Wohnen, Hotel, keine Gastronomie

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Mit diesem Konzept geht KSS ins Antragsverfahren.

Wasserburg - Für die Sanierung des Fletzinger-Areals hat der Projektträger KSS jetzt erste Pläne vorgelegt. Die Überraschung dabei: Sowohl die Gastronomie im Fletzinger als auch die Markthallenküchen werden ersatzlos geschlossen.

Länger als im Frühjahr angekündigt haben sich die Verantwortlichen von KSS Zeit gelassen, um ihre Pläne zu entwickeln. Dies hat in der Öffentlichkeit zu diversen Spekulationen geführt, die in der Bürgerversammlung am Montag in der Forderung nach einer Veränderungssperre gipfelten. Dabei war doch von einem Abriss des Hotels und massiven Eingriffen in die Bausubstanz die Rede.

Kommenden Donnerstag wird der Bauausschuss nun die ersten konkreten Pläne auf dem Tisch haben. Sie wurden jetzt der Stadtverwaltung und der Presse erläutert. Immerhin hofft KSS, schon im Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Dafür haben sich die KSS-Geschäftsführer nun Luft geschaffen: Sowohl mit Andreas Aß von der Markthallenküche als mit Peter Fichter vom Hotel Fletzinger habe man sich über die Auflösung der bestehenden Pachtverträge geeinigt, so Johannes Sewald von KSS. Beide hätten vertraglich noch mehrere Jahre in den Immobilien bleiben können. Doch zum einen wäre ihr Betrieb durch die Umbauarbeiten wohl massiv beeinträchtigt gewesen. Zum anderen könne man nun mit Leerstand freier planen, freute sich sein Kollege Christian Koop. Die beiden Betroffenen waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Laut KSS werden die Markthallenküchen im Laufe des Februars ausziehen. Die Gastronomie im Hotel Fletzinger schließt im Januar, das Hotel selbst Ende Februar. Und es wird in beiden Gebäuden künftig auch keine Wirtschaften mehr geben. An der Salzsenderzeile sollen im Erdgeschoß Gewerbeflächen, oben Wohnungen entstehen. Und das Hotel Fletzinger soll als Frühstücks-Hotel der Drei-Sterne-Kategorie geführt werden - ohne wesentliche Erweiterung.

Das ist das Ergebnis einer Hotel-Analyse durch einen Fachberater. Ursprünglich war ja von einer Vergrößerung des Hotels bei Erhalt der Gastronomie ausgegangen worden. "Dabei hat sich gezeigt, dass der Standort gut, aber eine solche Investition nicht wirtschaftlich ist", so Christian Kopp. Man suche nun mit Hochdruck den künftigen Pächter.

Die größte Veränderung wird es nach dem Konzept von KSS neben dem Hotel geben: Unter dem jetzigen Biergarten soll eine Tiefgarage mit 33 Stellplätzen entstehen, darüber ein neues Gebäude mit vier Geschoßen, ebenfalls Gewerbe- und Wohnflächen. Oberirdisch werden weitere 13 Pkw-Stellplätze eingerichtet, dort, wo bisher die Biergarten-Erweiterung war - nicht ganz legal, wie sich im Zuge der Planungen herausstellte. Denn eigentlich waren hier Hotel-Stellplätze und eine Feuerwehr-Zufahrt ausgewiesen.

"Aber wir schaffen Ersatz für den Biergarten", versuchten Sewald und Koop bereits im Vorfeld die Gemüter etwas zu beruhigen. Denn gerade an der Biergarten-Frage schlagen die Emotionen hoch, wie sich auch bei der Bürgerversammlung gezeigt hatte. Dort war beispielsweise vorgeschlagen worden, die schöne Kastanie unter Schutz zu stellen und den Biergarten überhaupt zu erhalten.

Bürgermeister Michael Kölbl war dazu bei der Versammlung skeptisch. Zum einen habe es hier früher schon eine Bebauung gegeben, das Denkmalamt sei daher für die neuen Pläne. Zum anderen könne man niemanden zum Führen einer Gastronomie oder des Hotels zwingen, "und vor allem das Hotel brauchen wir in der Altstadt dringend."

Wenn die Pläne der Projektgesellschaft im Bauausschuss auf Zustimmung stoßen, wird der Biergarten nun zum "Palmano 1" verlagert, das eine Wirtschaft bleibt. Dort soll die Fläche mit der Öffnung eines Salettls und einer kleinen Ausweitung Richtung Palmano-Anlage dann in etwa ebenso groß sein wie der "offizielle" Biergarten am Fletzinger, nämlich gut 300 Quadratmeter.

Die Abrissbirne wird es nach derzeitigem Stand für die Garagen an der Palmanostraße und ein Gebäude an der Fletzingergasse geben. Außerdem wird der Lichthof zwischen den Gebäuden Salzsenderstraße/Fletzingergasse erweitert. Dort sollen ja "größere hochwertige Wohnungen" entstehen - mit Lift und großzügigen Funktionsräumen im Erdgeschoß. "Daran mangelt es in der Wasserburger Altstadt", so die KSS-Projektanten.

Vorläufig noch außen vor bleiben bei den Planungen die ehemaligen Brauereigebäude. Die würden erst in einem dritten Bauabschnittüberplant, so KSS.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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