Zwei Schulen, ein Mittelschulverbund

Haag -Einstimmig sprachen sich die Schulverbände Gars und Haag auf einer gemeinsamen Sitzung in der Haager Volksschule für den neuen Schulverbund mit Namen "Mittelschule" aus.

Nach drei Zusammenkünften, so Bürgermeister Norbert Strahllechner aus Gars, könne man sich einigen. Wichtig sei, "dass beide Seiten den Verbund wollen". Der Kooperationsvertrag sei für beide "tragbar": "Wir können nur gewinnen." Nach Bürgermeister Hermann Dumbs gilt die von der Regierung angeregte Symbiose dem "Überleben" der Hauptschule. Der Austausch vor allem in den berufsvorbereitenden Fächern zwischen Haag und Gars biete sich auf Grund der Nähe an.

Skeptischer blieb Dumbs zu den Motiven der Neuerung. Die Aufwertung der Hauptschule zur Mittelschule werde "pro forma" auf den Weg gebracht. Damit seien die Schulstandorte in der Zukunft auch nicht sicherer. In der knappen Diskussion der beiden Schulverbandsgremien unterstrich man den Erhalt der beiden Standorte Haag und Gars. Einen Vorteil erkannte man darin, dass der Austausch jetzt schon praktiziert werde und die Busverbindungen bestünden.

Kämmerer Manfred Mörwald verwies auf einige Unklarheiten, so die Zahlung von Ausgleichsbeträgen bei Schulsprengelüberschreitungen und die zusätzlichen Beförderungen. Eine Hin- und Rückfahrt Haag-Gars koste schließlich 100 Euro.

Wer wohin fahren muss, Garser Schüler nach Haag oder Haager nach Gars, wird sich nach bisherigem Wissensstand künftig jedes Jahr neu herausstellen. Der Standort des Unterrichts hänge von den Anmeldungen zu den Gruppierungen, Zügen oder Klassen ab. "Die Nachfrage regelt das Angebot", so Dumbs. Bürgermeisterkollege Strahllechner stimmte zu, die Karten würden von Jahr zu Jahr neu gemischt. Grundsätzlich bleibe der M-Zug in Gars, die Ganztagesschule in Haag. Generell wolle man "immer kurze Wege" zur Devise machen.

Überstürzt fand Bürgermeister Josef Kirchmeier aus Maitenbeth die Einführung des Schulverbunds, der wohl auch einen Mehraufwand bringen werde. Keine größeren Belastungen außer mehr Fahrtkosten sah dagegen Dumbs. Zum künftigen System sah Bürgermeister Sebastian Linner aus Rechtmehring keinen Ausweg, "Bus hin, Bus her".

Sollten zwischen den neuen Schulpartnern Gars und Haag künftig Meinungsverschiedenheiten auftreten, muss sich laut Kooperationsvertrag das Landratsamt unter Beteiligung des Schulamtes um die "einvernehmliche" Lösung bemühen. Die Mittlere-Reife-Züge bleiben an der Hauptschule Gars. Ergäbe sich jedoch ein zweiter oder sollten mehr Schüler aus Haag beteiligt sein, könne er auch an der Hauptschule Haag angeboten werden. Das "gebundene Ganztagesangebot" ist für Haag ausgewiesen, ein "offenes Ganztagesangebot" für Gars.

Generell gilt, dass künftig die Schüler aller Jahrgangsstufen die bisherigen Sprengelschulen besuchen, wenn das entsprechende Bildungsangebot, so M-Zug und Ganztagesschule, angeboten ist. Die Schülerbeförderung sollen die beiden Schulaufwandsträger in Abstimmung organisieren. Die Kosten trägt der Aufwandsträger, bei dem die Schüler wohnen. Die beiden Schulverbandsgremien unter dem Vorsitz der Bürgermeister Strahllechner und Dumbs einigten sich schließlich auch darauf, das neue Modell auf fünf Jahre anlaufen zu lassen. Dann ist eine Kündigung, schriftlich und begründet, möglich. xy

Quelle: rosenheim24.de

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