Metergenauer Winterdienst dank GPS

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Ein unscheinbares Kästchen am Armaturenbrett zeigt Bauhofleiter Guido Zwingler auf dem Bildschirm mittels verschiedener Farben (siehe unten) genau an, wo nur gefahren, wo gekehrt, geräumt, gestreut wurde.

Wasserburg - Metergenau geht es ab sofort beim Räumen und Streuen in Wasserburg zu: Per GPS wird der Winterdienst in der Stadt dirigiert und dokumentiert.

Lesen Sie hier den Originalbericht aus der Wasserburger Zeitung:

Mit GPS gegen Schnee und Eis

Mit neuer Technik rückt der Winterdienst der Stadt jetzt gegen Schnee und Eis aus: Per Satellitennavigation werden Räumen und Streuen organisiert und aufgezeichnet.

"He, Sie, bei uns ist seit Tagen nicht geräumt und gestreut worden", solchen Anrufen kann der Bauhofleiter sehr gelassen entgegen sehen. Und per Mausklick überprüfen, ob er einen seiner Winterdienstler noch einmal losschicken muss. Seit knapp zwei Wochen sind Guido Zwingler, Wolfgang Strunz und Simon Löw wieder nachts um 3 Uhr unterwegs. Immer abwechselnd kontrollieren der Bauhofleiter und seine beiden leitenden Mitarbeiter den Zustand der Straßen, wecken spätestens um 4 Uhr elf Mann vom Bauhof und die Besatzung von vier externen Fahrzeugen. Wenn Winterdienst mit räumen und streuen angesagt ist.

Wo geräumt und gestreut und wo nichts gemacht wird, das regelt seit einigen Jahren der Plan für den differenzierten Winterdienst. Und der scheint zu passen. Nur selten, so Zwingler, muss eine Straße in eine andere Kategorie sortiert werden. So hat sich zum Beispiel bei der Palmanostraße herausgestellt, dass diese doch öfter gestreut werden muss.

Diesen Winter sind erstmals alle winterdiensttauglichen Fahrzeuge des Bauhofes und auch die externen Fahrzeuge mit GPS-Geräten ausgestattet. Das hat zwar pro Fahrzeug rund 1500 Euro gekostet, Zwingler ist aber überzeugt, dass es das erstens wert war und es sich zweitens rechnet.

Was die Datenübertragung betrifft, funktionieren die GPS-Geräte wie Handys. Sie melden die Bewegung des Fahrzeuges, den Einsatz des Pfluges und den des Streuers separat. Und das bei längeren Straßen sogar nach Hausnummern unterteilt. Da kann Zwingler an seinem Computer im Bauhof sehen, dass zum Beispiel in der Ledererzeile von der Hausnummer 2 bis zur 32 geräumt und gestreut wurde, von der Nummer 34 bis zur 56 nur geräumt. Und das nicht nur auf einer Liste, sondern auch auf dem Luftbild oder der Karte. Kommt ein Anruf "bei uns im ABC-Weg ist seit Tagen nicht geräumt worden" oder "hier in der XYZ-Straße liegt pfundweise Salz" kann das im Bauhof genau nachvollzogen und dementsprechend reagiert werden.

Gar nicht böse dürften die Winterdienstfahrer darüber sein, dass die schriftlichen Räum- und Streuberichte nach der ersten Winterdienstwoche Vergangenheit sind. Die eine Woche doppelte Buchführung von Hand und per GPS muss sein, der Bauhofleiter will wissen, ob alles reibungslos aufgezeichnet und übertragen wird.

Denn schließlich erfolgt die Einsatzabrechnung künftig per Mausklick, wobei das zum GPS gehörende Verwaltungssystem nach Art und Dauer des Einsatzes unterscheiden kann sowie nach personen- beziehungsweise gerätebezogenen Kosten. Und: die Externen können nur das abrechnen, was auch aufgezeichnet ist. Das erspart vielleicht die eine oder andere Diskussion.

"Eigentlich ist dieses GPS-System eine feine Sache", findet Zwingler und fügt lachend an: "Jetzt müssen wir nur noch schauen, wie es sich bewährt."

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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