Vierte Bildungssäule steht gut da

Wasserburg - Erfreuliches gab es über die Entwicklung der Volkshochschule im vergangenen Jahr zu berichten. Deutlich wurde bei der Mitgliederversammlung, dass ein ganz neuer Bereich künftig eine wichtige Rolle spielt:

Die Musikschule, seit 2009 in der VHS intergriert, weil Ganztagesklassen weder in noch außerhalb der Schule für Musisches viel Zeit lassen.

Vorweg: Mit der Arbeit des Vorstands waren die Mitglieder so zufrieden, dass es keine Gegenkandidaten und insgesamt nur eine Enthaltung bei den routinemäßigen Neuwahlen gab. Vorsitzender bleibt Dr. Korbinian Höchstetter, ihm zur Seite stehen Wiebke Stüper und Brigitte Holzheid, der Wasserburger Bürgermeister ist "geborenes Mitglied", für die Gemeinden dabei bleibt der Soyener Bürgermeister Karl Fischberger.

Wie es mit den Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Erwachsenenbildung aussieht, erläuterte Höchstetter. Räume suche die VHS immer, aber mit der Integration des Musikpädagogischen Instituts habe man im zweiten Stock jetzt zusätzlich Platz gewonnen. Schwieriger werde es, in den Schulen Räume zu bekommen. Neue Sicherheitssysteme, auch Sparmaßnahmen und deshalb nicht immer zur Verfügung stehende Hausmeister machten die Nutzung öffentlicher Gebäude kompliziert.

Zum Schluss hatte Höchstetter ein Bitte in Richtung Bürgermeister. Falls es nötig werden sollte, dass die seit langem konstanten 50 Cent pro Einwohner nicht mehr reichen sollten, bat er sie in ihren Gemeinden nicht nur die Erwachsenenbildung als vierte Säule im Bildungswesen darzustellen, sondern etwa auch deren soziale Bedeutung, "dass Leute zusammenkommen". Beim Ameranger Bürgermeister Gust Voit fand er da volles Verständnis. Er meinte, man müsse besser herausstellen, dass der Bildungsauftrag der VHS ein gesetzlich verankerter ist, während alle anderen Angebote der Erwachsenenbildung freiwillig seien.

Besser als 2008 war das Vorjahr rein finanziell für die VHS. Die Ausgaben lagen bei 406.000 Euro, die Einnahmen bei 436.000 Euro, es blieb ein Überschuss von 7000 Euro. Die Nachfrage sei 2009 gut gewesen, obwohl man wegen der Krise Befürchtungen gehabt habe, so Brigtte Holzheid. "Auch 2010 entwickelt sich gut".

Den Rechnungsprüfungsbericht der Kämmerei der Stadt verlas Dritter Bürgermeister Otto Zwiefelhofer. Das reichhaltige Angebot wäre ohne Zuschüsse nicht möglich. Dass diese Zuschüsse alle richtig ausgegeben und verrechnet worden seien, habe die Prüfung ergeben. "Das Modell läuft erfolgreich".

Nach wie vor am meisten gefragt sind VHS-Angebote aus den Bereichen Gesundheit und Sprache. 2009 sei, so Geschäftsführerin und pädagogische Leiterin Marlene Hof-Hippke, das Jahr der Integrationskurse gewesen, zu Teil seien zwei parallel gelaufen. Die Bereiche Gesellschaft und Politik müsse eine VHS anbieten, das Interesse dafür zu wecken sei nicht einfach.

Was immer gut ankommt ist das Studium generale und im Ausblick gab Hof-Hippe das Thema für das neue Semester bekannt, da wird es um den Iran gehen. Seit langem immer wieder habe es den Wunsch nach einem Chinesisch-Kurs gegeben, auch der kann im nächsten Semester angeboten werden und noch einen neuen Programmpunkt gab Hof-Hippke bekannt: die VHS wird Bildungsreisen vermitteln.

Dr. Martin Geiger brachte am Ende die Problematik der Schulen ein, dass dort der musische Bereich langsam zu kurz kommen werde, ob die VHS hier nicht auch wirtschafltich neue Felder erschließen könnte. Für den Vorsitzenden Höchstetter ist klar: "Die Musikschule muss Bestand der Schulen sein", hier müsse einiges neu angedacht werden.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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