Stadtrat sagt JA

Wasserburg bekommt ein soziales Bürgerhaus

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Wasserburg - Der Stadtrat Wasserburg hat in seiner letzten Sitzung in alter Runde den Weg für das soziale Bürgerhaus frei gemacht. Die Planungen und Diskussionen gehen weiter.

Es war ein einstimmiger Beschluss des Stadtrats Wasserburg zugunsten des Sozialen Bürgerhauses in der Stadt. Schon seit Monaten wird fraktionsübergreifend darüber diskutiert. Auch Gespräche mit Sozialen Trägerschaften und Diensten wurden bereits aufgenommen. Denn insgesamt sollen 15 bestehende soziale Dienste in das Programm mit aufgenommen werden. Doch die Entscheidung darüber, dass die Maßnahme nun auch wirklich weiter geplant werden solle, konnte jetzt einstimmig getroffen werden.

 

Ist sozial sein modern?

"Zukunft durch Zusammenarbeit ist ein neuer Slogan," betont die Expertin Professor Dr. Theresia Wintergerst aus Würzburg. Die Professorin an der Hochschule in Würzburg hat bereits andere Kommunen zum Thema Soziale Bürgerhäuser auf den Weg in den Alltag begleitet. Beispielsweise in Germering und auch Feldkirchen-Westerham sei sie mit in die Planungen der Maßnahme unterstützend involviert gewesen, hieß es. 

Deshalb erläuterte die Experten vor der Abstimmung im Wasserburger Rathaus die einzelnen Funktionen und wichtigen Aspekte des eigenständigen Sozialen Bürgerhauses in Wasserburg.

Auch in der kommunalen Sozialpolitik dränge sich die Wichtigkeit auf, stärker zusammenzuarbeiten, so Prof. Dr. Theresia Wintergerst in ihren Ausführungen vor dem Stadtrat. 

Sie gab vor der Entscheidung ein paar Gedanken in die Runde ein. So biete ein soziales Bürgerhaus die Möglichkeit, dass größere Gestaltungsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Lebensqualität der unterschiedlichen Generationen solle gesichert und verbessert werden. "Die geteilte Verantwortung wird immer gefragter. Manche Dinge, die im Alter nötig werden, sollten nicht nur auf einem gesellschaftlichen Sektor abgeschoben werden. Nur eine Schulter kann eine notwendige Aufgabe oft nicht stemmen".

Wozu noch das Zusatzangebot?

In bestimmten Lebenslagen lasten viele Fragen und Unsicherheiten auf den Bürgern. Die Gefahr sei groß, so Wintergerst, dass ohne eine Portalfunktion, wie sie das Soziale Bürgerhaus dann anbieten könne, sich nicht die richtige Maßnahme finden lasse für den Alltag des Betroffenen.

Das Soziale Bürgerhaus solle Servicestelle sein  und durchaus auch Vermittler von richtigen Kontakten. In das Haus integriert werden sollen Angebote aus 15 sozialen Trägerschaften, hieß es im Gespräch weiter. Dabei gehe es um bestehende Einrichtungen, man hätte nicht vor, weiteres oder doppeltes Angebot zu schaffen, sondern einen Richtungsweiser des Bestands anzusiedeln. Das Soziale Bürgerhaus habe Portalfunktion, betonte die Expertin.

Stadtrat will Soziales Bürgerhaus

Dieses Portal sei momentan in einer Location außerhalb des Rathauses vorgesehen, damit die Schwellenangst der Betroffenen abgebaut werde. Im Gespräch ist derzeit das Bahnhofsgebäude in der Altstadt. Ein frei zugänglicher Raum, der als Vermittlung verschiedenster Hilfen zu verstehen sei.

Der Zugang für alle speziellen Angelegenheiten wäre viel niederschwelliger als es bislang im Rathaus oder bei den Trägern direkt möglich wäre. Der zuständige Mitarbeiter könnte dann quasi lotsen, welche schon bestehenden Einrichtungen für die Lebenssituation des Hilfesuchenden richtig wäre. Durch ein Soziales Bürgerhaus werde die Infrastruktur überschaubarer

Nach den Ausführungen von Prof. Dr. Theresia Wintergerst meldete sich auch Bürgermeister Michael Kölbl zu Wort. Er befürworte die Errichtung dieses Angebots. Der Rathauschef brachte auch Zahlen ins Gespräch. So müsse die Stadt jährlich in etwa mit Ausgaben in Höhe von 17000 bis 20000 Euro rechnen.   

Fragen geklärt

Der einstimmigen Entscheidung des Stadtrates zugunsten des sozialen Bürgerhaus gingen einige Fragen voraus. So wollten Stadträte der CSU geklärt wissen, wie die Einbindung von Ehrenamtlichen hier funktioniere und ob es wirklich nötig sei, ein eigenständiges Gebäude zu nutzen und das Rathaus selbst als Anlaufstelle zunächst außen vor zu lassen und nicht anzusteuern. Professor Dr. Wintergerst ging auf die Fragen erklärend ein und betonte nochmals die Wichtigkeit in der heutigen Zeit, den Betroffenen eine Anlaufstelle in eigenständiger Atmosphäre zu bieten und sprach darüber, wie erfolgreich die Angebotsnutzung in anderen Kommunen funktioniere.

Nach dem OK der Stadträte für dieses Projekt "Soziales Bürgerhaus" steht nun also fest, dass die Planungen weiter gehen können und voraussichtlich Anfang des Neuen Jahres, also eventuell schon im Januar 2015, das Soziale Bürgerhaus eröffnet werden kann.

 

Quelle: rosenheim24.de

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