Unfallflucht: Gutachter soll es klären

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Wasserburg - Immer häufiger kommen vor Gericht Gutachter zu Wort. So ist es auch bei einer Anklage wegen Unfallflucht, die gerade in Wasserburg verhandelt wird.

Eng, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, wurde es für einen 71-jährigen Rentner aus dem Raum Wasserburg, als er im Oktober des vergangenen Jahres mit seinem Pkw auf dem Leitenweg in Rott unterwegs war. An einer Engstelle soll er den Pkw eines 20-jährigen Zivildienstleistenden aus Schechen touchiert und sich anschließend vom Unfallort entfernt haben.

Nun musste sich der Rentner vor dem Amtsgericht Wasserburg wegen unerlaubten Entfernens von Unfallort verantworten. Laut Anklage wurde bei der Kollision das Fahrzeug des Schecheners an der hinteren Fahrerseite beschädigt und der Außenspiegel eingeklappt.

Der Rentner beteuerte vor Gericht, nichts von einem Unfall bemerkt zu haben. Sein Fahrzeug weise im Frontbereich keinerlei Schäden auf. Zwar sei man mit den Außenspiegeln aneinandergeraten, doch da habe man sich vom Auto aus kurz verständigt und damit sei die Angelegenheit für ihn erledigt gewesen.

Unklar blieben jedoch der genaue Wortlaut und auch der Zeitpunkt dieser Unterhaltung. Der Geschädigte behauptete nämlich, der Rentner habe bereits vor der Kollision das Fenster herunter gedreht und ihn aufgefordert, sich ein Auto zu kaufen, mit dem er auch auf der Straße fahren könne. Mit seinem tiefer gelegten Fahrzeug habe er nämlich auf der unebenen Straße nur ganz rechts fahren können und gerade angehalten, weil ein Gullideckel weit übergestanden sei. Erst im Anschluss habe der Rentner sein Fahrzeug mit seinem Auto gestreift, wobei auch die beiden Außenspiegel eingeklappt seien.

Erst habe er gehofft, dass der Unfallverursacher stehenbleibe. Nachdem das jedoch nicht geschehen sei, habe er die Verfolgung aufgenommen. Als der Angeklagte auch nach mehrmaligem Klingeln die Haustüre nicht geöffnet habe, habe er schließlich die Polizei gerufen.

Ähnlich und doch unterschiedlich schilderte die 20-jährige Beifahrerin des Geschädigten den Unfallhergang. Sie wollte sich daran erinnern, dass das kurze Zwiegespräch bei heruntergekurbelter Fensterscheibe nach dem Unfall stattgefunden habe. An den Wortlaut konnte sie sich jedoch nicht mehr erinnern.

Nachdem die Beweisaufnahme keine eindeutigen Erkenntnisse brachte, setzte das Gericht die Verhandlung aus, um ein Sachverständigen-Gutachten zur taktilen, visuellen und akustischen Wahrnehmbarkeit des Unfalls einzuholen.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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