Weinfest mit Neuem und Bewährtem

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"Auf ein gutes Gelingen": In der Herrengasse gibt es heuer bei drei Lokalen den gleichen Festwein und eine gemeinsam engagierte Band. Die Betreiber von Café Central, Herrenhaus und Stechl-Keller hoffen, mit ihrer Zusammenarbeit in den kommenden Jahren mehr und mehr Kollegen anstecken zu können, wollen so die Qualität des traditionellen Weinfestes sichern.

Wasserburg - Ein Weinfest in Oberbayern, dem Land der Biergärten und Maßkrüge? Ja, denn Weintradition gibt es in Wasserburg genug.

Vor rund 550 Jahren sind 43 Weinschänken in der Stadt nachzuweisen. Weswegen das Weinfest bis heute das Fest der Wirte ist.

Zwei Dutzend Wirte beteiligen sich am morgigen Weinfest, 3200 Plätze haben sie beim Organisator, dem Fremdenverkehrsverein, angemeldet. Die ganze Altstadt verwandelt sich am Abend in eine Festmeile und nicht nur kulinarisch dürfte für jeden etwas dabei sein.

Wie immer spielen diverse Bands, so dass jeder Gast seine Musikrichtung und -lautstärke finden sollte. Den musikalischen Auftakt des Festes bestreitet - direkt vor der Weinfesteröffnung durch Bürgermeister Michael Kölbl - traditionell die Stadtkapelle mit einem kleinen Standkonzert ab 18.45 Uhr vor dem Rathaus.

Was es vor dem Rathaus nicht mehr gibt, das ist der "Weinbrunnen". Denn der war ursprünglich eine "Probierstube" für den Festwein - den es nicht mehr gibt - und wurde dann von einem Verein betrieben. "Und das war nicht Sinn der Sache", so der stellvertretende Fremdenverkehrsvereinsvorsitzende Bernhard Tröstl. Deswegen wurde der Weinbrunnen dieses Jahr gestrichen.

Nicht gestrichen, aber in den letzten Jahren sanft eingeschlafen ist die zu Zeiten der "venezianischen Nacht" eigentlich einmal traditionelle Beleuchtung der Altstadt. Die möchte der Fremdenverkehrsverein wieder beleben, lobt deswegen für eine besonders stimmungsvolle Beleuchtung ein "kleines Dankeschön", so die Vorstandschaft, aus.

Überhaupt, die Weinfesttradition: Derer nehmen sich im Kernbereich des Festes drei Lokale besonders an, "die sollte man hoch halten" sagt Peter Fichter im Namen auch von Tröstl und vom Quartett des Herrenhauses. Dass aus Individualität Beliebigkeit wurde, da wollen sie gegensteuern, "das Angebot des Weinfestes insgesamt besser koordinieren und damit die Qualität sichern und heben", wie es Maria Schmid formuliert. Die drei Lokale haben eine gemeinsame Band engagiert und sich auf einen gemeinsamen Festwein geeinigt.

Und dabei einen Coup gelandet, denn sowohl der weiße als auch der rote Festwein stammen von Top-Winzern. Die Brüder Dreissigacker gelten als neue Stars ihrer Branche, räumen überall Preise ab. Und sie liefern den Wein für Stechl-Keller, Café Central und Herrenhaus. Der rote Cabernet-Merlot "Pfandturm" kostet am Weinfest 14 Euro pro Flasche, der Weißburgunder "Wingert" zwölf Euro - "wegen der Abnahmemenge haben wir eine super Preis für einen Spitzenwein bekommen", freut sich Wein-Fan Fichter. "Und im Vergleich zum Vorjahr legen wir echt noch einen drauf", bestätigt Tröstl. Was die Truppe besonders freut: Jochen Dreissigacker, der Weißburgunder-Lieferant aus Rheinhessen, fand die Idee eines Weinfestes in Oberbayern so spannend, dass er sich das morgen selber anschauen und mitfeiern will.

Fichter, Tröstl und das Herrenhaus-Quartett hoffen, dass sich im kommenden Jahr noch mehr Wirte auf einen gemeinsamen Spitzenwein einigen können. Und die Resonanz einiger Kollegen sei durchaus positiv. "Denn die, die Restbestände nach dem Weinfest nicht in ihren Lokalen verkaufen, können den Wein zurück geben", so Anne Schatzl.

Noch Zukunftsmusik: Warum nicht jedes Jahr einen Festwein aus einem anderen Land und auch das Essensangebot etwas darauf abstimmen? Dann gibt es, mit Weinen und Spezialitäten aus dem Veneto, vielleicht mal wieder eine "venezianische Nacht"...

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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