Das Tor am Herder bleibt jetzt zu

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Tor zu, Hallen leer: Die Straßenmeisterei am Herder ist geschlossen, die Mitarbeiter wechselten nach Ebersberg und Rosenheim, das Gelände wird verkauft.

Wasserburg - Die Straßenmeisterei am Herder ist geschlossen. Endgültig. Im Herbst soll das Grundstück verkauft werden. Mindestens zwei Interessenten gibt es schon.

"Das war nach der Stoiberschen Verwaltungsreform ja abzusehen", kommentiert Bürgermeister Michael Kölbl die Schließung der Straßenmeisterei am Herder. Claus-Peter Olk, Leiter der Abteilung Straßenbau im Staatlichen Bauamt, formuliert es anders, führt die Schließung auf die Umstrukturierung Anfang des Jahrtausends zurück. Damals sei die Arbeit der Straßenmeistereien effektiver gestaltet worde, so seine Einschätzung.

Schon vor sechs Jahren sei zudem eine Kooperation der Straßenmeistereien Wasserburg und Ebersberg verabredet worden. Ein großer Teil der Wasserburger Mitarbeiter wechselte schon damals den Arbeitsplatz. Die Schließung der Straßenmeisterei Wasserburg, in der zuletzt noch sechs Mitarbeiter aktiv waren - zu Blütezeiten waren es über 20 -, wurde laut Olk aus personellen Gründen aufgeschoben, bis der Leiter in den Ruhestand geht. Das ist nun der Fall. Die sechs letzten Mitarbeiter gingen nach Ebersberg beziehungsweise Rosenheim, je nach Wohnort.

Das Thema, an das fast jeder zuerst denkt, wenn der Name "Straßenmeisterei" fällt, ist der Winterdienst. Da hat Olk keine Bedenken, dass der auch aus Ebersberg heraus für Wasserburg organisiert werden kann. Im letzten Winter sei ohnehin nur noch ein Fahrzeug vom Herder aus im Einsatz gewesen, so Olk, und das Straßenbauamt habe ein neues Salzlager in Wasserburg angemietet, so dass der Winterdienstler hier nachladen kann, nicht erst nach Ebersberg zurückfahren muss.

Das Wegmachermuseum bleibt bestehen, wird vom Straßenbauamt betrieben, so Olk. Allerdings müssen sich Interessenten künftig in der Straßenmeisterei Ebersberg - die ab sofort Ebersberg/Wasserburg heißt - anmelden unter 08092/8273-0. Laufkundschaft gab es im Museum allerdings ohnehin kaum.

Die linke Hälfte des Geländes, steht man am Eingangstor, wird komplett leer geräumt und ab Herbst von der Bundesimmobilienagentur BIMA vermarktet. Bei Olk haben sich schon Interessenten für das knapp einen Hektar große Gelände gemeldet, "die Kontakte geben wir selbstverständlich an die BIMA weiter."

Einer dieser Kontakte ist die Stadt Wasserburg. "Ja, wir haben vorsichtshalber Interesse angemeldet", so der Bürgermeister. Denn eine Aussiedelung des Bauhofes aus der Altstadt erscheint vielen Wasserburgern logisch. Nicht so Michael Kölbl. "Für meine Begriffe ist der Bauhof in der Stadt bestens aufgehoben, weil er hier auch die meisten Dienstleistungen erbringt", so Kölbl. Da sei aber sicher noch eine grundsätzliche Diskussion im Stadtrat nötig, eine Beschlusslage gebe es noch nicht. "Und wenn ein benachbartes Unternehmen expandieren will, dann sollten wir dem nicht im Wege stehen."

Das benachbarte Unternehmen ist nicht die Molkerei auf der anderen Straßenseite, die hat nach Aussage von Geschäftsführer Markus Bauer noch genug eigene Flächen. Das Arzneimittelwerk hingegen hat diese nicht. Und nur in diese Richtung Ausdehnungsmöglichkeiten. Geschäftsführer Armin Dallüge war aus beruflichen Gründen nicht zu erreichen. Er hatte vor gut einem Jahr, als das Gerücht die Runde machte, die Straßenmeisterei sei geschlossen, befunden, dass es doch natürlich sei, wenn das Arzneimittelwerk Interesse am direkten Nachbargrundstück habe. Das dürfte noch gelten.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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