Alpenverein warnt vor Lawinengefahr am Wochenende

Vorsicht im Gebirge wegen Sturmtief "Niklas"

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Landkreis - Teils ergiebige Schneefälle dürften am Wochenende wieder zahlreiche Tourengeher auf die Berge locken. Der DAV warnt jedoch vor erhöhter Lawinengefahr:

Sturmtief Niklas hat nicht nur im Flachland und in den Mittelgebirgen seine Spuren hinterlassen. Im Hochgebirge haben die extrem starken Winde und teils großen Schneefälle zu einer deutlichen Erhöhung der Lawinengefahr geführt. In weiten Teilen der Ostalpen herrscht große Lawinengefahr.

Besonders heikel an dieser Situation: Am Karfreitag, aber auch ab Sonntag kündigen die Wetterdienste gutes Wetter an. Viele Bergsportlerinnen und Bergsportler werden die freien Tage also für Unternehmungen nutzen. Touren abseits gesicherter Pisten und Wege erfordern derzeit jedoch große Erfahrung.

Der DAV rät dazu, nur auf flachen vielbegangenen Touren unterwegs zu sein und auf steile Varianten zu verzichten. Steilhänge ab 30 Grad Hangneigung und eingewehte Rinnen und Mulden aller Himmelsrichtungen sind also zu meiden und weiträumig in flachem Gelände zu umgehen. Im Zweifelsfall ist es besser, die Tour zu beenden als ein zu großes Risiko einzugehen.

Die Bedingungen im Detail

In den letzten Tagen sind in den bayerischen Alpen und in den angrenzenden Regionen zwischen 30 und 100 Zentimeter Neuschnee gefallen. Besonders viel Neuschnee gab es im Westen, also im Allgäu, in Vorarlberg, in der Silvretta, am Arlberg und in Außerfern.

Weiter im Osten und inneralpin waren die Niederschläge etwas weniger intensiv. Dennoch: Große Lawinengefahr (also Stufe vier von fünf) herrscht derzeit nicht nur in diesen Gebieten oberhalb der Waldgrenze, sondern auch in weiten Teilen der Ostalpen. Grund dafür ist der starke Wind, der zu umfangreichen Schneeverfrachtungen geführt hat. Die so genannten Triebschneepakete liegen nun an vielen steilen Hängen als potenzielle Lawinen bereit. Zur Auslösung braucht es bei großer Lawinengefahr nicht einmal mehr einen äußeren Anlass wie zum Beispiel einen Skifahrer. Auch spontane Lawinenabgänge sind bei derzeitigen Verhältnissen also möglich. Diese Situation wird sich in den nächsten Tagen nicht wesentlich ändern.

Know-how für Touren im winterlichen Gebirge

Auch wenn also schönes Wetter in die Berge lockt: Touren abseits gesicherter Pisten und Wege sollten in den nächsten Tagen nur wohlüberlegt und gut geplant angegangen werden. Welche. Dazu ist es unbedingt erforderlich, täglich den Lawinenlagebericht und den Wetterbericht abzurufen. Außerdem sollte bei allen Touren die Standard-Notfallausrüstung dabei sein. Sie besteht aus Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Lawinenschaufel. Ergänzend dazu ist die Mitnahme eines Mobiltelefons und einer Rettungsdecke empfehlenswert.

Das sind die Informationsquellen

Alle Informationen zur Tourenplanung sind unter alpenvereinaktiv.com kompakt zusammengefasst. Dort findet man Tourenbeschreibungen, aktuelle Bedingungen, den aktuellen Lawinenlagebericht, das aktuelle Wetter und Infos über Schutzhütten. In den topografischen Winterkarten des Portals kann man sich die Hangsteilheiten eingefärbt anzeigen lassen – ein sehr praktisches Tool zur Planung von Ski- und Schneeschuhtouren. Schließlich gibt es das Portal auch als mobile App für Android und IOS.

Informationen zur richtigen Planung von Touren im winterlichen Gebirge gibt es auch unter alpenverein.de. Neben dem Bergwetter und den Lawinenlageberichten der Alpenländer finden sich dort viele praktische Tipps – zum Beispiel die „Zehn Empfehlungen des DAV für sichere Skitouren“.

Quelle: Pressemitteilung Deutscher Alpenverein

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Thomas Buchner

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