BBT: "Es ist noch nicht klar, wer betroffen ist"

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Stefan Kühn, DB Netz AG, Leiter Vertrieb und Fahrplan
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Rosenheim - Der Bau des Brennerbasistunnels ist seit 20 Jahren ein Thema in den Köpfen regionaler Politiker. Nun geht das Großprojekt in die nächste Runde:

Bald sind es 20 Jahre in denen sich die Politik mit dem Bau des Brennerbasistunnels (BBT) beschäftigt. 1994 startete die Diskussion um die Verlegung des Schwerlastverkehrs von der Straße auf die Schiene mit dem Memorandum von Montreaux. Dies beinhaltete die stufenweise Realisierung des Brennerbasistunnels und der Zulaufstrecken und den Baubeginn im österreichischen Unterinntal. Mitte letzten Jahres wurde dann eine Vereinbarung zum Ausbau der Schienenverbindung München - Grenze Deutschland/Österreich - Kundl/Radlfeld unterzeichnet. Nun begann am Mittwoch, 23. Januar, die Bürgerbeteiligung zu den Planungen - allerdings nur in Form einer halbwegs internen Informationsveranstaltung.

Zu dieser waren vor allem die Bürgermeister aus dem Landkreis Rosenheim eingeladen, Mitglieder des Bundestags wie Angelika Graf (SPD) und Daniela Ludwig (CSU) und die Landräte. Hierbei handelte es sich um Mitglieder der "Arbeitsgemeinschaft Transitverkehr", die sich seit über einem Jahr mit dem Thema BBT befassen. Auf weitere Beteiligte wie zum Beispiel betroffene Bürger verzichteten die Veranstalter der Deutschen Bahn Netz AG und der ÖBB Infrastruktur zunächst.

Hierfür gab es einen trifftigen Grund, so Stefan Kühn von der DB Netz AG: "Wir haben noch keine betroffenen Bürger eingeladen, weil noch nicht klar ist wer alles betroffen ist. Hier müssen noch verschiedene Vorplanungen abgewartet werden!"

So blieb es unter anderem an den Bürgermeistern, sich entsprechend zu äußern. Der Sprecher der Inntal-Gemeinden, Wolfgang Berthaler, ergriff sogleich seine Chance und äußerte den Wunsch von einem "Tiroler Standard". Dabei sollen vor allem wie in Tirol die Gemeinden sowie ein ausgewiesener Fachmann in die Planungen mit einbezogen werden. Auf diese Weise wolle man Auswirkungen wie bei Stuttgart 21 vermeiden.

Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete, Daniela Ludwig, unterstützte die Aussagen Berthalers. Ein noch größerer Wunsch ihrerseits waren allerdings "verlässliche Prognosen, an denen man sich die nächsten Monate orientieren kann". Prinzipiell sei Ludwig aber dafür, sich für die Vorplanungen Zeit zu lassen, als einen "Schnellschuss" zu tätigen. Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete, Angelika Graf, pochte auf genaue Prognosen: ihr lagen genaue Zahlen über den künftigen Straßenverkehr am Herzen, ob dieser nun zunimmt oder nicht.

Doch all diese Fragen sind Teil langer Vorplanungen. So wurde am Mittwoch lediglich ein kleiner Einblick in diesen Prozess gegeben: so sollen vor der Bürgerbeteiligung noch inhaltliche Vorbereitungen getroffen, das Projekt organisiert und die Form der Bürgerbeteiligung festgelegt werden. Erst dann kommen die Bürger selbst ins Spiel. Bis dahin können noch Monate oder sogar Jahre vergehen, heißt es von Seiten der DB und ÖBB.

Katrin Marie Röber

Quelle: rosenheim24.de

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