Meridian-Pannenstart

Wie geht es denn dem Meridian-Personal?

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Landkreis - Nach dem Pannen-Start muss die BOB eine Vertragsstrafe zahlen. Die Mitarbeiter stehen in der Schusslinie, Kunden machen kuriose Erfahrungen.

Auf Anfrage unserer Redaktion bei der Meridian-Pressesprecherin Gabriela Wischeropp wird deutlich, unter welchem Druck die Mitarbeiter momentan stehen. So hat jeder Meridian-Fahrgastbetreuer durchschnittlich derzeit "rund 1800 Kundenkontakte am Tag", weiß die Sprecherin. Was umgerechnet auf eine 8-Stunden-Schicht weit über 220 Kontakte pro Stunde sind.

Wischeropp ist es wichtig zu betonen, dass die Mitarbeiter noch immer viel Lob für ihre Freundlichkeit erhalten, "auch beziehungsweise gerade in schwierigen Situationen". Dieses Feedback würde dazu beitragen, dass sie trotz der Problemen nach der Streckenübernahme motiviert bleiben.

Vertragsstrafe für BOB

Nun wird der Pannen-Start für die Bayerische Oberlandbahn (BOB) auch finanzielle Folgen haben. Wie der Vertragspartner, die Bayerische Eisenbahngesellschaft  (BEG), am Freitag mitteilte, werden nun Strafzahlungen fällig. Die BEG plant und kontrolliert den Regionalverkehr in Bayern.

So wird der BEG-Geschäftsführer Johann Niggl in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: „Die momentanen Zustände sind für die Fahrgäste nicht akzeptabel. Wir fordern die BOB dazu auf, so schnell wie möglich deutliche Verbesserungen einzuleiten." Das Unternehmen müsse "unverzüglich für einen reibungslosen Betrieb sorgen". Dass die BOB den vertraglichen Verpflichtungen derzeit nicht nachkomme, werde man "mit entsprechenden Strafzahlungen ahnden".

BEG-Mitarbeiter hätten sich bei Testfahrten selbst ein Bild von der Situation gemacht. Das Urteil fiel dabei eindeutig aus: „Was wir gesehen haben und was wir von den Fahrgästen hören, stellt uns in keiner Weise zufrieden“, so Niggl in der Pressemitteilung. Die BOB solle dazu Stellung nehmen, insbesondere auch zu den mangelhaften Fahrgastinformationen.

Neben der BOB zielt die Kritik in der Pressemitteilung aber auch auf die DB Region im Werdenfelsnetz. Dort sind erhebliche technische Probleme aufgetreten. Auch die DB Regio muss daher mit Strafzahlungen rechnen.

Klarstellung der Deutschen Bahn

Weil seit dem Fahrplanwechsel Fragen zur Ticketgültigkeit in Verbindung mit dem Meridian in den DB-Reisezentren und bei den Zugbegleitern im DB-Fernverkehr häufig auftauchen, hat die Deutsche Bahn am Freitag eine Klarstellung verschickt. Darin heißt es: Die bei der Deutschen Bahn gekauften Zeitkarten gelten genauso wie die DB-Jobtickets sowohl in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn als auch in den Meridian-Regionalzügen.  Anderslautende Informationen seien nicht zutreffend.

Die Kunden mit Meridian-Ticket oder DB-Zeitkarten für den Regionalverkehr benötigen bei Nutzung der Intercity- und Eurocity-Züge den üblichen Fernverkehrszuschlag. Dieser Aufpreis ist vor Fahrtantritt an den Reisezentren zu erwerben.

Orientierungslose Meridian-Mitarbeiterin

Über unsere rosenheim24-Facebookseite berichtet unsere Userin Anna M. unterdessen folgende kuriose Begebenheit auf einer Heimfahrt mit dem Meridian:

"Ich pendle jeden Tag mit dem Zug von Bad Aibling nach Rosenheim. Dass die Züge immer mindestens fünf Minuten Verspätung haben, ist schon normal, aber was mir gestern am Mittwoch bei meiner Heimfahrt passiert ist, muss ich euch doch mitteilen! Ich stieg in den Zug Richtung Holzkirchen und bekam noch einen Platz ganz am Ende des Zuges, von welchem man in die Führerkabine schauen kann. Die aktuellen Zugführer stiegen aus und sperrten die Glastür ab.

Wenige Minuten später kam gehetzt eine andere Zugführerin an (Anmerkung der Redaktion: Möglicherweise handelte es sich hierbei auch um eine Fahrgastbetreuerin) und wollte in die Kabine. Dann fragte sie mich, in welche Richtung (!) der Zug denn eigentlich fahren müsse! Die anderen Gäste und ich sahen sie leicht verwundert an und erklärten ihr, dass dies das falsche Ende des Zuges sei, woraufhin sie sich genervt umdrehte und den Zug entlang sprintete!"

Weg zur Schule nun sehr hinderlich

Für den 15-jährigen Schüler Denis Schmidt wird der Weg zur Schule nun zur "Odyssee", berichtet das Oberbayerische Volksblatt am Freitag. Seit der Umstellung der Bahnstrecke auf die Meridian-Züge, fährt täglich nur noch ein einziger Zug von Pfraundorf nach Rosenheim: um 13.19 Uhr!

So muss der Schüler nun rund eine halbe Stunde mit dem Rad nach Raubling fahren, wo der Meridian auch morgens abfährt. Der Bus sei keine Alternative, der sei nämlich "total überfüllt", so Dennis gegenüber dem OVB.

Der Grund für die Umstände war schon länger bekannt: Der Bahnsteig am Bahnhaltepunkt Pfraundorf ist zu kurz für die meisten Meridian Züge, die 107 Meter lang sind.

Politik reißt der Geduldsfaden 

Gestern hatten wir darüber berichtet, dass den Politikern nun der Geduldsfaden reißt und offene Briefe an BOB-Chef Kai Müller-Eberstein geschrieben wurden.

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © sl

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