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Wo sind die Freiwilligen?

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Flotter Flitzer für einen sozialen Dienst: Die Direktoren Richard Steinbichler (links) und Peter Schwertberger (rechts) übergaben das "Sparkassen-Sozialmobil" mit BMW-Vertreter Richard Wagner (Mitte rechts) an Bürgermeister Michael Kölbl (Zweiter von links).

Wasserburg/Amerang - Gut sechs Wochen sind es noch, dann wird die Stadt ihren letzten Zivi verabschieden. Der Seniorenfahrdienst soll dann über das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) abgedeckt werden.

Bloß gibt es bisher noch keine Freiwilligen dafür. Es war jahrelang ein bewährtes Modell: Zwei Zivis machten Erledigungen und Fahrdienste für Senioren in Wasserburg, unternahmen mal einen Ausflug mit ihnen oder übernahmen kleinere Tätigkeiten in Haus und Garten. Mit der Abschaffung von Wehrpflicht und Zivildienst ist das nun vorbei. Die Stadt hat frühzeitig überlegt, wie es weitergehen könnte, und sich für das FSJ-Modell entschieden. Der in diesem Fall erforderliche staatlich anerkannte Träger ist das Berufliche Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) in München.

Organisatorisch steht also alles, doch es fehlt an Interessenten aus Wasserburg und Umgebung. "Ein Abiturient hat sich mal unverbindlich erkundigt, aber sonst gab es bisher keine Reaktion", so Anton Hundmaier von der Stadtverwaltung. Wasserburg ist mit dieser Erfahrung nicht allein. Erste Reaktionen aus dem Bereich der sozialen Träger zum neuen Freiwilligendienst reichen von "Totalausfall" bis "zäh".

Letzteres gilt heuer auch in Amerang. Dort hat der Sportverein schon seit längerem eine FSJ-Stelle, "mit guten Erfahrungen", wie Helmut Rußler, der Anleiter, versichert. Fünf Jugendliche haben in ihrem freiwilligen sozialen Jahr in der Gemeinde Jugendliche trainiert, in den Kindergärten und der Schule Sportangebote organisiert, haben die Vereinsführung unterstützt oder auf Ferienfreizeiten den Nachwuchs betreut. "Das Kooperationsmodell mit den örtlichen sozialen Einrichtungen hat sich bewährt. Der Sportverein hätte die jungen Leute ja nicht acht Stunden am Tag sinnvoll beschäftigen können", so Rußler.

Bisher war es auch nie wirklich schwierig, Bewerber aus der Gemeinde oder dem nahen Umfeld zu finden. Diesmal aber gibt es noch keinen Nachfolger für Juri Scheffner, der in Kürze fertig wird. "Wir merken den Wegfall des Zivildienstes. Jetzt suchen alle nach Freiwilligen", erklärt sich Rußler dies.

Weder der Sportverein Amerang noch die Stadt Wasserburg haben aber die Hoffnung schon aufgegeben. Die Stadt hat mehrmals auch in den Umlandgemeinden geworben. Anton Hundmaier hebt hervor, dass sich ja nun auch Mädchen für die Stelle bewerben könnten. Außerdem würden sechs Monate Dienst genügen, um das Jahr voll anerkannt zu bekommen.

Die Sparkasse hat jetzt noch ein Ass aus dem Ärmel gezogen: Aus Mitteln des PS-Sparens wurde der Stadt ein roter "Mini Countryman" als "Sozialmobil" gespendet. So ein flotter Flitzer könnte den Dienst für die jungen Menschen vielleicht noch attraktiver machen, so die Hoffnung dabei. Seniorengerecht soll das Auto entgegen ersten Befürchtungen außerdem auch sein. Wie BMW-Vertreter Richard Wagner versicherte, sei diese Mini-Version gerade für Familien und etwas ältere Zielgruppen entwickelt worden.

Bürgermeister Michael Kölbl wünschte sich bei der Übergabe denn auch nur mehr die entsprechenden Fahrer/innen dafür, "auch für kürzere Zeiten". Überlegt wird auch, den flotten Flitzer anderen soialen Diensten in der Stadt zur Verfügung zur stellen. Vorerst freut sich der letzte Stadt-Zivi darauf, in seinen Abschiedswochen nochmal ein neues Auto zu bekommen.

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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