Wenig Wasser - kein Problem

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Ziemlich niedrig, aber noch nicht extrem niedrig, ist der Wasserstand im Inn derzeit trotz der anhaltenden Trockenheit.

Wasserburg - "Der trockenste November seit Beginn der Wetteraufzeichnung", so liest, hört und sieht man es in letzter Zeit überall. Inwiefern schadet der geringe Niederschlag der Region?

Schon seit einem guten Monat hat es nicht mehr geregnet, dem sehr nassen Sommer folgte ein sehr niederschlagsarmer Herbst. Immer mehr hört man, dass fehlender Regen gefährlich werden könnte. Der Brand am Sylvensteinspeicher, gegen den die Feuerwehr lange machtlos war, dient als Beispiel. Fachleute halten die Konsequenzen für die Region um Wasserburg jedoch für überschaubar.

Dem Wald zum Beispiel geht es gut. Die Bäume zehren nach Angaben des Amtes für Landwirtschaft und Forsten (ALF) noch von dem Wasser, das der Boden während des nassen Sommers gespeichert hat. Ein Vorrat, der laut ALF etwa 20 bis 30 trockene Tage reicht. Dazu kommt noch der Nebel, den so viele Autofahrer verwünschen, der aber den Bäumen sehr zugute kommt.

Leichte Probleme haben nur die Nadelbäume, sie sind aufgrund des vielen Sonnenscheins gezwungen zu transpirieren und sich damit "auf Betriebstemperatur" herunter zu kühlen. Wenn das Wasser im Boden nicht mehr reicht, ist der Nebel die Alternative: Er hält die Nadeln feucht und kalt und die Nadeln können das Wasser aufnehmen. Waldbrandgefahr gibt es laut ALF vor allem im Gebirge, die regionalen Wälder sind davor weitgehend sicher. Noch reiche die Bodennässe aus.

"Der warme Boden hilft auch den Bauern", so Landwirt Sepp Baumann, zusammen mit der hohen Feuchtigkeit führte das dazu, dass die Wintersaat gut aufging. Außerdem würden erfahrungsgemäß die Wasserspeicher im Winter wieder aufgefüllt.

Am deutlichsten sichtbar ist der geringe Niederschlag der letzten Wochen am Inn. Dieser führt zurzeit wenig Wasser, aber noch sind es keine extremen Werte. Der Pegel sank nach Angaben des Gewässerkundlichen Dienstes zwar von 150 Zentimetern am Samstag auf 119 Zentimeter am Montag ab, nun wird jedoch wieder eine leichte Wasserzunahme prognostiziert. Der Vorhersage des Hochwassernachrichtendienstes Bayern nach wird in den nächsten Tagen der Pegel die 150-Zentimeter-Marke wieder erreichen.

Solch niedrige Wasserstände wie in diesem Monat gab es laut Klaus Moritz vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim immer wieder, es sei nichts Ungewöhnliches. Der Pegel des Wasserburger Grundwassers liege zwar schon im Bereich "niedrig", eine Wasserknappheit sei aber nicht zu befürchten.

"Die Stromerzeugung ist besser als von der Witterung her zu erwarten wäre" meint Klaus Schöler vom Verbund, Eigentümer der Staustufe. "Die Wasserführung und somit die Stromerzeugung liegt in den Monaten Oktober und November im Schnitt knapp fünf bis zehn Prozent über der Regelerzeugung". Zurückzuführen sei dies auf die Speicherkraftwerke in Tirol, die sich positiv auf die Wasserführung im bayrischen Inn und damit die Stromerzeugung auswirkten.

Bleiben noch die vielen kleinen Gewässer in unserer Nähe, die kleinen Seen und Bäche. Für diese Binnengewässer besteht "keine Gefahr", sagt Franz Göpfert, Vorsitzender des Kreisfischereivereins Wasserburg. "Durch die Kälte ist das wenige Wasser kein Problem, im Sommer wäre das natürlich der GAU". Zwar führten auch die Bäche "narrisch wenig" Wasser, eine Gefährdung der Fische kann Göpfert aber ausschließen.

Während andere Regionen zum Teil schon mit den Auswirkungen des ausbleibenden Niederschlags konfrontiert werden, gibt es für die Region um Wasserburg noch keine konkreten Probleme. Problematisch könnte es erst werden, sollte der für das Wochenende prophezeite Regen noch länger ausbleiben.

Lukas Steffinger (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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