Derzeit acht Asylbewerber untergebracht - Mangel an Quartieren im Landkreis

Suche nach Frieden in Wasserburg

Wasserburg - Der Bürgerkrieg in Syrien, Konflikte in Afrika: Die Zahl der Asylbewerber steigt auch im Landkreis Rosenheim. Und in Wasserburg?

Nach längerer Pause wies die Regierung von Oberbayern im Dezember 2011 dem Landkreis wieder Asylsuchende zu. Damals waren es elf Personen, inzwischen sind es 170, "Tendenz steigend", sagt Pressesprecher Michael Fischer vom Rosenheimer Landratsamt.

Das tut sich mit der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten schwer und hofft händeringend auch auf private Unterkünfte. Dort, wo der Landkreis eigene Immobilien hat, sind schon etliche Asylbewerber untergebracht.

So auch in Wasserburg: Vier Asylsuchende aus Afghanistan und vier aus Syrien hat der Landkreis in der Stadt einquartiert - wo genau, will der Pressesprecher nicht in der Zeitung lesen: In Mühldorf seien bereits Neonazis vor den Unterkünften aufgetaucht, berichtet er.

Um die Asylanträge kümmert sich die Regierung von Oberbayern, sie weist den Landkreisen die Menschen auf der Flucht zu. Für ihre Unterkunft muss der Landkreis sorgen, und im Landratsamt erhalten die Asylbewerber auch das Geld für den Lebensbedarf. Seit im letzten Jahr die Regelsätze dafür nach einem Gerichtsurteil angehoben werden mussten, erhalten Erwachsene im Monat 297 Euro.

Dass auch in Wasserburg das Thema Asylbewerber wieder für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen wird, davon kann angesichts der allgemeinen Entwicklung ausgegangen werden. Seit der Schließung der letzten Sammelunterkunft in Reitmehring vor vielen Jahren waren keine Flüchtlinge mehr in der Stadt.

Vor 25 Jahren allerdings hatte das Thema "Asylanten" hier die Wellen hochschlagen lassen: 20 Sikhs aus Indien waren die ersten Asylsuchenden, die im Landkreis Rosenheim ankamen. Sie fanden eine vorübergehende Unterkunft in Wasserburg im Josefshaus am Kaspar-Aiblinger-Platz, wo heute Klassenzimmer des Förderzentrums sind.

Zu den Indern kamen dann etwas später noch 20 Asylbewerber aus Bangladesch hinzu. Allzu lange waren sie nicht in Wasserburg, dafür kamen zwei Familien aus Afghanistan. Später wurde dann das ehemalige Gasthaus Pritz in Reitmehring zum privaten Asylbewerberheim.

Monika Rieger erlebte als junge Frau damals die Situation im Josefsheim. Es sei nicht einfach gewesen mit den 40 Männern im Alter zwischen 19 und 35 Jahren. Sie kann sich erinnern, wie perplex und geschockt sie war, als die Männer von Verheiratungen mit den kleinen afghanischen Mädchen sprachen.

Die Asiaten seien dann bald wieder weg gewesen, erzählt sie, aber die Kontakte zu den beiden afghanischen Familien hätten lange Zeit gehalten. Die Mutter aus einer der beiden Familien trifft sie heute noch manchmal beim Einkaufen, "und dann ratschen wir immer ein bisschen miteinander".

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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