"Wir haben die beste Trasse gefunden"

Wasserburg - 2,6 Millionen Euro versenkt die Stadt demnächst im Boden. Nicht dass der Kämmerer einen Schatz verbuddelt, nein, das Geld wird in den Anschluss der südlichen Stadtteile an die Kläranlage investiert.

Fast fünf Jahre ist es her, dass Kläranlagenreferent Hans Köck (CSU) anmahnte, den Zustand der Atteler Kläranlage doch einmal genauer zu betrachten. Gut vier Jahre später fiel der Grundsatzbeschluss, die Kläranlage nicht zu sanieren sondern den Süden des Stadtgebietes an die große Kläranlage in der Odelshamer Au anzuschließen.

Aber auf welchem Weg? Mehrere Trassen samt Varianten wurden untersucht, die meisten führten entlang der B15. Mal mit Unterquerung, mal ohne. Bis der dauerradelfahrende Stadtbaumeister eine Trasse über Gut Gern vorschlug. Für die entschied sich die Planungsgruppe dann letztendlich, auch weil hier der Kanal komplett über öffentlichen Grund verlegt werden kann, keine Grunddienstbarkeiten bei Privatleuten nötig sind.

Dierk Bauer vom Ingenieurbüro Hossfeld stellte die Planung jetzt im Stadtrat vor. Die Ortsteile Elend, Attel und die Stiftung hängen mit ihren Kanälen schon an einer gemeinsamen Pumpstation, da ändert sich nichts. In Limburg und Kornberg werden zwei Pumpstationen nötig, kurz hinter Kornberg kann dann eine Freispiegelleitung - also ein Kanal, der das natürliche Gefälle nutzt - über Au und Reisach nach Gern und zum Inn-Salzach-Klinikum gebaut werden, die dort auf den großen Sammler trifft, der auch die Reitmehringer Abwässer gen Kläranlage bringt.

Die Trasse hat laut Bauer neben den geringeren Kosten auch den Vorteil, unabhängig von weiteren Kanalbaumaßnahmen in Reitmehring - vor allem einer möglichen Erweiterung des Baugebietes Schmiedwiese - zu sein. Es gibt keine Anlieger, die sich vom Geruch belästigt fühlen und die Bauarbeiten sind weg von der B15 und damit weit weniger gefährlich sowie schneller durchzuführen.

Die Kosten bezifferte Bauer mit rund 2,6 Millionen Euro, das ist eine knappe Million weniger, als eine Sanierung der Atteler Kläranlage gekostet hätte. Zuschüsse gibt es nur für Limburg, Kornberg, Au und Reisach, die neu angeschlossen werden. Bauer ging von etwa einer halben Million Euro aus. Im kommenden Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen.

Lorenz Huber (Bürgerforum) bekannte, dass er persönlich die ganze Sache Wahnsinn finde, aber der Anschluss an Wasserburg sei tatsächlich wirtschaftlicher, deswegen werde er zähneknirschend zustimmen. Er wollte wissen, was mit den Anwesen in Heberthal und am Atteler Innufer passiere. Diese bleiben außen vor, werden nicht angeschlossen.

Andreas Roder (Wasserburger Block) waren beim Kanalbau von Reitmehring aus entlang der B15 sehr viele Revisionsschächte aufgefallen. An der jetzt vorgestellten Trasse würden es weniger, versicherte Bauer.

Das Fazit des Kläranlagenreferenten Köck: "Ich glaube, wir haben die beste Trasse gefunden."

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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