Gegen Zusammenlegung der Wehren

Wasserburg/Reitmehring - Gegen die Zusammenlegung der Feuerwehren Attel/Reitmehring und Wasserburg sprach sich erstere bei ihrer Jahresversammlung aus.

Beide Feuerwehren im Stadtgebiet sind mit ihrer räumlichen Situation derzeit nicht zufrieden, von Aus- beziehungsweise Neubau ist die Rede. Bürgermeister Michael Kölbl nahm das zum Anlass, bei den Kommandanten beider Wehren nachzufragen, ob denn ein gemeinsamer Neubau auf halber Strecke zwischen Altstadt und Reitmehring und ein damit einhergehender freiwilliger Zusammenschluss überhaupt denkbar wäre. Dem erteilte der Vorsitzende der Feuerwehr Attel/Reitmehring, Walter Blüml, im Namen seiner Mannschaft jetzt eine klare Absage.

Nicht nur, dass dabei gewachsene Strukturen zerstört würden, auch das Selbstverständnis der beiden Einheiten ginge zu Bruch. Als Alternative sah Blüml die Gründung einer dritten Einheit, die sich in ein selbst gefundenes Eigenleben hinein arbeiten müsste, eigene Strukturen aufbauend. Blüml betonte dabei ausdrücklich das sehr freundschaftliche Verhältnis der beiden Stadtwehren, insbesondere die hervorragende Zusammenarbeit. Grundsätzlich sei die Bereitschaft vorhanden, näher zusammenzurücken.

Bürgermeister Michael Kölbl erklärte auf Nachfrage, dass für ihn das Thema schon mit dem "Nein" nach Sitzungen beider Wehren vom Tisch gewesen sei. Ein Zusammenschluss könne nur freiwillig erfolgen.

Derzeit werde im Stadtgebiet ein Gutachten zur Feuerwehrbedarfsplanung erstellt, einzigartig und mit Vorreiterrolle im Landkreis Rosenheim, so Kölbl. Das Ergebnis, landkreisweit mit Spannung verfolgt, erwarte man für Sommer/Herbst 2012. Letztendlich diene die Maßnahme einer Versachlichung der Beschaffungssituation, wenngleich Stadtrat samt Stadtverwaltung die beiden Wehren immer zielgerichtet unterstützen werden, so der Bürgermeister.

Wesentlich mehr Einsätze bei wesentlich weniger Personal, beides im landesweiten Schnitt, fuhr die Feuwehrwehr Attel/Reitmehring im vergangenen Jahr. Meist ohne Anerkennung und Dank, wie der Vorsitzende bedauerte. Drei Einsätze an einem Tag und dazu noch 45 weitere: Detailliert berichtete Kommandant Josef Ramm über die 48 Hilfeleistungen im Jahr 2011: Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang, ein Großbrand, ein umgekippter Käse-Transporter neben der B15, den es zeitaufwendig umzuladen galt, mehrere Kleinbrände und die zahlreichen leidigen Fehlalarmierungen durch die Brandmeldeanlage beim Inn-Salzach-Klinikum. Im gleichen Atemzug bezeichnete Ramm die Meldeanlage aber als notwendig, zumal mit ihr 2011 drei größere Brände durch Früherkennung vermieden werden konnten. Überörtlich eingesetzt waren die Reitmehringer bei der Beseitigung der Unwetterschäden in Riedering und Bad Aibling.

Zusätzlich rückte man zu 25 "Freiwilligen Tätigkeiten" aus, die laut Ramm nicht als alarmierte Einsätze deklariert werden können. In diesem Zusammenhang bezeichnete er es als "Unding anderer Wehren", die Einsatzzahlen eben durch diese "Freiwilligen Tätigkeiten" aufzublähen. Die Kreisbrandinspektion solle hierzu eine klare Anweisung geben. Derzeit verfüge die Wehr über 55 aktive Kräfte, darunter 29 Atemschutzgeräteträger, sowie elf Jugendfeuerwehrler. Jugendwart Thomas Lerch bezeichnete diese Zahl als Rekord.

Kreisbrandinspektor Georg Wimmer informierte über eine merkliche Steigerung der Einsatzzahlen im Inspektionsbereich Rosenheim Nord/Wasserburg. Immer wichtiger werde die Einsatznachsorge bei Betroffenen.

tro/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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