Und immer wieder Wasserburg

+
Kevin freut sich, dass er mit seiner Mama Anja die Ferien in Wasserburg verbringen kann.

Wasserburg - Es sind Pfingstferien und da darf Kevin (9) aufs Frühlingsfest - den ganzen Tag, die ganze Woche. "Super" sagt er und lacht seine Mama an.

Die durfte früher auch auf die Volksfeste, wenn Ferien waren, wie auch ihr Papa, damals, als das Frühlingsfest noch Am Gries war. Seit 59 Jahren ist die Schaustellerfamilie Kraus in Wasserburg dabei beim Frühlingsfest.

An den Gries kann sich Dieter Kraus noch gut erinnern, es sei romatischer gewesen, grüner, und vor allem habe man morgens, wenn noch nichts los war auf dem Platz Freunde getroffen, die man eben so kennengelernt hatte.

Frühlingsfest-Special:

Seit über 50 Jahren kommt die Familie mit dem Kinderkarussell nach Wasserburg. Ein Kinderkarussell und einen Schießwagen, ein Geschäft für nachmittags, eins für die Abendstunden, hatten schon seine Eltern, den Schießstand betreibt jetzt Tochter Anja, nicht weit weg vom Karussell des Vaters. Für sie war es immer klar, dass sie dabei bleibt, "ich denk ich mach das bis zum Schluss". lacht sie.

48 Jahre alt ist das alte Kinderkarussell seines Vater, " das läuft noch super", sagt Dieter Kraus, der seit 14 Jahren ein zweites, eigenes hat, und damit zum Abschluss der Festesaison auch auf dem Münchner Oktoberfest ist, "ohne das würde es wirtschaftlich nicht gehen".

"Ich bin das Lebkuchenhaus", lacht Ramona Illeseas, ihr Bruder Rudi Stey ist mit einem Mandelstand beim Frühlingsfest. "Konkurrenz, nein, Konkurrenz gibt es bei Geschwistern nicht, wir kommen uns nicht in die Quere", sagt sie, es gebe ja noch einen Mandelstand, "wir haben hier ein sehr freundschaftfliches Verhältnis".

Ramona Illeseas und ihr Bruder Rudi Stey, beide haben einen Mandelwagen und vertragen sich bestens.

Wasserburg kennen die beiden schon lange, denn auch ihre Eltern waren alte Bekannte beim Frühlingsfest. Mit dem Umsatz sind beide zufrieden, stabil sei dieser seit fünf, sechs Jahren. Nach dem Umzug von der Stadt auf das Gelände neben dem Badria habe es gedauert, bis die Stimmung hier oben angekommen sei. Jetzt identifizierten sich die Leute mit dem Frühlingsfest. Ein Lob stellen sie dabei Platzmanager Willi Atzenberger aus. "Er hat mit viel Herzblut viel geleistet, wir kommen wirklich gerne her", sagen beide. Und sie mögen die Stadt, "es ist schon eine außergewöhnliche Stadt auf der Innschleife", meint Rudi Stey, der hin und wieder hinunter zum Mittagessen geht. Seine Schwester Ramona hat einen besonderen Lieblingsort: "Halt machen zum Picknick an der Schönen Aussicht".

Nach längerer Zeit wieder in Wasserburg ist Franz Hingerl mit seinem Kabinett Gaudimaxx. "Ich bin zufrieden, hier läuft alles ganz normal" - viel mehr gibt es nicht zu sagen.

"Es geht uns durchaus noch gut", sagt Alexander Diebold, mit seinem Kettenkarussell immer wieder in Wasserburg dabei. Fotos vonau

"Wasserburg ist eine Konstante, es nicht der allerbeste Ort, aber man weiß was man hat", sagt Alexander Diebold, zuhause in Erding, geboren in eine sehr alteingesessene Schaustellerfamilie in Augsburg, ein Foto aus dem Jahr 1807 zeigt ein Diebold-Karussell. Vier Kinder hatten seine Eltern, er war es, der wegging und nun seit 25 Jahren Selbstständig ist, "die vierte Diebold-Generation. "Schausteller bist du von Geburt oder durch Heirat". sagt er. Zwei Kettenakarussells hat er, seine Frau ist gerade mit dem zweiten in Unterschleißheim. An Ostern fängt für die beiden die Saison an, bis in den Herbst hinein sind die beiden unterwegs auf den Festen, das letzte im Oktober ist in Halfing. Und im Winter betreibt das Ehepaar einen Maroni- und Glühweinstand beim Christkindlmarkt in Traunstein.

Das Karussell sei ein Standartgeschäft, immer am gleichen Platz, immer das gleiche Publikum. Alexander Diebold versteht sich als Dienstleister, "freundlich und kompetent, ein paar lockere Sprüche, das mögen die Leute".

"Ich jammere nicht, es geht uns durchaus noch gut", sagt Diebold, aber der Euro sei bei den Festbesuchern nicht mehr so locker in der Tasche. Dank immer neuer EU-Richtlinien werde der Aufwand für die Karusselle immer größer, "deshalb fährt aber keiner mehr Karussell".

Rudi Stey, der auch beim Münchner Oktoberfest dabei ist und dort von seiner Schwester unterstützt wird, sagt, das Geschäft sei stressiger und hektischer geworden. Die Konkurrenz sei größer geworden, die Schausteller hätten umgestellt auf Professionalität und Pragmatismus, die Leidenschaft sei weniger geworden. Und die Besucher? "Weg vom Vergnügen, hin zur Party", beschreibt Stey die Veränderung. Aber so wie sie in Wasserburg kämen, die vielen Leute in ihren Dirndln und Lederhosen, "netter kann ein Publikum nicht sein".

Von mehr Druck erzählt auch Dieter Kraus. Weil die Kinder alter Schaustellerfamilien eigene Geschäfte betreiben, würden es immer mehr. Allerdings seien auch die Feste immer mehr geworden, früher hätten die Vereine ihre Jubiläen zum Beispiel nicht mit Vergnügungsparks gefeiert.

Früher habe man die Kinder vertreiben müssen, alle wollten irgendwie helfen. Heute müsse man auf sie warten. Helfen tun Dieter Kraus mittlerweile drei Angestellte, ein Deutscher und zwei Rumänen. Und so muss der Betrieb laufen, sieben Monate, von Frühjahr bis zum Oktoberfest. Im November dann schreibt Kraus wieder die ersten Bewerbungen für die Feste nächsten Jahr. Wegen immer neuen Vorschriften müsse er immer mehr beschreiben, bis hin zum ökologischen Putzmittel.

Klar mache er weiter, sagt Dieter Kraus und freut sich über seinen Enkel Kevin, "dem gefällt das hier wie mir das früher als Kinder mit meinen Eltern gefallen hat".

vo/Wasserburger Zeitung

Schafkopfen, Feuerwerk und vieles mehr

Schafkopffans sind heute beim Frühlingsfest an der Reihe. Um 14 Uhr beginnt im Festzelt das große Preisschafkopfen, dem Sieger winken 400 Euro. Ab 16 Uhr gibt es musikalische Unterhaltung mit "Schurle und Jokl" aus Wasserburg. Ein buntes Musikprogramm von bayerisch, rockig bis international mit Showelementen und knalligen Lichteffekten bieten die "Reichenkirchner" ab 19 Uhr. Im Fit&Fun spielt heute Abend die Coverband "Once".

Ab 11 Uhr spielt am morgigen Sonntag die "Vogtareuther Musi", am Abend ab 18 Uhr übernehmen die "Rieder Musi" den musikalischen Unterhaltungspart. Und wie jedes Jahr am zweiten Wiesn-Sonntag wird das Brillantfeuerwerk bei Einbruch der Dunkelheit gezündet. Im Sternenzelt ist am Sonntag das Theme "Vibrating Afrika".

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Wasserburger Frühlingsfest

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Öffnungszeiten

Auf dem Festplatz vom 2. bis zum 12. Juni 2017:

- Festplatz: 14 - 23 Uhr

- Kindertag (7. und 12. Juni): 14 - 18 Uhr ermäßigt

- Festzelt: 11 - 23 Uhr

- Schubertmesse (4. Juni): 10 - 23 Uhr

- Oldtimer-Treffen (11. Juni): 9 - 23 Uhr

- Wiesn Alm: Werktag 14 - 2 Uhr, Feiertag 12 - 2.30 Uhr

- Fit & Fun Wies'n Party: 21 - 2 Uhr, Fr., Sa. und Pfingstsonntag 21 - 3 Uhr

Almabtrieb in der Wiesn Alm mit DJ Wamsi

Almabtrieb in der Wiesn Alm mit DJ Wamsi

Feuerzauber über Wasserburger Frühlingsfest 

Feuerzauber über Wasserburger Frühlingsfest 

Wiesn-Alm am Sonntag und Feuerwerk

Wiesn-Alm am Sonntag und Feuerwerk

Liebevoll hergerichtete Oldtimer am Frühlingsfest

Liebevoll hergerichtete Oldtimer am Frühlingsfest