Weniger Unfälle, mehr Tote

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Drei junge Männer aus Rumänien kamen am 21. Februar 2011 auf einem Autobahnparkplatz nahe Flintsbach ums Leben.

Rosenheim/Landkreis – Auf diesen traurigen Nenner lässt sich die Verkehrsunfallbilanz 2011 bringen, die das Polizeipräsidium Oberbayern Süd jetzt vorgelegt hat.

Kamen 2010 auf den Straßen in Stadt und Landkreis Rosenheim 13 Menschen ums Leben, so waren es im vergangenen Jahr 16.

Es sind nüchterne Zahlen, die die Verkehrsunfallbilanz präsentiert – und doch stecken hinter den bloßen Fakten immer auch menschliche Schicksale. So wie bei dem wohl folgenreichsten Unfall, der sich im vergangenen Jahr in der Region ereignet hat: Am 21. Februar 2011 kamen drei junge Männer aus Rumänien ums Leben, als ihr VW Golf auf dem Parkplatz „Gletschergarten“ an der Inntalautobahn bei Flintsbach ungebremst gegen das Heck eines stehenden Sattelschleppers prallte.

Die drei Rumänen waren bei weitem nicht die einzigen Verkehrsopfer, die im vergangenen Jahr zu beklagen waren. Insgesamt starben 2011 auf den Straßen von Stadt und Landkreis Rosenheim 16 Menschen, drei mehr als im Jahr zuvor. Doch trotz dieses traurigen Anstiegs lag die Zahl der Verkehrstoten deutlich unter dem Niveau früherer Jahre. Zum Vergleich: 2009 waren es noch 19 Todesopfer gewesen, 2005 sogar 21.

Rund 3500 Kilometer umfasst das Netz aus Autobahnen, Bundes-, Staats-, Kreisund Gemeindestraßen in Stadt und Landkreis Rosenheim. Im vergangenen Jahr ereigneten sich hier 8217 Unfälle, 267 weniger als 2010. Im Schnitt krachte es also jede Stunde einmal. Dabei wurden 1990 Menschen verletzt (minus 147). Statistisch gesehen gab es damit jeden Tag 5,5 verletzte Menschen im Straßenverkehr.

Die Polizei hat in ihrer Bilanz die Hauptunfallursachen aufgeschlüsselt, allerdings bezogen auf den gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums, der neben Stadt und Landkreis Rosenheim weitere acht Kreise umfasst. Hauptunfallursache war demnach mit 23,3 Prozent „Abbiegen/Wenden“, gefolgt von „mangelndem Sicherheitsabstand“ mit 9,5 Prozent. Es folgen die Unfallgründe „Geschwindigkeit“ (8,1 Prozent), „Vorfahrt/Vorrang“ (7 Prozent), „Überholen“ (3,1 Prozent) sowie „Alkohol“ (1,9 Prozent). Fast die Hälfte (47,1 Prozent) sind „sonstige Ursachen“. Dahinter verbergen sich Dutzende von verschiedenen Auslösern, die von verlorenen Ladungen über technische Mängel bis hin zu Gesundheitsproblemen hinter dem Steuer reichen.

Kontrollschwerpunkt Geschwindigkeit

Das Polizeipräsidium Rosenheim kündigte an, die Verkehrsüberwachung weiter ausbauen zu wollen. Schwerpunkte werden demnach die Bereiche Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen sowie die Einhaltung von Verkehrsvorschriften sein, vor allem bei Rad- und Motorradfahrern. Doch schon im vergangenen Jahr wurde fleißig kontrolliert. So führten die Beamten allein 8006 Geschwindigkeitsmessungen durch. 4,2 Millionen Fahrzeuge durchliefen dabei die Kontrollstellen. Bei Verkehrssicherheitsüberprüfungen wurden insgesamt 2212 Fahrzeuglenker aus dem Verkehr gezogen, die alkoholisiert am Steuer saßen. 352 weitere Fahrer standen nach Angaben der Polizei unter Drogeneinfluss.

ku/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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