Wasserburgs Basketball-Damen mit 2:0-Führung

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Wasserburg/Freiburg - Der TSV Wasserburg hat alle Chancen, die sechste Meisterschaft seiner Geschichte einzufahren.

Nach einem knappen 67:66 (29:33)-Triumph bei den Eisvögeln Freiburg ist der letztjährige Vizemeister mit 2:0 in der best-of-five-Serie in Führung. Schon am kommenden Donnerstag, 20 Uhr, kann der Pokalsieger vor den eigenen Fans in der Badria-Halle das Double perfekt machen.

Fotos aus dem ersten Spiel:

Wasserburg gewinnt gegen Freiburg

Wie schon das erste Finale am Freitag war auch das Match in der ausverkauften Freiburger Unihalle eher etwas für Defensivfanatiker als für Offensivliebhaber. Freiburg und Wasserburg kämpften um jeden Zentimeter Boden, um jeden Ball, um jeden Rebound. Darunter litten Spielfluss und Spielkultur. „Völlig klar, das ist im Finale fast immer so. Kampf ist Trumpf“, meint Trainer Hans Brei dazu. „Wir waren heute lange zu passiv, wie gelähmt. Unsere Pässe waren überhastet oder absehbar, der Druck zum Korb nicht da. Erst in den letzten fünf Minuten haben wir den Willen in der Offensive gezeigt, der für ein solches Finale nötig ist.“

Harald Janson schickte den Außenseiter mit drei Änderungen zu Beginn ins Rennen: Julia Schindler, Charlotte Höre und die am Freitag enttäuschende Mirna Paunovic standen für Yvonne Turner, Franziska Höre und Nataljia Bondarenko in der Stammformation. Janson hatte vermutlich auf eine Trotzreaktion der erfahrenen Paunovic gehofft und er wurde nicht enttäuscht: die Bosnierin traf gleich ihren ersten Wurf und war damit voll in der Partie. Immer wieder zog sie zum Korb, wurde dabei gefoult und traf alle ihre sechs Freiwürfe ganz sicher. Angeführt von Paunovic und Centerkollegin Jahzinga Tracey, die wiederholt mit ihrer starken linken Hand erfolgreich war, erspielte sich Freiburg eine kleine Führung. Diese beiden Spielerinnen konnte Wasserburg im eins-gegen-eins nicht verteidigen und stellte Mitte des ersten Viertels auf die bewährte Zonenverteidigung um. Das half etwas, Jana Furková brachte die Gäste Anfang des zweiten Abschnitts erstmals in Führung (17:16). Das war allerdings nur ein Strohfeuer, denn sieben Punkte der Höre-Zwillinge und ein Sprungwurf von Turner brachten Freiburg die bis dahin höchste Führung des Matches (19:25/13. Minute). Die Gäste machten – wie schon am Freitag – zu viele Fehler im Spielaufbau. Mit zehn Ballverlusten in der ersten Halbzeit konnten die Coaches Brei und Wanda Guyton nicht zufrieden sein. Auch bei den Rebounds hatte Freiburg wieder leichte Vorteile. Insofern war das 29:33 zur Pause keine schlechte Ausgangsposition für die zweiten 20 Minuten. „ Da wir nicht gut gespielt hatten, hat uns der geringe Rückstand Mut gemacht. Uns war klar, je länger wir das Match offen halten können, desto nervöser wird Freiburg“, erklärte Brei.

Nach dem Wechsel wuchs der Rückstand zuerst weiter an (31:39/22.), ehe Svenja Brunckhorst und Rebecca Thoresen mit zwei Schnellangriffen verkürzten. Einen Dreier von Turner beantworteten Jessica Höötmann und Thoresen mit gleicher Münze – Wasserburg war wieder dran (43:44/27.), vergab aber mehrfach die Chance zum Ausgleich bzw. zur Führung. Freiburg ließ auf der Gegenseite aber auch Punkte liegen und kam vor allem gegen die Wasserburger Zone kaum mehr zu guten Würfen. Thoresen und Brunckhorst machten zu Beginn der letzten zehn Minuten endlich den Ausgleich (50:50/31.), doch Freiburg konterte. Nach Wasserburger Fehlwürfen punkteten die Gastgeberinnen dreimal in Serie – zuletzt durch Turner aus der Distanz (52:59/35.). Kapitän Thoresen leitete nach einer Auszeit die Wende ein. Nach ihrem erfolgreichen Sprungwurf fing Sequoia Holmes den anschließenden Freiburger Einwurf ab, machte den Korbleger und wurde dabei gefoult. Den Bonusfreiwurf versenkte die US-Amerikanerin ebenso – 57:59 (36.). Nach Körben von Tracey und Holmes war es erneut Thoresen, die den Pokalsieger nach langer Zeit wieder in Front brachte. Ihr Dreier aus vollem Lauf bei einem Schnellangriff ließ die Unihalle verstummen – 62:61. Turner antwortete ihrerseits mit einem Dreier, Thoresen machte den Ausgleich – 64:64 (38.).

Am Ende entschieden schließlich die Nerven. In den letzten zwei Minuten gab es Punkte nur noch an der Freiwurflinie. Charlotte Höre, Thoresen und Sarah Hayes trafen jeweils nur einen von zwei – 65:66, 45 Sekunden vor Schluss. Holmes blieb cool an der Linie und machte beide Würfe zum 67:66. Freiburg hatte noch einen Angriff: Tracey traf nicht, Höötmann konnte aber den Rebound nicht festhalten und so hatten die Eisvögel 1,4 Sekunden vor Ende nochmal Einwurf unter dem Wasserburger Korb. Der Ball sollte zu Hayes, doch die bekam die Kugel nie richtig zu fassen.

Der Jubel nach der Schlusssirene war riesengroß. Vor allem Thoresen und Holmes wurden von den Mitspielerinnen geherzt, zusammen waren die beiden für die letzten 15 Wasserburger Punkte verantwortlich. „Sie haben ihre Klasse, Nervenstärke und Power gezeigt. Holmes hat auch schon am Freitag im letzten Viertel zwei wichtige Dreier getroffen. So stellt man sich Führungsspieler vor“, lobte Brei.

Am Donnerstag, 20 Uhr, hat Wasserburg den ersten Matchball und will den natürlich nutzen. Denn die Erinnerungen an vergangene Saison sind noch zu frisch. Auch da führte Wasserburg 2:0, allerdings gegen Saarlouis und ohne Heimvorteil. Trotzdem: der letzte Sieg einer Serie ist immer der schwierigste. Freiburg hat am Donnerstag nichts mehr zu verlieren und kann völlig befreit aufspielen. Wasserburg will sich mit der Meisterschaft aber ein vorzeitiges Geschenk zu Ostern machen.

Es spielten: Rebecca Thoresen (19 Punkte), Sequoia Holmes (19), Svenja Brunckhorst (9), Jezabel Ohanian (5), Katharina Kühn (5), Jessica Höötmann (5), Jana Furková (4), Tiffany Porter-Talbert (1), Diana Pop, Christina Quaye und Verena Stürmlinger.

fd/Oberbayerisches Volksblatt

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Barth/MCW

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