Auszeichnung der Polizei am Ort des Tankstellenüberfalls

Zivilcourage belohnt

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Tobias Trainer und Edwin Wirer hatten sich zum Kaffee in der Tankstelle verabredet, als der Überfall passierte. Sie schauten nicht weg, sie hielten den Täter auf und bekamen jetzt wie auch Tankstellenbesitzer Josef Fellner (von links) als Anerkennung für ihre Zivilcourage je 250 Euro von Richard Gottwald von der Wasserburger Polizei.

Wasserburg - Ein mit einer weißen Halloweenmaske vermummter Mann polterte vor drei Monaten gegen 13 Uhr in den Aral-Shop in der Burgau, schoss in die Decke des Ladens und verlangte Geld.

Der Überfall passierte ziemlich genau vor drei Monaten am helllichten Tag: Ein mit einer weißen Halloweenmaske vermummter Mann polterte gegen 13 Uhr in den Aral-Shop in der Burgau, schoss in die Decke des Ladens und verlangte Geld.

Mit einem Bündel Euro-Scheine wollte er verschwinden, kam aber dank des beherzten Einsatzes von vier Männern nicht weit. Sie konnten den gerade 18 Jahre alt gewordenen jungen Mann noch im Bereich der Tankstelle überwältigen, fesselten ihn mit Kabelbinder, "so mussten wir ihn nur noch abholen", erinnert sich Richard Gottwald von der Wasserburger Polizei. Er überreichte diese Woche den vier Männern jetzt für ihren Einsatz je 250 Euro aus einem Sonderfonds, den die Polizei als Anerkennung für Zivilcourage vergeben kann.

Nicht allzu oft passiere das, aber so alle drei bis vier Jahre, meinte Gottwald. Dass die Männer nicht wie die meisten weggeschaut, sondern gehandelt hätten, dafür gebühre ihnen diese Anerkennung. Allerdings betonte Gottwald auch, dass das couragierte Eingreifen nicht ganz risikolos gewesen sei. Der junge Mann hatte immerhin eine Schusswaffe dabei und es sei unklar gewesen, was für eine und da gelte doch besser, in Deckungen zu gehen.

Im Fall dieses Tankstellenüberfalls aber hatte einer der vier jetzt ausgezeichneten Männer sofort erkannt, dass es sich um eine Schreckschusspistole handelte. Mit der gab der Täter einen Schuss in die Decke ab, "da sah ich, dass die Waffe nicht viel anrichten kann". So ganz ungefährlich, fügt der stellvertretende Chef der Wasserburger Polizeiinspektion ein, sei auch die Schreckschusspistole nicht wenn die Entfernungen sehr kurz seinen.

Den Preis für die Zivilcourage erhielten Edwin Wierer aus Maitenbeth und Tobias Trainer aus Nußdorf. Die beiden Kundendiensttechniker hatten sich per Handy in der Tankstelle zu einem Kaffee verabredet, "da kommt der da rein und will das Geld", erinnert sich Wierer. Tankstellenbesitzer Josef Fellner war gerade in der Werkstatt im Gespräch mit einem Bekannten, dem vierten Ausgezeichneten, der anonym bleiben möchte. Bei dem Schuss in die Decke glaubte Josef Fellner, einem Kunden sei ein Reifen geplatzt. Schnell war aber die Situation klar, "schon wegen meinen Mitarbeitern dachte ich mir, der kommt mir nicht aus".

Der Täter kam nicht aus, er sitzt seit dem Überfall in der Forensik des Inn-Salzachklinikums. Da die Ermittlungen abgeschlossen sind, geht Richard Gottwald davon aus, dass das Gerichtsverfahren demnächst stattfinden wird.

Albträume haben die vier ausgezeichneten Männer nach diesem Vorfall keine gehabt. Eine Mitarbeiterin aber, die damals im dritten Monat schwanger war, ist seitdem krankgeschrieben und wird, so Josef Fellner, nicht wieder kommen.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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