Es wird einfach nicht weniger Müll

+
Grenzwertig war das Einsammeln für alle Helfer entlang der Alkorstraße.

Wasserburg - Jedes Jahr wieder wird bei der Aktion "Saubere Stadt" ein Riesenhaufen Müll zusammengetragen, so auch am Samstag.

Frühjahrsputz war angesagt, und zwar im gesamten Stadtbereich. Bürgermeister und Verwaltung hatten mit dem Aktionsbündnis Rio Konkret wieder zur traditionellen "Aktion saubere Stadt" gerufen. Rund 200 Freiwillige, darunter auch erfreulich viele Jugendliche, und selbst eine Familie mit vier Generationen, der Jüngste dabei ein halbes, der Senior 85 Jahre alt, waren gefolgt: Schüler des Förderzentrums, die Jugend von Bund Naturschutz, Feuerwehr, Basketball und noch einige andere Organisationen. Sie alle wollten nicht länger zusehen, wie das Ortsbild vom Wohlstandsmüll verunstaltet wird, und rückten für einige Stunden mit Greifzange und Abfalltüte "bewaffnet" allem Weggeworfenen auf Straßen und in der Natur zu Leibe.

Unterstützt von Bauhofleiter Guido Zwingler und seinen Leuten wurde das Stadtgebiet ab 8 Uhr planquadratmäßig durchkämmt. Ans Tageslicht kamen wieder die unmöglichsten Dinge. Im Inn hatte jemand seinen Computer "entsorgt". Gut versteckt hinter dem Parkhaus "vergaß" ein fleißiger Austräger offensichtlich gleich einen ganzen Stapel adressierter und bereits beglichener Kataloge. Entlang des Inndamms wurden ein vergrabenes Schlauchboot und zig Schuhe gefunden, Autofelgen, Spraydosen und Mehrwegflaschen im übrigen Stadtgebiet.

Stattlich war auch die Zahl der Hundekotbeutel, die vorbildlichst befüllt statt in der Hundetoilettenbox kurzerhand hinter dem Inndamm oder in der grünen Wiese landeten. Als grenzwertig erwies sich die Situation auch rund um die Parkplätze in der Alkor- und Pfarrer-Neumair-Straße. Die Basketballjugend, die diesen Bereich durchkämmte, stand vor einer Herkules-Aufgabe: Müll von der übelsten Sorte in rauen Mengen. Die Ursache für diesen Missstand, so wird vermutet, ist bei den Fahrern der zahlreichen Transit-Lkws zu suchen, die hier ihre Gefährte jeweils für einige Stunden parken und sich unter anderem der "unliebsamen Last" entledigen.

Nicht recht viel besser sah es in der Bürgermeister-Neumeier-Straße und auf den Rastplätzen entlang der Staatsstraßen aus. Im Gebüsch lagerte weggeworfener Müll zuhauf, mitunter deshalb, weil Abfallkörbe fehlen, wie bemängelt wurde.

Riesig war schließlich der Müllhaufen, den die Fleißigen im Bauhof zusammen getragen hatten, eher ernüchternd die Feststellung, dass die gesammelte Menge von einer Aktion zur nächsten nicht weniger wird. "Die Moral in der Bevölkerung sinkt, das egozentrische Denken wächst", so der Kommentar eines Sammlers.

Die Stadt bedankte sich bei allen Helfern mit einem ordentlichen Mittagessen. Der Verpflegungszug des Roten Kreuzes hatte für Nudeln mit Tomatensoße gesorgt, Getränke spendierte die Brauerei Forsting und Eis das Venezia.

tro/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser