Weniger Gewerbesteuer als erwartet

Wasserburg - Wermutstropfen in einer durchwegs positiven Bilanz: 2011 wird Wasserburg deutlich weniger Gewerbesteuer einnehmen als geplant.

Das war eine der wenigen negativen Überraschungen in der ansonsten weitgehend positiven Bilanz, die Bürgermeister Kölbl bei der ersten Bürgerversammlung zog.

7,7 Millionen Euro Gewerbesteuer hatte der Kämmerer im vergangenen Winter nach den Angaben der Unternehmen für 2011 eingeplant. "Das werden wir wohl nicht erreichen", informierte Michael Kölbl die rund 50 Besucher der Altstadt-Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus. Es habe unter anderem die Korrektur eines Unternehmensziels nach unten gegeben, präzisierte Kämmerer Konrad Doser auf Nachfrage der Redaktion, "so dass wir jetzt auf sieben Millionen hoffen." Trotzdem bleibt die Neuverschuldung voraussichtlich bei 720.000 Euro. Und es werden den vier Millionen Euro Schulden der Stadt am Ende rund 6,7 Millionen Rücklagen entgegen stehen.

Abgesehen von der negativen Steuerentwicklung gab es überwiegend ein positives Bild der Entwicklung in Wasserburg, die der Bürgermeister in mehreren Blöcken skizzierte. So sah er deutliche Fortschritte beim "Energiedialog Wasserburg 2050", vor allem auch durch das Engagement der Stadtwerke, die verstärkt in regenerative Energiequellen investieren.

"Ungeheuer viel" habe sich in den letzten zehn Jahren im Bereich Soziales und Bildung getan: Mittagsverpflegung gibt es jetzt an allen städtischen Schulen und Kindertagesstätten, Ganztagesunterricht wird ebenfalls zum Standard. Ab 2012 unterstützt der neue Familienpass Eltern und Kinder.

Noch immer in der Planungsschleife steckt dagegen die Sanierung des Haupt-, jetzt Mittelschulbaus aus dem Jahr 1968. Hier legte sich Kölbl auch nicht auf einen Beginn des auf zwölf Millionen Euro geschätzten Projektes fest. Dafür ist der Umbau des Bahnhofsplatzes abgeschlossen - mit Busbahnhof eine Investition von 2,8 Millionen Euro.

Nur kurz gestreift wurde die Stilllegung der Altstadtbahn. Stattdessen weckte Kölbl Vorfreude auf einen Bahn-Stundentakt von Reitmehring weg in alle Richtungen ab Dezember 2013.

Die Besucher quittierten das alles mit freundlichem Applaus. Weniger zustimmend ging es dagegen in der Diskussion her, deren Hauptthema war, dass die Altstadt mit ihrem historischen Erscheinungsbild erhalten werden muss. Speziell beim Projekt Fletzinger-Sanierung hatten da einige Besucher große Sorgen: Um den Biergarten im Besonderen, aber auch allgemein, ob eine "überzogene, nicht sensible Lösung verhindert werden kann", so ein Besucher.

Der Stadt liege noch keine abschließende Planung vor, so Bürgermeister Kölbl, dem auch wichtig war, dass es weiterhin das Hotel Fletzinger gibt. "Und natürlich sehen wir den Denkmalschutz als eine unserer Hauptaufgaben."

Das gilt auch im zweiten angesprochenen Fall, der Umgestaltung des Burghofes. Dass hier ausgerechnet der Staat selbst als Besitzer die Belange des Denkmalschutzes missachten könnte, wollte man nicht hinnehmen. Eine Komplett-Asphaltierung der Fläche, wie offensichtlich vorgesehen, werde man zu verhindern versuchen.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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