EINWOHNER GEHÖRT

Wegestreit in Ramerberg: Bürger nutzen intensiv die Chance auf Stellungnahme

Ein etwa 800 Meter langer Weg, mit dem sich die Gemeinde Ramerberg seit langen Jahren herumquält: Zum Obersendlingerweg in Ramerberg (rote Markierung) wurde das Verfahren für eine Teileinziehung eingeleitet, bei der ihm in Teilbereichen „der Status einer öffentlich zugänglichen Verkehrsanlage“ entzogen würde, wie es im Amtsdeutsch heißt. Bis zum 7. Januar 2012 konnten die Ramerberger dazu Stellungnahmen bei der Gemeinde einreichen. Jetzt werden sie gesichtet. VG Rott
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Ein etwa 800 Meter langer Weg, mit dem sich die Gemeinde Ramerberg seit langen Jahren herumquält: Zum Obersendlingerweg in Ramerberg (rote Markierung) wurde das Verfahren für eine Teileinziehung eingeleitet, bei der ihm in Teilbereichen „der Status einer öffentlich zugänglichen Verkehrsanlage“ entzogen würde, wie es im Amtsdeutsch heißt.

Seit sieben Jahren gibt es in Ramerberg die Diskussion um den Obersendlinger Weg. Jetzt befindet sich der Wegestreit an einer entscheidenden Wegkreuzung. Die Frist für Bürgerstellungnahmen ist abgelaufen.

Ramerberg– Es gab zahlreiche Ortstermine, viele Schreiben zwischen Gemeinde, Anwälten, den Landwirten, die hier ihre Flächen bewirtschaften, und den Behörden, juristische Auseinandersetzungen, Schlichtungsversuche – und Beschwerden von Bürgern, die eine bessere Pflege des Weges wünschten, sowie von Grundeigentümern, die sich über Störungen durch die Wegenutzung ärgerten.


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Soll der Weg hergerichtet und für die Öffentlichkeit gesichert werden oder sollen Alternativen gesucht werden? Bis zum 7. Januar hatten die Ramerberger Bürger Gelegenheit, ihre Meinung in einzelnen Stellungnahmen bei der Gemeinde einzureichen.

Drei Monate waren für Stellungnahmen Zeit

„Es ist ein Dauerbrenner, und man sollte eine Lösung finden“, sagte Rechtsanwalt Sebastian Heidorn bei der Gemeinderatssitzung im August vergangenen Jahres. Er schlug damals vor, der Öffentlichkeit durch eine im Rathaus für drei Monate ausliegende Information Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben und auf diese Weise den Nutzerkreis zu ermitteln. „Anfang nächsten Jahres können die Verwaltung und der Gemeinderat einen Beschluss fassen, wie man mit dem Weg weiter umgeht“, so der Jurist.

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Und genau dort steht man jetzt in Ramerberg: Drei Monate lang konnten die Ramerberger ihre Stellungnahmen bei der Gemeinde abgeben. Ein großer Stapel mit Stellungnahmen liegt inzwischen bei Lisa Schwaiger, Sachbearbeiterin im Ordnungsamt der Verwaltungsgemeinschaft Rott, in der Amtsstube. „Bislang habe ich sie noch nicht zählen können, aber sie werden jetzt gesichtet und eingeordnet“, so Schwaiger.

Bürgermeister Manfred Reithmeier (Unabhängige Wähler Ramerberg, UWR) hat die Stellungnahmen gleich nach Rott weiterleiten lassen „Ich halte mich da absichtlich raus“, betonte er gegenüber unserer Zeitung. Er wolle damit jedem Gerede darüber, ob er auf die Schreiben Einfluss nehme, die Grundlage rauben. „Das geht jetzt alles seinen geordneten Gang und demnächst werden die Stellungnahmen im Gemeinderat abgewogen und dann wird entschieden, ob es tatsächlich zur Einziehung und damit zur Aufgabe des Weges kommt“, erklärt das Gemeindeoberhaupt.

Bürgerinitiative hat 152 Stellungnahmen gezählt

Ganz genau gezählt hat Gabriele Scherfler die 152 Stellungnahmen, die bei der Bürgerinitiative „Pro Obersendlinger Weg“ eingegangen sind und allesamt für den Fortbestand des Weges plädiert hätten. Die habe sie termingerecht an die Gemeinde weitergeleitet.

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