Wo wird die Ortsumgehung verlaufen?

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Die gelbe Trasse ist die bevorzugte des Obinger Gemeinderates.

Obing - Flagge zeigen müsse der Obinger Gemeinderat jetzt bei der Detailplanung der Orstumgehung. Das mahnte der Chef des Straßenbauamtes an.

Straßenbauamtsdirektor Sebald König war wohl etwas enttäuscht darüber, dass die Gemeinderäte nicht bereit waren, schon am Abend der ersten öffentlichen Vorstellung ihre Zustimmung zu der Vorentwurfsplanung des Staatlichen Bauamts Traunstein zu geben.

Gemeinderätin Fanny Mayer lobte die Vertreter der Behörde für das hohe Tempo der Planung; doch jetzt sei es an der Zeit, die Bürger einzubeziehen, meinte sie und beantragte eine öffentliche Informationsveranstaltung, bei der alle mitreden könnten, nicht nur die Gemeinderäte.

Dass es den Gemeinderäten an Begeisterung für den vorgestellten Entwurf mangelte, lag vor allem an zwei Punkten: Das Straßenbauamt will das gesamte westliche Teilstück der Umgehungsstraße bis Jepolding auf einem bis zu sechs Meter hohem Damm verlaufen lassen. Im östlichen Bereich unterscheidet sich die Planung nur wenig von der ursprünglichen Flächennutzungsplantrasse und die Straße würde nur 140 Meter von Jepolding entfernt sein. Dagegen hat sich das Bauamt nördlich von Pfaffing mit der von ihm als Planungsgrundlage genommenen Trasse (im Bild rot) tatsächlich bis auf 250 bis 500 Meter von der Bebauung entfernt.

Übereinstimmend favorisierten die Gemeinderäte die Trasse Nord 1 (im Bild gelb), die sowohl bei Pfaffing als auch bei Jepolding weiter von der Bebauung abrücke.

Diesen Standpunkt kannten die Planer bereits aus Vorgesprächen und führten dagegen sehr detailliert aus, dass "weitergehende Trassenverschiebungen nach Norden deutlich stärker in den Wald eingreifen" und "erhebliche Konflikte mit den europarechtlichen Vorgaben für besonders geschützte Tierarten auslösen".

Planer Dr. Stefan Lehner erläuterte, warum seiner Meinung nach die Umgehungsstraße im westlichen Teil auf einem Damm geführt werden müsse. Der Boden in der nördlich von Obing gelegenen Ebene habe eine sehr geringe Sickerfähigkeit, für die günstigste Form der Entwässerung sei es notwendig, dass sich die Fahrbahn wenigstens ein Meter über der Umgebung befinde. Wenn man die Bodenwellen in der Landschaft ausgleiche, komme man eben an einigen Stellen höher hinaus, bis zu den sechs Metern bei der Überführung der Honauer Straße über die neue Bundesstraße.

Die Fragen aus den Reihen der Gemeinderäte bewogen schließlich König und Lehner zu der Äußerung, man werde sich bemühen, an den neuralgischen Punkten des Bauwerks an der Honauer Straße und der Nähe zu Jepolding den Wünschen der Gemeinde entgegenzukommen, soweit es technisch und rechtlich machbar und wirtschaftlich vertretbar sei. König machte aber auch deutlich, dass eine zu große Kostenmehrung über die bereits veranschlagten zwölf Millionen Euro hinaus einen Erfolg bei der Unterbringung der Planung im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans bei der nächsten Fortschreibung 2015 in Frage stelle.

Auf Nachfrage von Thomas Breu betonte er, das Staatliche Bauamt Traunstein betreibe die Planung für die Ortsumfahrung Obing im Auftrag des Freistaates Bayern und wolle sie im regulären Bedarf des Bundes platzieren; ob eine Finanzierung als unvorhergesehener Bedarf möglich sei, werde sich erst später zeigen. "Die besten Chancen für die Ortsumfahrung Obing bestehen dann, wenn ein genehmigter Vorentwurf vorliegt, das Planfeststellungsverfahren bis zur Anmeldung zum neuen Bundesverkehrswegeplan im Jahr 2013 eingeleitet ist und die Gemeinde Obing mehrheitlich hinter der Maßnahme steht", erklärte König abschließend und übergab den Ordner mit den vorläufigen Entwurfsunterlagen Bürgermeister Hans Thurner.

igr/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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