Stete Mahnung zum Frieden

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19. Jahrtag der Wasserburger Vereine. Viele waren beim Festzug durch die Stadt gestern mit ihren Fahnen dabei.

Wasserburg - Die stete Mahnung zum Frieden und Pflege der Kameradschaft steht heute im Mittelpunkt der Wasserburger Soldaten- und Kriegerkameradschaft.

Die feierte am gestrigen Tag der Wasserburger Vereine als einer der ältesten Vereine der Stadt das mittlerweile 140-jährige Bestehen.

Am 7. Januar 1872, dem Jahr nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871, schlossen sich die heimgekehrten Kriegsteilnehmer in Wasserburg zu einer damals noch Veteranenverein genannten Gemeinschaft zusammen. Hier konnten die als Soldaten ausgezogenen Männer ihre Erlebnisse verarbeiten und erfuhren mit ihren Familien eine wichtige Form der Solidarität. Maßgeblich geprägt wurde die Geschichte der Kameradschaft auch durch die beiden Weltkriege, in denen viele Teilnehmer aus Wasserburg und der Region ihr Leben verloren.

Heute prägen gleich mehrere Kriegerdenkmale das Stadtbild, errichtet und immer wieder restauriert von der Soldaten- und Kriegerkameradschaft.

Im Rahmen des 19. Wasserburger Vereinsjahrtages begingen ihre Mitglieder am Sonntag einen feierlichen Festakt. Nach dem von Pfarrer Dr. Paul Schinagl geleiteten Gottesdienst zogen die Fahnenabordnungen der Ortsvereine und benachbarten Reservistenvereinigungen zum Heisererplatz und gedachten am dortigen Denkmal mit einem Gebet und lauten Böllerschüssen den gefallenen und vermissten Soldaten Wasserburgs.

Dr. Martin Geiger blickte auf die vergangenen 140 Jahre zurück, in denen Krieg und Gewalt immer präsent geblieben seien.

Bürgermeister und Schirmherr Michael Kölbl lobte "die Vielfalt, mit welcher alle Vereine das gesellschaftliche Leben der Stadt bereichern". Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft sei dabei eine der ältesten Institutionen und feiere mit dem 140-jährigen Bestehen ein ganz besonderes Jubiläum. Sie verkörpere bis heute das große Leid, mit welchem sich Kriegsteilnehmer und Zivilbevölkerung konfrontiert sahen und mahne aktiv sowie mit vollem Einsatz für den Frieden. Dass die Anzahl der Mitglieder seit vielen Jahren kleiner werde, stelle im Falle der Kameradschaft keine negative Entwicklung dar. "Ganz im Gegenteil: es spricht für den großen Erfolg Ihres Einsatzes, der seit Jahrzehnten maßgeblich zum friedlichen Zusammenleben in Deutschland und Mitteleuropa beiträgt".

Der früherer Bürgermeister Dr.Martin Geiger blickte zurück auf die historische Entwicklung der vergangenen 140 Jahre, in denen die Themen Krieg und Gewalt stets präsent geblieben seien. So ließen deutsche Soldaten bei Außeneinsätzen wie in Afghanistan auch heute ihr Leben und jede Nation werde auf unterschiedliche Weise durch Kriege beeinflusst. "Immer neu entstehende Konflikte, Rechthaberei, der Kampf um Ressourcen und auch das bedingungslose Durchsetzen der eigenen Interessen haben beispielsweise die rasanten technischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte stets überdauert." Umso wichtiger sei es gewesen, dass in Not geratene Familien von Soldaten in den Reservistenvereinen auf Verständnis und Hilfe stoßen konnten. "Diese stellen heute eine öffentliche und eindringliche Mahnung für den Frieden in unserer modernen Gesellschaft dar." Eine Fokussierung ausschließlich auf die lange Tradition der Soldatenkameradschaft sei daher längst nicht mehr ausreichend und schmälere deren Bedeutung.

Unter musikalischer Begleitung der Wasserburger Stadtkapelle fand zum Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten ein Festzug vom Heisererplatz zum Marienplatz statt, wo die Veranstaltung bei einem gemeinsamen Mittagessen ausklang.

reg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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