Internettauschgeschäft brachte Ärger ein

Wasserburg - Ein Internettauschgeschäft mit verschiedenen X-Boxen auf Ebay brachte einem jungen Grafinger eine Menge Ärger ein. Nun musste er sich vor dem Amtsgericht Wasserburg wegen Betrugs verantworten.

Wo "Jasper" drauf steht ist scheinbar nicht immer "Jasper" drin. Dies behauptete jedenfalls ein 21-jähriger Bauhelfer aus Grafing. Dabei habe alles ganz harmlos begonnen, schilderte der junge Mann die Misere um verschiedene Spielkonsolen, wegen der er künftig komplett auf Internetgeschäfte verzichten will. Wegen des größeren Speicherplatzes habe er sich eine X-Box Elite zulegen wollen und da diese ihm im Geschäft zu teuer gewesen sei, habe er im Februar des vergangenen Jahres über eine Internet-Tauschbörse einen jungen Mann aus Norddeutschland ausfindig gemacht, der seine Elite gegen zwei Spielkonsolen des Typs "Jasper" und 20 Euro tauschen wollte.

Um das Geschäft perfekt zu machen, habe er sich über Ebay zwei gebrauchte Jasper gekauft und an seinen Tauschpartner geschickt. Doch die Freude sei nur kurz gewesen, denn eine Woche später habe er einen Anruf erhalten, dass es sich bei den gelieferten Geräten um eine X-Box "Xenon" und eine X-Box "Falcon" handle. "Wenn ich im Ebay Jasper kaufe, gehe ich davon aus, dass es passt", sagte der Bauhelfer vor Gericht, zumal sich die Geräte äußerlich nicht gravierend unterschieden hätten.

Um aber eine Einigung zu erzielen, habe er im Internet noch eine Jasper mit Garantie ersteigert und angeboten, noch 50 Euro zu bezahlen. Doch sein Vertragspartner habe sich nicht mehr gemeldet und sei zur Polizei gegangen. Im September habe er den Differenzbetrag überwiesen. "Ich wollte niemals betrügen", beteuerte der Angeklagte, schließlich habe er ihm ja auch eine Ausweiskopie geschickt.

Warum er jedoch das Garantiesiegel weggeworfen hatte, obwohl er angeboten hatte es zurückzuschicken, konnte der Grafinger nicht erläutern. Um den Sachverhalt endgültig zu klären, wurde schließlich ein zweiter Verhandlungstermin angesetzt, zu dem der Geschädigte aus Norddeutschland anreiste, um seine Aussage vor Gericht zu machen. Demnach war auch für den Angeklagten durchaus erkennbar, um welchen Konsolentyp es sich gehandelt habe. Zudem seien beide Konsolen kaputt gewesen und insgesamt sei ein Schaden von 150 Euro entstanden. Nachdem der Angeklagte nach einigen Telefonaten nur 50 Euro überwiesen habe, sei es zur Anzeige gekommen.

Um die Sache endgültig aus der Welt zu schaffen, bezahlte der Angeklagte dem Geschädigten noch im Gerichtssaal die fehlenden 100 Euro. Dennoch sah das Gericht den Tatbestand des Betrugs als erfüllt, schloss sich dem Ahndungsvorschlag der Jugendgerichtshilfe an und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldauflage von 300 Euro und den Kosten des Verfahrens. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Wochen Dauerarrest gefordert.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser