Ohne Ticket ist immer Schwarzfahren

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Wasserburg - Ohne Ticket den Zug betreten kann eine teure Angelegenheit werden. Diese Erfahrung machte auch ein 23-jähriger Wasserburger im August letzten Jahres.

Ohne gültigen Fahrschein auf der Strecke von Rosenheim nach Wasserburg angetroffen wurde im Sommer vergangenen Jahres der junge Mann. Dabei entstand ein Gesamtschaden von 5,30 Euro. Dem Schwarzfahrer brachte es allerdings einen Strafbefehl wegen Erschleichen von Leistungen über insgesamt 1200 Euro ein. Er wurde beschuldigt, bei Fahrantritt nicht vorgehabt zu haben, den Fahrpreis zu entrichten.

Dagegen legte der Wasserburger Einspruch ein, denn er wollte nicht vorsätzlich schwarzgefahren sein. Außerdem sah er nicht ein, warum man im Regionalverkehr beim Fahrkartenautomaten Fahrscheine lösen könne und dies beim Lokführer nicht möglich sei.

Nun musste er sich vor dem Amtsgericht Rosenheim, Zweigstelle Wasserburg verantworten. Dabei beteuerte der Angeklagte, die Einsparung von ein paar Euro sei es nicht wert, wegen einer möglichen Kontrolle Blut und Wasser zu schwitzen. Deshalb komme Schwarzfahren für ihn nicht in Frage. Allerdings sei er oft unter enormen Zeitdruck, wenn er nach der Arbeit seinen Zug erwischen wolle. Wenn er es dann nicht schaffe, vorher noch ein Ticket zu lösen, informiere er den Schaffner und bezahle nachträglich im Zug. Außerdem hätten die neueren Wagen des Filzenexpress einen Fahrkartenautomaten an Board. In diesem Fall sei dies nicht so gewesen und er habe wohl in der Hektik vergessen, sich beim Schaffner zu melden. Eine Zeitkarte lohne nicht, da er nicht immer denselben Arbeitsweg habe.

Der Staatsanwalt hielt die Ausführungen des Angeklagten für wenig glaubwürdig und riet, den Einspruch zurückzuziehen. Er glaubte nicht, dass der Angeklagte vergessen hatte, zum Schaffner zu gehen, nachdem er den Zug in letzter Minute erwischt habe.

Die zuständige Richterin stellte fest, dass das Betreten des Zugs ohne Ticket nicht erlaubt sei und dass es sich auch um eine Schwarzfahrt handle, wenn man im Zug den erhöhten Fahrpreis nachentrichte. Viel eher klinge das beim Angeklagten nach regelmäßigem Schwarzfahren. Zumal er bei der Kontrolle angegeben habe, seine Zeitkarte vergessen zu haben.

Schließlich folgte der Angeklagte der Empfehlung von Gericht und Staatsanwaltschaft und nahm den Einspruch zurück.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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