Was wollen, was brauchen Senioren?

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Gars/Unterreit - Der Landkreis arbeitet an einem auch in Zukunft tragfähigen seniorenpolitischen Konzept. Dazu fand jetzt ein Bürgergespräch für Gars und Unterreit statt.

Gemeinsam mit den Bürgern wollen sich der Landkreis Mühldorf und die Gemeinden mit einem seniorenpolitischen Konzept für die zukünftigen Veränderungen wappnen, wenn "Deutschland immer älter wird". Es geht vor allem auch um Herausforderungen im Bereich der Infrastruktur, der Wohnqualität, der ärztlichen Versorgung und der sozialen Netzwerke.

Als Teil des Planungsprozesses fand jetzt im Beisein der beiden Bürgermeister Norbert Strahllechner und Gerhard Forstmeier ein Bürgergespräch für die Gemeinden Gars und Unterreit in Hochstraß statt.

Eine Mitarbeiterin des BASIS-Instituts und Vertreter des Landratsamtes stellten zunächst den Stand der Planungsarbeiten, die Bevölkerungsentwicklung und die Ergebnisse der Befragung der älteren Generation in den beiden Gemeinden dar.

Die Bevölkerungsentwicklung sei durch weniger Kinder und mehr Ältere gekennzeichnet, so die Vertreterin des BASIS-Instituts. Man habe eine Prognose ohne und mit Zuwanderung aufgestellt, Letztere sei aber in Oberbayern und an der B12 realistisch. Bis 2058 sinkt die Bevölkerung trotz moderater Zuwanderung in Gars von heute rund 3800 auf 3000 und in Unterreit von rund 1700 auf 1400. Ohne Zuwanderung würden nur 2700 beziehungsweise 1300 Einwohner übrig bleiben.

Das Durchschnittsalter liege heute in Gars bei 41, in Unterreit bei 39, landkreisweit bei 41,7 Jahren. Es gebe jetzt in Gars 900 junge Leute, über 2000 Erwerbstätige und 900 Ältere. Für 2058 werden dann nur noch 500 junge Leute und 1250 Erwerbstätige, dagegen 1250 Ältere prognostiziert.

In Unterreit sinke die Zahl der Jugendlichen von 450 auf 200 und die der Erwerbstätigen von 950 auf 600, die Zahl der Älteren steige von heute 400 auf 550 an. Unabhängig von Zuwanderung finde also in beiden Gemeinden eine Überalterung statt.

Die Befragung der älteren Generation ergab eine relativ hohe Zufriedenheit mit dem Standort. Bei der Infrastruktur waren das in Gars 90 Prozent und in Unterreit 70 bis 80 Prozent, wobei das Kleinzentrum Gars naturgemäß auch in Bezug auf die Ärzteversorgung am besten "aufgestellt" sei. Die Altersstufen von 50 bis 80 Jahren wollen zu 80 Prozent zunächst einmal daheim wohnen bleiben, so lange es geht. Wohngemeinschaften und das betreute Wohnen gewinnen aber für Pflegebedürftige immer mehr an Bedeutung.

Freiwilliges Engagement in den Kommunen im Ehrenamt oder bei der Nachbarschaftshilfe leisten in Gars 30 bis 34 Prozent und in Unterreit 25 bis 29 Prozent der Älteren. Gars liege damit über, Unterreit im Landkreis-Durchschnitt. Engagement vorstellen könnten sich 60 Prozent der 50 bis 60-Jährigen und 48 Prozent der 60 bis 69-jährigen Mitbürger.

Bei der anschließenden Diskussion wurde auch angeregt, die Informationen über soziale Netzwerke, andere Angebote, Vereine und Ansprechpartner sowie Busverbindungen noch mehr an die Bevölkerung heranzutragen und jedes Jahr ein Angebotsblatt neu aufzulegen.

Zur Mobilität wünschte man sich mehr gemeindeinterne Verkehrsmittel, die individuell gebucht werden können. Zum Haltepunkt Mittergars (wir berichteten) gebe es am 19. Mai eine Gesprächsrunde im Landratsamt

Altbürgermeister Georg Otter wünschte sich noch mehr Bereitschaft der Banken, Existenzgründer zu unterstützen: Zurzeit gebe es diesbezüglich Probleme bei der Fortführung eines Schreibwarengeschäftes in Gars durch neue Pächter.

Nach dem erfolgreichen betreuten Wohnen wünscht sich Bürgermeister Norbert Strahllechner jetzt die Inbetriebnahme des geplanten und gebauten Pflegeheimes und die Verwirklichung einer Kurzzeitpflege.

ba/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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