Ziel: Erste Ankunft bis 6.45 Uhr

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Landkreis - Wer in den zentralen Orten des Landkreises arbeitet, soll bis spätestens 6.45 dort sein können. Das erwartet der Kreisausschuss von der Verkehrsgesellschaft.

Die ÖDP will erreichen, dass Berufstätige die zentralen Orte im Landkreis Rosenheim werktags bis spätestens 6.45 Uhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können. Mit einem einstimmigen Empfehlungsbeschluss an den Kreistag hat der Kreisausschuss dieses Ansinnnen bei seiner gestrigen Sitzung unterstützt.

Mit dem Votum des Gremiums ist der Prüfungsauftrag an die Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG) verbunden, im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten des Landkreises Realisierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Deren Geschäftsführer Hans Zagler hat bereits die aktuellen Fahrpläne im Hinblick auf die Ankunftszeiten von Bus und Bahn in den Städten Rosenheim, Bad Aibling und Wasserburg sowie im Markt Prien überprüft und festgestellt, dass diese teilweise erheblich von den Zielsetzungen der ÖDP abweichen.

Vor allzu großem Optimismus warnte Zagler allerdings bei der Sitzung. Die Erfahrung zeige, dass die Busunternehmer beispielsweise einer Änderung des Fahrplans nur dann zustimmten, wenn das für sie keinen Mehraufwand bedeutet. Sei dies nicht der Fall, bliebe nur die Möglichkeit, zusätzlich zum bestehenden Angebot eine frühere Busfahrt zu bestellen. Die koste zwischen 60 und 80 Euro täglich, so dass sich bei 250 Fahrten pro Linie Mehrkosten zwischen 15000 und 20000 Euro pro Jahr ergeben. Mit Antragsteller Sebastian Hamberger von der ÖDP sei er deshalb übereingekommen, dass die RoVG zunächst eine Bedarfsumfrage mache und deswegen auf die Berufsschüler zugehe, sagte Zagler im Kreisausschuss.

CSU-Fraktionssprecher Otto Lederer schlug vor, in die Umfrage auch die Mitarbeiter der großen Arbeitgeber in den zentralen Orten miteinzubeziehen. Dies gelte insbesondere für den nördlichen Landkreis, so Lederer, der Bezug auf eine Auflistung der RoVG nahm, derzufolge beispielsweise die ersten Busverbindungen aus Albaching, Babensham, Griesstätt und Amerang die Stadt Wasserburg erst zwischen 7.23 und 7.45 Uhr erreichten. Am Unterrichtsbeginn am Aiblinger Schulzentrum orientieren sich laut RoVG-Information auch die Busverbindungen, die aus den Gemeinden Tuntenhausen und Großkarolinenfeld morgens in die Kurstadt fahren. Aus Großkarolinenfeld stehe laut Zagler alternativ eine schnelle Zugverbindung über Rosenheim zur Verfügung. Pendler in Richtung München könnten eine Frühverbindung zur S-Bahn nach Grafing und zum Umsteigen in den Regionalzug nutzen.

In Prien beispielsweise wirke sich der im Vergleich mit anderen Schulzentren im Landkreis deutlich frühere Unterrichtsbeginn am Gymnasium positiv aus. So komme hier der Bus aus Eggstätt bereits um kurz vor 7 Uhr an. Eine Verbesserung zeichne sich für die Linien aus Halfing und Höslwang ab. Wenn der neue Zubringer aus Söchtenau nach Bad Endorf für die Schüler der Realschule in Prien als ÖPNV-Linie ausgewiesen werde, bestehe die Möglichkeit, dass diese eine Viertelstunde früher als bisher - also bereits um 6.45 Uhr - in der Chiemsee-Gemeinde ankommen. Der Bus, der die Fahrgäste aus Richtung Söllhuben nach Rosenheim bringe, komme dagegen frühestens um 7.10 Uhr an. Defizite bei der Verbindung gebe es auch im Inntal sowie in den Gemeinden Nußdorf und Neubeuern.

Die Buslinie, die von Aschau über Söllhuben und Riedering nach Rosenheim führt, war der Aufhänger für die ÖDP-Initiative. Vor allem Handwerksbetriebe hätten bereits mit der Arbeit begonnen, wenn der Bus ankomme, so eine Begründung für den Vorstoß, mit dem die ÖDP erreichen will, dass mehr Autofahrer auf den Bus umsteigen und somit das Verkehrsaufkommen reduziert wird.

Christian Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) hat die Sorge, "dass das Pferd ein bisschen von hinten aufgezäumt wird". Die Betriebe hätten zum Teil auch sehr starre Arbeitszeiten, denen die Fahrzeiten der Busse jetzt angepasst werden sollen. "Es muss aber auch in diese Richtung gehen, dass die Arbeitszeiten etwas flexibler gestaltet und den Busfahrplänen angepasst werden", sagte Stadler.

Norbert Kotter (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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