Serie: Graffiti in Wasserburg

Graffiti: Wie wehrt sich die Stadt?

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Manche Ausdrücke sind beleidigend, andere harmlos. Viele gar rechtsradikal. Egal was aufgesprüht wird, die Stadt Wasserburg hat Arbeit und Mühe, dies zu entfernen. Jedes Mal wird Anzeige erstattet.
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Wasserburg – Die Spühfarbe ist schwer von den Flächen zu bekommen, Graffiti oder Schmierereien, Sprüche oder Motive werden mühsam abgeschrubbt oder müssen übermalt werden. Hat die Stadt einen Plan B?

„Wir sind nicht glücklich über diese Sprühaktionen“ erklärt Bürgermeister Michael Kölbl im Gespräch mit wasserburg24.de. Immer wieder werden im Stadtgebiet Wasserburg Motive, Sprüche, Graffitis gesichtet. Grundsätzlich gelte es zwei Sprühhandlungen zu unterscheiden, heißt es aus dem Rathaus.

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Sprayer erklärt: "Meine Kunst tut keinem weh"

Die einen seien künstlerisch motiviert und würden eine künstlerische Betätigungsfläche suchen, zeigt sich der Rathauschef überzeugt. „Leider gibt es aktuell überwiegend politisch motivierte Sprayer, die Äußerungen an Parkhäuser schreiben, in letzter Zeit teils auch mit rechtsradikalem, ausländerfeindlichem Hintergrund“ gibt Kölbl zu bedenken. Hier gelte es, solche Sprühaktionen zu verhindern und darauf zu hoffen, dass die Bevölkerung Hinweise geben könne, wer dahinter stecke. „Wir stellen außerdem jedes Mal eine Anzeige wegen Sachbeschädigung, weil Schaden entsteht, den die Stadt wieder beseitigen muss“ erklärt Michael Kölbl weiter. Dies sei teils ein aufwendiges Tun. „Leider bleiben die Ermittlungen oft ohne Erfolg“, so Kölbl gegenüber wasserburg24.de.

Kommt eine ausgewiesene Fläche?

Der kleinere Anteil an Sprühergebnissen habe einen künstlerischen Hintergrund, heißt es aus dem Rathaus. Eine konkrete Lösung, beispielsweise eine bereitgestellte Wand, die für Sprayer und deren künstlerische Betätigung genutzt werden könnte, gibt es im Stadtgebiet Wasserburg bislang noch nicht. „Es wird aber überlegt, ob man bestimmte Flächen, beispielsweise einen Brückenpfeiler über der B15, für Graffiti ausschließlich künstlerischer Art freigeben könnte“, erläutert das Stadtoberhaupt. Diese Diskussion gebe es, man müsse aber insbesondere auch die Eigentumsverhältnisse klären.

Somit könnte es in möglicherweise absehbarer Zeit eine Aktion geben, die eine Verschönerung des beigegrauen Pfeilers vorsehe. Soweit sei man aber noch nicht, es bleibt bislang verboten. Traurig sei allerdings, dass immer wieder Sprüche und Ausdrücke, die sich gegen Ausländer, teils gegen behinderte Menschen richte, so Kölbl abschließend.

Am Donnerstag erklärt die Polizei, in welcher Form bei Sprühaktionen ermittelt wird und welche unterschiedlichen Tatbestände  für die Verantwortlichen empfindliche Strafen bringen können. 

Quelle: rosenheim24.de

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