Wenn der Müll-Detektiv zuschlägt

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Ins Dunkel der Container sollen die Müll-Detektive Licht bringen, die regelmäßig an den Wertstoffinseln im Einsatz sind.

Wasserburg - Rund 200-mal im Jahr werden in Wasserburg "Müllsünder" an den Wertstoff-Containern ertappt. Immer wieder gibt es Diskussionen, wenn der Bußgeldbescheid kommt.

74 Euro musste Marianne D. zahlen - und das nur, weil sie neben echten Wertstoffen einen Beutel mit Müll aus dem Bad - Wattestäbchen und Tempos - in den Wertstoffcontainer eingeworfen hatte. So jedenfalls schildert sie die Situation. Der dort wartende "Detektiv" allerdings zog auch noch eine Kinderhose und einige Zeitschriften heraus. "Das war nicht von mir, das habe ich nie hineingeworfen", beteuert die Rentnerin.

Für Bernhard Schachner, den Müll-Sachbearbeiter der Stadt, ist das Alltag. Die allermeisten Ertappten würden so reagieren, wenn sie die "Anhörung" erhalten. Widersprüche gegen die dann folgenden Bußgeldbescheide allerdings gebe es so gut wie nicht mehr. "Nur in der Anfangszeit der Überwachung sind wir noch ein paarmal vor Gericht gelandet, haben aber praktisch immer gewonnen", so Schachner.

Auch Marianne D. verzichtete auf Rechtsmittel. Immerhin war der Bademüll ja ein Verstoß gegen die Müllsatzung der Stadt, denn der gehört in die Restmülltonne. Trotzdem fragt sich die Wasserburgerin, wie sie sich im Fall der Fälle wehren könnte.

Für die Stadt ist das kein Thema. Denn ein Verfahren werde nur eröffnet, "wenn die Sache hundertprozentig ist", versichert Bernhard Schachner. So sind die Detektive immer zu zweit vor Ort, es wird fotografiert und gefilmt, worauf an den Wertstoffinseln auch hingewiesen wird. In die Container werde von den Kontrolleuren eine Plastikplane eingelegt, so dass nachher genau zu kontrollieren sei, was neu eingeworfen wurde, schildert Schachner das Vorgehen.

Genau daran hat die zuletzt Erwischte so ihre Zweifel. "Die können mir doch alles unter die Nase halten, was da drin liegt", ärgert sie sich. Von ihr sei der meiste ihr zur Last gelegte Müll jedenfalls nicht gewesen. "Das ist absolut wasserdicht", ist dagegen Bernhard Schachner überzeugt, und: "Es ist halt immer peinlich, wenn man erwischt wird."

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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