Parkrempler: Zettel reicht nicht

Wasserburg - Reicht es nach einem Unfall Kontaktdaten zu hinterlassen? Reicht nicht ganz, befand jetzt ein Richter am Amtsgericht Wasserburg:

Es reichte nicht, nach einem Unfall nur die eigenen Daten auf der Windschutzscheibe des geschädigten Fahrzeugs zu hinterlassen. Zumal eine Zeugin den Vorfall beobachtet und, um einer möglichen Fahrerflucht vorzubeugen, die Polizei informiert hatte. Dieser Umstand brachte der 64-jährigen Unfallverursacherin aus dem Landkreis Mühldorf dann auch einen Strafbefehl über 750 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot ein.

Dagegen hatte die Frau Einspruch eingelegt, denn sie hatte aus ihrer Sicht nichts Unrechtes getan. Nun musste sie sich vor dem Amtsgericht wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verantworten.

Im Juli des vergangenen Jahres war sie mit zwei Begleiterinnen in Wasserburg unterwegs und wollte ihr Fahrzeug am Gries parken. Als sie bemerkt habe, dass sie mit ihrem Kia nicht in die Parklücke komme, habe es dann auch schon gekracht und sie habe den danebenstehenden VW-Bus touchiert, sagte die Angeklagte vor Gericht. Daraufhin sei sie in den nächsten freien Parkplatz gefahren und habe ihr Fahrzeug abgestellt. Anschließend habe sie den Schaden begutachtet und ihre Personalien und auch ihre Versicherungsangaben hinterlassen.

Bevor sie mit ihren Begleiterinnen in die Stadt gegangen sei, habe sie auch noch ein Foto gemacht. Dabei habe sie eine Frau, die auf einem Poller gesessen sei, darauf hingewiesen, dass sie ein Auto angefahren habe, sagte die Angeklagte. Daraufhin habe sie geantwortet "das weiß ich schon" und sei gegangen. Als sie heimgekommen sei, habe ihr Ehemann auch schon mit der Geschädigten telefoniert und den Schaden der Versicherung gemeldet gehabt. Der Schaden in Höhe von 1680,80 Euro wurde längst reguliert.

Die 64-jährige Zeugin schilderte den Unfallhergang ähnlich, allerdings hatte sie, nach eigenen Angaben, das Gefühl gehabt, dass die drei Frauen den Unfall nicht bemerkt hätten. Daher habe sie die Fahrerin auch extra daraufhin gewiesen. Sie habe auch gesehen, dass die Frau einen Zettel an der Windschutzscheibe angebracht habe. Als sie später zum Parkplatz zurückgekommen sei, habe sie schauen wollen, was auf dem Zettel stehe. Doch der sei dann weg gewesen. Da darauf ja auch "Pech gehabt" hätte stehen können, habe sie die Polizei informiert. Im Nachhinein habe sie erfahren, dass der Wagenlenker den Zettel zu diesem Zeitpunkt schon abgenommen hatte.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage von 750 Euro eingestellt, da sich der Tathergang im Laufe der Verhandlung anders dargestellt habe, als im Strafbefehl angegeben. Zudem hatte die Angeklagte bis auf eine Verwarnung wegen Missachtung der Vorfahrt keine weiteren Einträge in der Verkehrssünderkartei.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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