Hinter den Kulissen des Wasserburger Frühlingsfests

"An Stress? Ham mia ned!" - Wie man an der Schänke die Nerven behält

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Lassen sich nicht aus der Ruhe bringen: Seppi an der Schänke und Bierzeltbedienung Babsi. 
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Wasserburg - Fassl heben, umzapfen, Krügerlkisten stapeln, Maßen einschenken und wieder spülen - das Ganze im Akkord. Was ist das Geheimnis, dass die Mitarbeiter hinter der Schänke und die Bedienungen trotz der Hektik derart gut drauf sind? wasserburg24.de hat sich das auf dem Frühlingsfest einmal genauer angeschaut. 

Flinke Hände an den Zapfhähnen beweisen Flo und Seppi bei den Fassln der Brauerei Gut Forsting. Die Bedienungen stehen schon bereit auf der anderen Seite des Tresens, türmen gekonnt die vollen Maßkrüge auf und verschwinden in Sekundenschnelle wieder mit dem frischen Märzen im Zelt. 

Vor dem Tresen stehen die Bedienungen bereits Schlange. 

Wie behält man in dem Getümmel die Nerven? 

"An Stress? Ham mia ned!", versichert Flo lachend und greift beherzt in die Schoko-Bons-Tüte, die neben den Fassln als Nervennahrung bereit steht. 

Direkt daneben hat wiederum Manuela ihren Posten. Sie verwaltet die "Markerl-Kasse". "Die Bedienungen machen einen Stopp bei mir und ordern, wie viele Zeichen sie brauchen oder geben sie wieder ab", erklärt sie. Stress scheint auch für sie ein Fremdwort zu sein, denn auch wenn Konzentration gefragt ist, Manuela lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. 

"Das Ganze ist einfach ein Mannschaftssport", ergänzt Flo, der sich noch ein Schoko-Bon in den Mund schiebt und routiniert die nächsten Krüge füllt. "Alleine kann man das gar nicht bewältigen. Mittlerweile sind wir ein gut eingespieltes Team - andernfalls würde die Arbeit hier auch hinten und vorn nicht hinhauen."

Der Kolbermoorer Flo steht bereits seit sechs Jahren an der Schänke im Festzelt auf dem Wasserburger Frühlingsfest."Ich arbeite nur im Lettl-Zelt in Wasserburg. Und ich mach das auch nur wegen der Mannschaft - die ist super. Die Atmosphäre ist schon richtig familiär." Der Dienstag und der Mittwoch, das seien die ruhigsten Tage auf dem Frühlingsfest für die Schänke-Mitarbeiter. Ansonsten werde es ihnen aber nicht langweilig am Zapfhahn und bei den Fassln. 

Flo beim Zapfen der Maßen. 

"Bierzelt ist wie eine Sucht" 

Dass die Stimmung inmitten der Hektik ausgelassen ist und sich die Mannschaft wie eine "zweite Familie" anfühlt, diesen Eindruck kann auch Babsi bestätigen. Sie arbeitet seit sie 18 Jahre alt ist, als Bedienung in diversen Festzelten in der Region, darunter auch das Herbstfest in Rosenheim. "16 Jahre lang mach ich das jetzt schon - Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Mei, kein Bierzelt ohne Babsi", erzählt sie lachend, während einer kurzen Verschnaufpause. "I sog immer: Bierzelt ist wie eine Sucht - einmal angefangen und du kannst nicht mehr aufhören." Für Babsi sei die Volksfest-Zeit schlicht und ergreifend die schönste Zeit.  

Wie viele Maßkrüge hat sie bisher auf einmal stemmen können? "14 schaff ich schon", verrät Babsi nach kurzer Überlegung, und wirft noch hinterher: "Des ko i einfach!" 

Freilich, der Ton zwischen den Bedienungen sei ab und an etwas rauer - "aber wir halten alle zam", betont Babsi. Und auch wenn es stressiger wird, Babsi habe "Nerven aus Stahl": "Nette Gäste, nette Bedienung - so einfach ist das." Gleichzeitig ruft sie mit einem breiten Grinsen in Richtung einer anderen Bedienung, die gerade einen Schluck Bier nimmt, das jedoch aus mehr Schaum besteht: "He - ham's dir a Schneemaß gem?

Ein eingespieltes Team - sonst funktioniert die Arbeit nicht an der Schänke. 

Stephan, der bisher nur im Auer-Zelt auf dem Rosenheimer Herbstfest unterwegs war und dieses Jahr das erste Mal in Wasserburg als Bedienung dabei ist, würdigt ebenfalls das angenehme Betriebsklima und die Tatsache, dass jeder gut drauf ist. "Es macht Spaß hier zu arbeiten", sagt er kurz und knapp.  

Regelmäßig schaut auch Festwirt Schorsch Lettl bei der Schänke nach dem Rechten. Auch er bleibt entspannt. Ihm sei es wichtig, dass die Gäste zufrieden sind und die Maßen gut eingeschenkt. "An einem guten Festtag gehen schon mal 40 Hektoliter über den Tresen", verrät der Festwirt und betont abschließend: "Abgerechnet aber wird zum Schluss.

mb

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