Zeit für neuen Auftritt?

Wasserburg - Wasserburg, eine Insel der Kunst und Kultur. Das wäre doch eine passende "Corporate Identity", eine passende Darstellung.

Und gerade jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das in Angriff zu nehmen, findet der Vorsitzende des Arbeitskreises 68.

"Wenn nicht jetzt, wann dann?" fragt sich Dr.Markus Brezina. Denn für das Heimathaus wird ein neuer Leiter gesucht und der Umbau des Gebäudes steht an, der Vertrag mit dem Imaginären Museum läuft 2012 aus. "Da würde es sich anbieten, diese beiden Museen und das Ganserhaus gemeinsam zu bespielen, dafür ein Konzept zu entwickeln", so der Vorsitzende des Arbeitskreises 68.

Konkrete Vorstellungen hat Brezina für die Museen durchaus: Gegenständliches im Brucktor und Bildendes im Heimathaus, gegebenenfalls umgekehrt, und das Ganserhaus für experimentelle beziehungsweise avantgardistische Kunst nutzen. "Hinzu kommt, dass es in Bayern viele Privatsammlungen gibt, die gerne auch einmal ausgestellt werden", so Brezina.

Diese Ideen seien selbstverständlich nicht in Stein gemeißelt. Denn zu den ausgeschriebenen Aufgaben des neuen Heimathaus-Chefs gehört auch die Neukonzeption der Ausstellungen. "Ideal wäre es, wenn der oder die Neue eine Zusatzausbildung oder zumindest Interesse an Kulturmanagement hätte", hofft Brezina. Das sei ja alles noch gar kein Thema, erklärte Bürgermeister Michael Kölbl auf Nachfrage, schließlich stehe ja noch gar nicht fest, wer die Nachfolge von Ferdinand Steffan im Heimathaus antrete. Und erst wenn sich ein Arbeitskreis mit der Nachfolgenutzung des Imaginären Museums beschäftige, könne man mehr sagen. Und den Arbeitskreis gebe es noch gar nicht.

Wasserburg wolle eine Kulturstadt sein, hatte Kölbl bei der Eröffnung der Großen Kunstausstellung betont. Das sei die Stadt ohnehin schon, sagte Brezina eben dort. Denn nicht nur bildende Künstler gebe in der Stadt reichlich, sondern auch viele darstellende - wie an den beiden Theatern zu sehen sei. Hinzu kämen kleine Galerien, Klaviersommer, Rathauskonzerte, immer wieder ausgezeichnetes Kino, Tanzstudio, hervorragende Bibliothek, kurz "ein kulturelles Spektrum, das mit Blick auf die Größe Wasserburgs wohl einzigartig ist".

Und dass diesein glänzender Ansatzpunkt für eine Vermarktung der Stadt wäre, denn "Wasserburg braucht ein Thema", ist Brezina überzeugt. Tourismus spiele sich überwiegend im Chiemgau ab, Kulturtourismus könne für Wasserburg durchaus eine Chance sein. Da müssten dann Stadt, Fremdenverkehrsverein, Wirtschaftsförderungsverband und auch andere, wie der AK68, Geld in die Hand nehmen um die "Insel der Kunst und Kultur" nach außen zu tragen.

Da ist sich Brezina mit dem Fremdenverkehrsverein einig. Natürlich tue man sich leichter, wenn man die Vermarktung der Stadt auf mehrere Schultern, verschiedene Gruppen und Institutionen, verteile, so dessen Vorsitzender Jürgen Häuslmann - vorausgesetzt man sei sich einig. Und auch die Wasserburger müssten mit eingebunden sein, denn sie müssten das mit tragen. Was sie, geht man von den Besucherzahlen der Veranstaltungen aus, wohl täten.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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