Wenn das Schauspieltalent in den Genen liegt

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Ganz normale Buben sind Jonas (links) und Thomas Wittmann (auf dem Foto mit Mutter Maria) geblieben, auch wenn sie für hochkarätige Regisseure vor der Kamera stehen.

Lengdorf/Edling - Jetzt hat das Fieber auch den Jüngsten gepackt: Jonas Wittmann ist genau wie sein Vater und die älteren Brüder unter die Schauspieler gegangen und dreht mit bekannten Regisseuren.

Zwei Wittmänner stehen auf der Bühne, zwei vor der Kamera. Der Lengdorfer Helmut Wittmann und seine ältesten Söhne Julian und Thomas sind begeisterte Schauspieler. Bei so viel familiärer Vorbelastung ist es kein Wunder, dass jetzt auch der jüngste Wittmann-Spross vor der Kamera steht. Der sechsjährige Jonas dreht derzeit mit Franz Xaver Bogner Szenen für "München 7".

Während die neuen Folgen der beliebten Serie um die beiden Polizisten Xaver Bartl und Felix Kandler erst im nächsten Jahr gesendet werden, ist Thomas, der 14-jährige Bruder von Jonas, bereits in wenigen Tagen auf der Leinwand zu sehen. Am 18. August kommt "Sommer in Orange" ins Kino. Thomas spielt in dem neuen Film von Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt, ist länger tot") einen Mitschüler von Hauptfigur Lili, die zu Beginn der 1980er Jahre mitten in Oberbayern in einer Wohngemeinschaft von Bhagwan-Anhängern lebt.

Doch Jonas und Thomas sind nicht die Einzigen, die in der Familie vom Schauspielen begeistert sind. Vater Helmut und der 18-jährige Julian verkörperten im letzten Herbst in "Tannöd", einer vielbeachteten Aufführung der Minghartinger Bühne, zentrale Rollen. Julian, dessen weitere Leidenschaft dem Texten und Komponieren von Mundart-Liedern gilt, steht außerdem im Schultheater der Fachoberschule Erding auf der Bühne.

"Nur ich hab mit Schauspielen nichts am Hut", verrät Maria Wittmann. Dafür ist sie umso mehr beschäftigt, Beruf, Familienleben und Drehtage ihrer Buben unter einen Hut zu bringen. Bei den Dreharbeiten für "München 7", die noch bis Ende August dauern, sind Helmut oder Maria Wittmann nämlich als Aufsichtspersonen immer mit von der Partie. Weil Jonas mit seinen sechs Jahren nicht länger als fünf Stunden am Set sein darf, stehen 13 Fahrten nach München auf dem Programm der Wittmanns. "Da muss man schon sehr flexibel sein, weil wir oft nur einen Tag vorher erfahren, dass und wo gedreht wird", erzählt Maria Wittmann.

Zu der Rolle des Maxi, dem Filmneffen von Andreas Griebl, ist Jonas über seine Agentur gekommen. "Franz Xaver Bogner hat den Jonas vom Fleck weg engagiert", berichtet Maria Wittmann. Eigentlich habe Bogner ja einen älteren Buben gesucht, der den sechsjährigen Neffen von Filmpolizist Bartl darstellen sollte. An Jonas habe dem Erfolgsregisseur gefallen, dass der so natürlich vor der Kamera agiert und sofort begriffen habe, worauf es ankommt. Jonas selbst findet vor allem die Dreharbeiten im Revier spannend, "weil es dort Polizisten gibt".

Thomas Wittmann wurde im letzten Jahr sogar direkt von Marcus H. Rosenmüller eine Rolle in dessen neuem Film angeboten. Schließlich hat er schon einmal in einem Film des Regisseurs mitgespielt. In "Perlmutterfarbe", der vor gut zwei Jahren in die Kinos kam, mimte Thomas die Zwillinge Heini und Hugo. Die Rolle in der Komödie "Sommer in Orange", in der Mantras auf Blasmusi treffen, ist zwar kleiner, habe ihm aber viel Spaß gemacht. "Ich ärger' die Lili, weil sie nicht boarisch sprecha koa", sagt Thomas über seinen Filmpart.

Trotz des Erfolgs auf der Leinwand sind die Wittmann-Buben bodenständig geblieben. "Wir haben immer gesagt, es ist schön, wenn etwas nachkommt, wenn nicht, war es halt eine schöne Erfahrung", sagt Maria Wittmann über Thomas' Karriere. Der 14-Jährige will zunächst die Realschule in Erding beenden, um dann wie sein älterer Bruder Julian auf die FOS zu wechseln. Am liebsten würde er danach eine Schauspielschule besuchen oder "etwas in Richtung Film und Medien machen", erzählt er. Einen Film über die Klassenfahrt nach Florenz hat er bereits geschnitten. Und für Jonas beginnt mit der ersten Klasse der Grundschule in Lengdorf im Herbst der so genannte Ernst des Lebens. Sein Berufsziel steht allerdings schon fest: "Polizist oder Schauspieler" möchte der Sechsjährige werden.

Neben Schule und Dreharbeiten spielen die beiden übrigens am liebsten Fußball, wie es sich für ganz normale Buben ihres Alters gehört.

Anne Huber (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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