Innenminister Thomas de Maizière in Rosenheim:

"Sind sehr gefordert, aber nicht überfordert"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Zusammen mit dem Migrationskommissar der Europäischen Kommission, Dimitris Avramopoulos, überzeugte sich der Innenminister von der "großen Belastung" aber auch der "großartigen Arbeit" der Bundespolizei in Rosenheim 
  • schließen

Rosenheim - Um sich ein Bild von der Arbeit der Bundespolizei zu machen, besuchte Innenminister de Maizière zusammen mit seinem bayerischen Kollegen Herrmann die Kaserne. *NEU: Video*

Zusammen mit dem Migrationskommissar der Europäischen Kommission, Dimitris Avramopoulos, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig, besuchte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Donnerstag Abend die Bundespolizeikaserne in Rosenheim. Besonders die "große Belastung" aber auch die "großartige Arbeit", die die Beamten der Bundespolizei dabei bei der Kontrolle, der Betreuung, der Registrierung und der Weiterleitung der Flüchtlinge an der Grenze zu Deutschland leisteten, hätten den Bundesminister zu einem Besuch bewogen.

Das komplette Statement des Ministers im Video

Große organisatorische Herausforderungen und finanzielle Unterstützung

"Die Grenzkontrollen sind keine Grenzschließungen. Aber sie sorgen dafür, dass die Einreise geordnet stattfindet", erklärte Thomas de Maizière in seinem Statement. Zu wissen, wer ins Land komme, um eine ordnungsgemäße Verteilung zu gewährleisten und am Ende die Belastung besser ausgleichen zu können, seien die Kontrollen jedoch nötig. "In den letzten Tagen sind wieder Tausende gekommen, oft auch über die grüne Grenze. Das stellt die Bundespolizei und auch die bayerischen Behörden vor große, organisatorische Probleme, aber wir werden das hinbekommen", so der Minister weiter, auch in Anbetracht der großen Zahlen.

Derzeit kämpfe er weiter für eine Verteilung in Europa, am kommenden Dienstag wolle er dazu erneut Anlauf nehmen. Zusätzliche Gelder aus Unterstützungs-Fonds sollen dabei in absehbarer Zeit für eine finanzielle Entlastung sorgen. "Wir wissen, dass das was hier getan wird, nicht das Problem löst, dass die Problemlösung natürlich in den Herkunftsländern, den Transitländern und den Flüchtlingslagern stattfinden soll. Aber was hier getan wird ist ein guter Dienst für Deutschland", richtete der Minister abschließend sein Wort und seinen Dank an die Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei in Rosenheim. "Die Beamten sind sehr gefordert, aber nicht überfordert," betonte Thomas de Maizière dabei.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, lobte im Anschluss die Arbeit der Rosenheimer Bundespolizei. Bereits bei der Durchführung des G7-Gipfels in Elmau bei Garmisch-Patenkirchen hätten die Beamten ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Nun gelte es das Bundesamt für Migration weiter zu stärken und die Verfahren zu beschleunigen, so Herrmann. Er erachte die Grenzkontrollen als absolut notwendig, auch wenn damit Einschränkungen für die Bevölkerung verbunden seien. "Wir sind auf einem guten Weg, es gibt aber noch jede Menge zu tun", richtete Joachim Herrmann seinerseits den Dank an die ehrenamtlichen Helfer.

Bilder vom Besuch des Ministers in Rosenheim

Innenminister Thomas de Maizière bei der Bundespolizei

"Logistisch und physisch extrem belastet"

Mit bis zu 4.600 Flüchtlingsaufgriffen, beispielsweise am 16. September, befassen sich die Beamten der Bundespolizei Rosenheim in ihrem Verantwortungsbereich täglich. "Derzeit werden wir von rund 800 Mitarbeitern unterstützt, überwiegend aus den Reihen der Bundesbereitschaftspolizei. Dazu kommen dann nochmal unsere eigenen 550 Mitarbeiter, die im Schichtbetrieb arbeiten", erklärt Rainer Scharf, der Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Rosenheim. Mit insgesamt rund 650 Grenzkilometern im Verantwortungsbereich, konzentrieren sich die Beamten bei ihren derzeit auf die sogenannte "Balkan-Route", eine "sowohl logistisch als auch physisch extreme Belastung", so Rainer Scharf.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser