Dirndl- und Burschentag auf dem Wasserburger Frühlingsfest 

Apfeltauchen, Masskrugstemmen und Fakke-Grillen! 

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Rasante Umdrehungen beim Fakke-Grill (links) garantierten einen Schwindel bei den Teilnehmern. Einen kühlen Kopf hingegen mussten die Dirndl und Burschen beim Apfeltauchen bewahren. 
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Wasserburg - Zünftig, lustig und kämpferisch - Der Dirndl- und Burschentag entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Klassiker auf dem Frühlingsfest. Obwohl er erst zum zweiten Mal stattfand, kochte die Stimmung im Festzelt am Abend des 7. Juni über. Sieger waren am Ende alle! *Neu: Fotos und Video* 

Insgesamt acht Burschen- und vier Mädel-Teams traten zu den Wettkämpfen im Zelt an: 

  • Burschenverein Steinkirchen e.V 
  • Burschenverein Pfaffing-Rettenbach e.V
  • Maibaumverein Freunde Albaching-Utzenbichl
  • Beerhunter
  • Team Fit & Fun
  • Die Burschen der Stadtgarde Wasserburg 
  • Burschenverein Babensham
  • Burschenverein Oberndorf
  • Dirndlschaft Albertaich e.V
  • Oberndorfer Dirndl
  • Mädlmannschaft Spielergemeinschaft Eiselfing/Babensham
  • Die Mädels der Stadtgarde Wasserburg

Die Disziplinen wurden bis zu Beginn des Dirndl- und Burschentags streng unter Verschluss gehalten. Erst bei der Anmeldung im Zelt wurden den 12 Teams die Art der drei Wettkämpfe offenbart: Apfeltauchen, das klassische Masskrugstemmen und das sogenannte Fakke-Grillen. "Ja varreck, do hamma uns was eibrockt", entfuhr es einem erschrockenen Teilnehmer, als er die Disziplinen vernahm. Jeweils vier Teilnehmer der Vereine mussten sich opfern - je einer für Apfeltauchen und Masskrugstemmen und zwei für das Fakke-Grillen als Team-Wettkampf. 

Nass wurden die Teilnehmer beim Apfeltauchen - auch die Mädels mussten ran. 

Disziplin 1: Apfeltauchen 

Obwohl den Wettkampf Apfeltauchen wohl jeder kennt, blickte man besonders bei den Mädl-Mannschaften in skeptische Gesichter, als die zwei Bottiche mit eiskaltem Wasser und je fünf Äpfeln gefüllt wurden. Aber zuerst waren die Burschen an der Reihe - und gleich bei den ersten Versuchen war schnell klar, dass die Disziplin mitnichten ein Zuckerschlecken war. Nur mit dem Mund und ohne Beihilfe von Händen mussten die Äpfel herausgefischt werden. In hohem Bogen flogen sie quer über die Bühne, verfehlten nur knapp so manchen begeisterten Zuschauer in der ersten Reihe. Im Eifer des Gefechts schwappten die Bottiche immer wieder über, die halbe Bühne wurde geflutet. "Das hätten wir uns aber auch nicht träumen lassen, dass wir so eine Bühne zambringen - es schwimmt ja scho ois", entfuhr es Moderator des Abends und Stadionsprecher des TSV Wasserburg, Witgar Neumaier. 

Nachdem die ersten beiden Burschen die Äpfel erfolgreich gefischt hatten, ließ einer der beiden verlauten, er sei froh, dass er gleich als Erster dran war, "wenn da jetzt jeder sei Fett-Fotzn rei hängt ...". 

Vollen Körpereinsatz zeigte dieser Teilnehmer bei der ersten Disziplin Apfeltauchen. 

Gleich nach dem zweiten Durchlauf waren die Haupt-Utensilien abgängig: Hinter der Bühne und unter den Bierbänken klaubten die beiden Kampfrichter, Sepp Christandl und Christian Huber, die teils angebissenen Äpfel für die nächsten Teilnehmer wieder zusammen. Währenddessen füllte Festwirt Schorsch Lettl die Bottiche mit frischem Wasser wieder auf, "schaut's ned hi, schaut's ned hi" schrie er durch das Zelt. "Eine Schande, dass ich als Festwirt ausgerechnet Wasserkrüge anbringen muss", lachte Lettl. 

Obwohl den Dirndln dem Gesichtsausdruck nach noch immer nicht ganz wohl bei der Sache war, schlugen sich auch die Mädel-Mannschaften tapfer. Viele schaffte es tatsächlich in der vorgegebenen Zeit, alle fünf Äpfel aus dem Wasser zu fischen - teils mit vollem Körpereinsatz tauchend. Nicht nur die völlig durchnässten Dirndl und Burschen wurden anschließend in Handtücher gehüllt, auch die Bühne musste trocken gewischt werden, bevor es Schlag auf Schlag mit der zweiten Disziplin weiterging.

Disziplin 2: Masskrugstemmen

Ein Klassiker: Das Masskrugstemmen kannten die Teilnehmer bereits aus dem letzten Jahr. Und so manch kräftiger Bursche stellte sich selbstbewusst auf die Bühne - waren doch bei dieser Disziplin Muskelkraft und Ausdauer gefragt. Alle acht Burschen maßen sich gleichzeitig. Aufs Kommando "Die Krüge hoch!" ging's los: Und die Burschen kämpften und zitterten - unter den Argusaugen der beiden Kampfrichter, die den Winkel der ausgestreckten Arme genau prüften. "Manche schauen aus, als würd's ihnen gar nix ausmachen - aber nach der zweiten Minute wird's langsam doch zaach", stellte Co-Moderatorin Brigitte Voglsammer aus Albaching fest. Die Stadtgarde Wasserburg hielt dem zittrigen Wettkampf aber doch nicht lange mehr stand und wurde sogleich von Sepp Christandl disqualifiziert. Dann gab einer nach dem anderen auf. Gute vier Minuten waren bereits rum. Die Beerhunter entschieden den Wettkampf am Ende für sich - der Jubel im Zelt war groß. 

Muskelkraft und Ausdauer waren beim Masskrugstemmen gefragt. 

"Das Wichtigste an der ganzen Disziplin", sagte Witgar Neumaier zu Schorsch Lettl, "es is no koans vo dene Biere verschüttet worn - ham's ois am Schluss brav drunga." "So muass a sei", stimmte der Festwirt dem Moderator zufrieden zu. Auch die Mädels mussten nach den Burschen ran und hielten sich tapfer. Aber die Kampfrichter zückten gnadenlos ihre gelben und roten Karten. "Oh, da Huaba hod de geibe Kartn scho in da Hand - jetz wird's gfährlich", stellte Brigitte Voglsammer fest. Nach gut zwei Minuten gewann schließlich die Mädlmannschaft Eiselfing den Wettkampf Nummer 2.  

Disziplin 3: Fakke-Grill

Bei der letzen Disziplin bedarf es einer Erklärung: Die Teilnehmer konnten sich vorab nichts unter dem Begriff "Fakke-Grillen" vorstellen. Teamarbeit war hier gefragt: Eine große Holzrolle - symbolisch für den sich drehenden Grill - auf dem sich der Teilnehmer, das "Spanferkel", klammernd festhalten muss, während der Partner immer schneller dreht. Wer die meisten Umdrehungen in 90 Sekunden schafft, hat gewonnen. Nachdem Kampfrichter Sepp Christandl die Disziplin als Fakke wenig erfolgreich vorführte und nach nur einigen Sekunden gleich auf dem Hintern landete, riet Witgar Neumaier, der Griller solle doch immer auf sein Fakke schauen und die Dreh-Geschwindigkeit dem jeweiligen Gesichtsausdruck des sich drehenden Fakkes anpassen. 

Rasante Umdrehungen mussten die "Fakken" bei der dritten Disziplin über sich ergehen lassen. 

Die Burschen gingen wieder als erste an den Start: Über 100 Umdrehungen schafften die Tapfersten - und blickten nach den 90 Sekunden Drehwurm etwas schräg drein. Dem Publikum wurde schon vom Zuschauen schwindelig. Auch die Mädels wurden nicht verschont - und standen den Burschen in punkto Drehgeschwindigkeit teilweise in nichts nach. "I glab, de leg'n ganz schee was vor", bemerkte Brigitter Voglsammer. Die Dirndlkleider flogen in hohem Bogen und die Mädls hielten sich tapfer - schafften auch über 100 Umdrehungen - Schwindel garantiert. 

Nach einer kurzen Besprechung der Jury stand fest: Es kommt zum Stechen! Die Burschen und Mädels der Stadtgarde sowie der Burschenverein Babensham und die Oberndorfer Dirndl standen punktgleich und mussten für eine Entscheidung die Anzahl an Kronkorken in einem Weißbierglas-Stiefel schätzen. Die Babenshamer Burschen waren mit geschätzten 500 Korken am nächsten dran. 406 Korken hatte der Stiefel laut Schorsch Lettl intus. Und damit standen die Sieger des zweiten Dirndl- und Burschentags fest:

Genau 406 Kronkorken befanden sich in dem Stiefel, wie Festwirt Schorsch Lettl beim Stechen offenbarte. 

Gewinner der Burschen: 

1. Beerhunter 

2. Maibaumverein Albaching 

3. Burschenverein Babensham 

Gewinner der Dirndln: 

1. Mädelgemeinschaft Babensham/Albaching 

2. Oberndorfer Dirndln 

3. Stadtgarde Wasserburg

Die Eiselfinger Mädels sicherten sich bereits zum zweiten Mal den Sieg beim Dirndl- und Burschentag auf dem Frühlingsfest. Bei den Burschen gewannen die Beerhunter (rechts). 

Als besonderes Schmankerl legte Schorsch Lettl noch eine Verlosung oben drauf: Die Brauereiführung für 30 Personen inklusive Abendessen ging an das Team Fit & Fun. "Letztes Jahr räumten die Eiselfinger Mädels alles ab - heuer sind die Preise gerecht verteilt", fasste Witgar Neumaier abschließend zusammen. Sieger waren am Ende des Abends alle. 

Dirndl- und Burschentag: Apfeltauchen und Masskrugstemmen 

Dirndl und Burschen beim Fakke-Grillen

Dirndl- und Burschentag: Stechen und Siegerehrung

Die Disziplinen des Dirndl- und Burschentags im Video:

mb

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