Beim Kreisbauerntag in Rosenheim

Berthaler: 400 Milchvieh-Betriebe weniger seit 2007

+

Rosenheim - Am bäuerlichen Festtag „Maria Lichtmeß“ lädt traditionell der Bayerische Bauernverband, Geschäftsstelle Rosenheim zum Kreisbauerntag in die Inntalhalle nach Rosenheim ein. Heuriger Gastredner war der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Helmut Brunner.

Lesen Sie auch:
Schlechtestes Jahr für Traunsteiner Milchbauern seit 1996

Nach der Begrüßung von zahlreichen Bäuerinnen und Bauern, Politikern und Bankenvertretern sowie Vertretern von Organisationen, die mit der Landwirtschaft zu tun haben oder ihr nahe stehen durch Kreisobmann Josef Bodmaier brachte in seinem Grußwort Landrat Wolfgang Berthaler seine Verbundenheit mit der Landwirtschaft zum Ausdruck. Dabei erinnerte er daran, dass von den 71.000 Milchviehbetrieben in Deutschland die Hälfte in Bayern zu finden sind und dass sich stets Veränderungen und notwendige Anpassungen ergeben.

400 Milchviehbetriebe weniger in den letzten zehn Jahren

„Immer weniger Betriebe haben immer mehr Tiere, gegenüber vor zehn Jahren haben wir mit heute 1.660 Milchviehbetrieben im Landkreis Rosenheim 400 weniger als 2007“ – so der Landrat, der darum bat, agrarpolitisch nicht nur auf Wachstum zu schauen, sondern auch die besonderen Bedürfnisse der Familienbetriebe Rücksicht zu nehmen. Wie ernst es dem Landrat und dem Kreistag mit seiner Verbundenheit zur Landwirtschaft ist, zeigt sich daran, dass vom Landkreis Rosenheim rund eine Million Euro in die Erneuerung der Landwirtschaftsschule gesteckt wurden. 

„Aufgrund eines Wasserschadens werden wir eine weitere Million Euro in das Gebäude stecken, um zusätzliche Räumlichkeiten für das Amt zu schaffen“, so der Landrat, der sein Grußwort mit einem aufrichtigem Dank für die getätigte Landschaftspflege durch die Bauern beendete. Kreisobmann Josef Bodmaier skizzierte in seinem Rückblick die wichtigsten Themen des vergangenen Jahres. „Das Preistief nicht nur bei der Milch, sondern auch bei Fleisch und weiteren Erzeugnissen hat uns bewegt, das Milchmengenreduzierungsprogramm für unser Land und Europa war wohl richtig, aber dieses kann die Weltmarktlage kaum beeinflussen“, so Bodmaier, der bat, sich weiter auf Preisschwankungen einzustellen und nach Möglichkeit Reserven zu bilden. 

Weitere Themen waren der tägliche Flächenverbrauch in Bayern in Höhe von 18 Hektar, das große Plus der Regional-Vermarktung in guter Abstimmung mit den fünf Molkereien oder das Biber-Problem („Biber muss man vom Artenschutz-Gesetz herausnehmen, da seine Population nicht mehr gefährdet ist“).

Minister Brunner: „Die Welt auf den Bauernhöfen verändert sich“

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner dankte Landrat Berthaler und den Rosenheimern für deren jüngst in Berlin gezeigtes Auftreten anlässlich der Internationalen Grünen Woche und hob den Maria-Lichtmeß-Tag als bedeutungsvollen Tag im kulturellen und kirchlichen Leben innerhalb der Landwirtschaft hervor. 

„Die Welt auf den Bauernhöfen verändert sich“ – so der Staatsminister, der damit rückblickend die Fortschritte bei Zucht, Technik und Produktion ansprach und weiter folgerte: „Milchseen, Butterberge und später die Mengenvorschriften haben uns zu Konzentration und Qualität geführt“. Die Wertschätzung der bayerischen Kulturlandschaft („Bayern hat quasi keinen Hektar Brachland“), der damit verbundene Aufwind für den Tourismus sowie neue Themen wie Tier-Wohl sowie Natur-, Wasser- und Klimaschutz bringen es mit sich, dass die gebotene Vielfalt neue Beschäftigungs- und Einnahme-Möglichkeiten bietet; hier sind Kreativität und Ideenreichtum gefordert. 

„Es ist kein sozialer Abstieg, wenn ein Bauer vom Haupterwerb in den Nebenerwerb wechselt“ – so eine weitere Aussage von Minister Helmut Brunner, der mit seinem Amt durch das Bayerische Kulturlandschaftspflegeprogramm und durch Schul-Projekte Anerkennung für die bäuerlichen Leistungen generieren möchte. Helmut Brunner, seit 13 Jahren als Ausschuß-Vorsitzender und Minister in Bayern für die Land- und Forstwirtschaft an führender Stelle verantwortlich, hat das Jahr 2017 zum „Genußjahr Bayern“ ausgerufen, geplant ist dabei, 100 Genußorte zu prämieren. 

„Der Agrarstandort Bayern hat auch fortan Zukunft“ – so abschließend der Minister, der sich dann noch einer ausführlichen Diskussion stellte und der anerkennenden Beifall für seine Erläuterungen sowie von Josef Bodmaier ein Erinnerungsgeschenk bekam. Bei der Diskussion zu Themen der landwirtschaftlichen Privilegierung bei Baumaßnahmen schaltete sich auch Landrat Wolfgang Berthaler ein. 

Gemeinsam wollen sie zusammen mit den anwesenden Bundes- und Landtagsabgeordneten Daniela Ludwig sowie Klaus Stöttner und Otto Lederer dafür sorgen, dass Bundes- und Baugesetze besser an bayerische Bedürfnisse angepasst werden. Damit sollen berechtigte Ausbaupläne zugunsten des Erhalts von Betrieben und von Urlaub auf dem Bauernhof besser unterstützt und gefördert werden können.

Foto/Text: hö

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser