Wir werden immer älter

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Die Bevölkerungspyramide im Landkreis Rosenheim wird sich in den nächsten 20 Jahren immer mehr zum Pilz entwickeln.

Rosenheim/Landkreis - Ein Blick in die Zukunft und eine düstere Prognose. Wir werden immer mehr und vor allem - wir werden immer älter.

Einen Blick in die Zukunft Bayerns hat das Landesamt für Statistik geworfen und vor wenigen Tagen eine Prognose über die Entwicklung der Bevölkerung in Bayern bis zum Jahr 2030 veröffentlicht. Das Ergebnis für Stadt und Landkreis Rosenheim: Wir werden immer mehr und vor allem - wir werden immer älter. Der demografische Wandel wird die Region voll treffen.

Auf den Norden Bayerns kommen in den nächsten 20 Jahren massive Veränderungen zu, so jedenfalls das bayerische Landesamt für Statistik. Die Bevölkerungszahlen werden dort deutlich zurückgehen. Stadt und Landkreis Rosenheim bleiben dagegen - wie übrigens Oberbayern insgesamt - weiter auf Wachstumskurs, was die Zahl der Menschen betrifft. Wenn die Vorausberechnungen der Statistiker eintreffen, wird die Zahl der Bewohner im Landkreis Rosenheim von 249 800 im Jahr 2010 auf 256 400 im Jahr 2030 steigen, was einem Plus von 2,7 Prozent entspricht. Auch in der Stadt Rosenheim wird die Einwohnerzahl weiter nach oben gehen, von derzeit 61 299 auf 62 800 (plus 2,5 Prozent).

Interessant ist aber, woher laut Prognose der Zuwachs kommen soll: Im Landkreis würde die Bevölkerung eigentlich um 7,7 Prozent schrumpfen. Doch dem steht eine Zuwanderung von 10,3 Prozent entgegen. Auch in der Stadt Rosenheim fängt bis 2030 die Zahl der Zugezogenen (plus 4,1 Prozent) den Bevölkerungsrückgang (minus 1,6 Prozent) auf. Woher dieser Zuzug kommen wird - aus anderen Regionen Bayerns, aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland - ist in der Berechnung nicht aufgeschlüsselt.

Trotz dieser eher beruhigenden Aussichten in Sachen Einwohnerzahlen, die wohl in erster Linie der wirtschaftlichen und touristischen Anziehungskraft von Stadt und Landkreis geschuldet ist, wird es zu einschneidenden Veränderungen kommen: Der viel beschworene demografische Wandel wird auch hier voll zuschlagen: Die Zahl der jungen Menschen geht zum Teil dramatisch zurück, dafür steigt der Anteil der älteren Menschen massiv an. Verantwortlich dafür sind die steigende Lebenserwartung und vor allem die geburtenstarken Jahrgänge, die bis 2030 ins Rentenalter kommen.

Ein Blick auf die prognostizierte Entwicklung der verschiedenen Altersgruppen im Landkreis: Unter 18-Jährige: minus 13,5 Prozent (Stadt Rosenheim: minus 3,6 Prozent); 18- bis 39-Jährige: minus 7,3 Prozent (Stadt Rosenheim: minus 2,8 Prozent), 40- bis unter 64-Jährige: minus 5,6 Prozent (Stadt Rosenheim: minus 6,3 Prozent); 65-Jährige und älter: plus 46,4 Prozent (Stadt Rosenheim: plus 30,6 Prozent).

Anschaulich wird die Entwicklung auch durch einen anderen statistischen Wert: das Durchschnittsalter. Heute ist der durchschnittliche Bürger im Landkreis Rosenheim 42,9 Jahre alt, in 20 Jahren soll der Wert 47,5 Jahre betragen. In der Stadt Rosenheim steigt das Durchschnittsalter von heute 43,1 auf 45,8 Jahre.

Ein Blick in den Landkreis Traunstein: Dort soll die Bevölkerung geringfügig schrumpfen, von 170 521 Personen auf 169 200.

Das Landesamt für Statistik weist darauf hin, dass die Prognosen keine exakten Vorhersagen sind, sondern zeigen, wie sich Bevölkerungszahl und Altersaufbau unter auf heutigen Erkenntnissen beruhenden Annahmen entwickeln würden. Dafür wurden bisherige Entwicklungen in die Zukunft fortgeschrieben.

Klaus Kuhn/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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