne, denn es war ohnehin die beste Kulisse vorhanden: Der Inndamm mit Blick auf den grüngefärbten Inn, im Hintergrund Fliegenfischer und leider noch trübe Regenwolken. Doch der 25-jährige Geburtstag des Wasserburger Skulpturenwegs zog trotzdem viele Besucher an. Viele Schöpfer einzelner Skulpturen waren da, um das eigene Werk und die der Kollegen zu ehren. Auch Politiker aus der Region ließen den Regen einfach Regen sein und schenkten dem Skulpturenweg Beachtung an diesem Samstag. Die Initiatoren vom Arbeitskreis 68 waren erfreut, dass das einstige „Geschenk an die Stadt zum 850-jährigen Stadtbestehen“ noch immer ein wichtiger Bestandteil des Kulturguts Wasserburgs ist. Wir hätten uns das nicht träumen lassen, dass dieser Skulpturenweg so gut von den Wasserburgern angenommen wird und weiter lebt, hieß es von Mitbegründer Hans Thurner. Er freue sich, dass dieser auch weiter Bestand habe und erinnert sich nur zu gut, dass es vor einem viertel Jahrhundert nicht nur Befürworter gab: „Was soll denn der Krampf“ wurde gesagt, oder „Ihr macht‘s ja den ganzen Inndamm kaputt“. So manch lustige Erinnerung konnte Thurner noch schmunzelnd den Gästen mitteilen: “Manchmal stießen wir an die Grenzen des Erlaubten, aber das machte den Reiz aus. Ute Lechners Skulptur war überbreit, und wir hatten diesen Transport gar nicht angemeldet.“.

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Nur wenige Skulpturen von damals sind noch vorhanden. Viele mussten verwittert ausgetauscht werden, doch dies mache die „Galerie im Freien“ so einzigartig und lebendig. 28 Werke sind aktuell zu sehen. Einer der Festredner war Markus Brezina. Er ist der aktuelle Vorsitzende des Arbeitskreis 68: „Es ist toll, mit wie viel Engagement der Skulpturenweg von Ehrenamtlichen gepflegt wird“. Glücklich sei er auch, pünktlich zum Geburtstagsfest eine neue Skulptur offiziell vorstellen zu dürfen. Der „Sternengucker“ habe sich schon recht gut seiner neuen Umgebung angepasst. Erst am vergangenen Freitag, den 4. Oktober haben Mitarbeiter des Bauhofs millimetergenau das Kunstwerk an den jetzigen Platz gehoben. Die Unterstützung durch die Stadt wurde insgesamt sehr gelobt und nicht als selbstverständlich angesehen. Ernst Grünwald, der Schöpfer des neuen „Sternengucker“, hat es sich freilich nicht nehmen lassen, seinem Werk die Ehre zu geben und war vom Ambiente der Stadt und seiner Menschen begeistert. Der studierte Künstler vom Starnberger See hat innerhalb von vier Wochen seine Kunst erarbeitet. Die Idee dazu kam aus dem Bauch heraus.

Auch alt eingesessene Wasserburger waren anwesend. Zum einen interessierte Bürgerinnen und Bürger, zum anderen auch Künstler der Anfänge des Skulpturenwegs. Der bekannte Wasserburger Künstler, Rainer Devens, erzählte seine ganz persönliche Geschichte zu seiner Kunst: „Genau dort, wo jetzt meine Skulptur „Resonanz“ zu sehen ist, stand ich früher immer selbst. Dann, wenn ich eine kurze Verschnaufpause von meinem Beruf brauchte, hab ich exakt an dieser Stelle wieder Kraft getankt. Die Skulptur aus Messing, mittlerweile im Bronze-Look, soll die Resonanz des Bodens durch den Inn an der Position wiedergeben, die durch das Fließen des Wassers zu bemerken ist“.

Obwohl das Wetter so gar nicht mitspielte, waren alle Gäste von der Atmosphäre sehr angetan. Sowohl Bürgermeister Michael Kölbl als auch Marianne Loferer, die stellvertretend für den Landkreis Rosenheim anwesend war, hatten ein paar Grußworte im Gepäck. Es gab keine echte Bühne für die Redner, doch ein Betonsockel wurde prompt als Podium genutzt. Alles wirkte unkompliziert und äußerst frei. Der Inn und sein besonderes Flair wirkten auf die Besucher, als wäre die Welt offen. Erleichtert wurde von einzelnen Künstlern und Arbeitskreis-Mitgliedern bemerkt, dass der Skulpturenweg nicht mit großem Vandalismus zu kämpfen hat. Zwar gäbe es verschiedene Meinungen zu diesem Weg mit all den Künsten, doch es werde mehr darüber geredet, als schändlich angefasst, meinte ein Verantwortlicher. Nach der Feier im Freien ging die Gästeschar in die Galerie ins Ganserhaus. Hier haben viele der Künstler Skizzen und Ideenentwicklungen zusammengetragen, um allen Interessierten ab sofort bis einschließlich 5. November, Einblicke in die Details rund um die Entstehung und Entwicklung des Skulpturenwegs zu gewähren. Spannend wurde die Ausstellungspräsentation von den Besuchern mitverfolgt.

25-jähriges Jubiläum des Wasserburger Skulpturenwegs

Quelle: rosenheim24.de

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