Wallenstein-Festival: Es soll richtig krachen

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Den ersten Rohling einer Nachbildung historischer Waffen präsentierte jüngst Lorenz Grasberger.

Wasserburg - Bis 2020 als nächstes Bürgerspiel-Jahr wollten die Leute beim Wasserburger Theaterkreis nicht warten: Das Wallenstein-Festival nimmt Formen an.

"Wir sind noch jung und unternehmungslustig", sagt Theaterkreis-Vorsitzender Sepp Christandl und so werden nächstes Jahr die Schweden und Franzosen einfallen in Wasserburg und schon dieses Jahr in Albaching. Das Wallenstein-Festival nimmt Formen an.

Ein Stich im Hotel Fletzinger zeigt eine Szene aus dem Dreißigjährigen Krieg, Schweden und Franzosen belagern Wasserburg. "Genau, das wär was" meinten Christandl und Christian Huber und die Ideen begannen zu sprudeln. Klar war, dass die Stadt nicht wieder über längere Zeit beeinträchtigt werden sollte. "Wir haben die beste Kulisse am Inn, eineinhalb Kilometer zwischen Parkhaus an der Überfuhrstraße und Gries wo auf dem Inndamm Theaterkunst und Unterhaltung bestens verbunden werden können und die Leute keine weite Wege haben", sagt Sepp Christandl. Und dort soll im August und September nächstes Jahr mächtig was los sein: Armeen mit hunderten Mitwirkenden beim Bürgerspiel "Teufel, Tod und Wallenstein", Schlachtgetümmel mit Kanonenkrach und Pulverrauch, Lagerleben, Gastronomie, kleine Geschäfte, Kinderecke und einer überdachten Tribüne für rund 1000 Besucher.

Das Grundgerüst stehe, nun würden die Gespräche mit den Sponsoren und den Genehmigungsstellen beginnen, "bislang haben wir mündlich von allen Seiten Untersütztung", sagt Christandl. Eine ganz eigene Geschichte dazu schreiben wird Christian Huber im Winter. Schon fast fertig ist er mit dem "Wallenstein" für die Aufführungen in Albaching, denn der dortige Theaterverein ist mit von der Partie. "Ein bisschen Schiller-Wallenstein ist das, gemischt mit "Mutter Courage", Brecht kann das Leben während des Dreißigjährigen Kriegs viel besser schildern. Und noch ein bisschen "Richard III", als Kunst- und Sprachform, weil Shakespeare das so gut macht", beschreibt Huber das Stück.

Premiere in der als Black-Box verwandelten Alpicha-Halle, wo es sogar richtig regnen soll, ist am 2. November, zwölf Aufführungen sind geplant. Auftakt des Wallensteinfestivals ist am Sonntag, 28. Oktober, mit einem Festzug, an dem sich alle Mitwirkenden in ihren historischen Gewändern beteiligen, mit einer Messe und den ersten Scheingefechten zwischen Schweden und Bayern - und der großen Kanone, die dann bis 22. September 2013, dem letzten Aufführungstag in Wasserburg, quasi das Symbol der Festspiele ist. Die Zimmerer- und Schreinerinnung Rosenheim arbeitet bereits an der fünf Meter hohen Kanone mit einem zehn Meter langen Rohr.

Fast logisch, dass diese Kanone nicht irgendwie von Albaching nach Wasserburg kommt. Am ersten Märzwochenende bringen Heerteile die Kanone zu Fuß in die Stadt, "bei Schnee oder Regen, durch matschiges Gelände, wie es halt war damals". Bei diesem Winterbiwak werden die Teilnehmer zwischen Albaching und Wasserburg zweimal im Freien übernachten und dann die Kanone drohend auf Wasserburg gerichtet aufstellen.

Für die geplanten fünf oder sechs Armeen sucht der Theaterkreis weitere Mitwirkende. Interessenten melden sich bei Sepp Christandl, 08071/1232 oder bei Karl-Werner Berndt, 08071/104266. Da jede Menge historische Gewänder genäht werden müssen, sind auch zusätzliche Näherinnen gerne gesehen, Infos bei Sigrid Hartmann, 08071/40656.

Im Dreißigjährigen Krieg besonders tapfer verteidigt haben Wasserburg Leute aus Österreich, dafür gab's zum Dank ein Wasserburger Fähnchen. Aufgetaucht ist eines in Mattighofen bei Braunau. Zum Stadtfest dort sind Theaterkreisleute, Schiffsleute und Volk aus Wasserburg eingeladen. Mit ihren historischen Gewändern marschieren sie am Sonntag dort beim Festzug mit.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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