Graf: Pläne der BOB sind "irritierend"

Rosenheim - Die SPD-Abgeordnete Angelika Graf greift die Bayerische Oberlandbahn an. Sie übt scharfe Kritik an deren Planung zur Übernahme des regionalen Zugverkehrs.

Ab Dezember 2013 soll die Bayerische Oberlandbahn (BOB) die Bahnstrecke München – Salzburg mit neuen Triebwagen unter dem Namen Meridian übernehmen. Aufgrund des näher rückenden Termins und anhaltender Meldungen über Lieferprobleme und Personalmangel hatte die Rosenheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Graf Kontakt mit dem Geschäftsführer der BOB, Dr. Axel Sondermann, aufgenommen. Sowohl dessen Auskünfte als auch Medienberichte zu Sondermanns baldigem Weggang nach Berlin und seinem Ausscheiden als BOB-Geschäftsführer geben der Abgeordneten zunehmend Anlass zur Sorge.

So bestätigte Dr. Axel Sondermann kürzlich noch in einem Gespräch die nach wie vor bestehenden Lieferschwierigkeiten bei den Zügen. Zudem müssten die neuen Züge noch ein entsprechendes Zulassungsverfahren, auch in Bezug auf die Bremssysteme, durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) durchlaufen. Obwohl hier in der Regel mit einer Verfahrensdauer von mehreren Monaten zu rechnen sei, habe das EBA bereits Gesprächsbereitschaft bewiesen. Im September sei nach Sondermann ein weiteres Gespräch vor dem Hintergrund einer schrittweisen Zulassung geplant gewesen. „Vor diesem Hintergrund ist eine stabile und handlungsfähige Geschäftsführung notwendiger denn je“, so Graf, die sich nun unmittelbar mit dem zweiten Geschäftsführer der BOB, Kai Müller-Eberstein in Verbindung setzen will.

Zudem befremde sie die Situation grundsätzlich: „Angesichts der Vielzahl von Problemen scheint die BOB vom Gewinn der Ausschreibung völlig überrascht worden zu sein. In einem seriös geplanten Bewerbungsverfahren sollte das nicht passieren“, findet die Abgeordnete. Dass die BOB den Mangel an Fahrzeugen für die viel befahrene Strecke Salzburg - München nun zudem unter Zuhilfenahme der Züge der Konkurrenz zu bewältigen versuche, sei durchaus irritierend.

Nicht zuletzt in Bezug auf die jüngst laut Dr. Sondermann kurz vor dem Abschluss stehende Tarifkooperation mit der DB AG, sei nun Handlungsfähigkeit gefragt. „Gerade für die vielen Pendler im Landkreis Rosenheim ist das Wissen um weiterhin gültige Zeitkarten und gleiche Zeitkarten-Preise wichtig“, findet Graf. „Ich hoffe sehr, dass die BOB und die DB AG diese Kooperation trotz der internen Turbulenzen wie angekündigt zügig unter Dach und Fach bringen.“

Pressemeldung Büro Angelika Graf, MdB

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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