Kampagne der Rosenheimer Polizei gegen Betrug am Telefon

Enkel-Trick? "Mit mir nicht, da kenn ich mich aus!"

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Zusammen mit Julia Kießling von der Rosenheimer VR-Bank würdigte Harald Pickert das Engagement der Senioren mit einem kleinen Geschenk
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Rosenheim - Besonders ältere Menschen werden häufiger Opfer des sogenannten "Enkel-Tricks". Jetzt startet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd eine Kampagne, um Betrüger besser erkennen zu können:

"Na, weißt Du wer dran ist?" - So oder ähnlich beginnen wohl die meisten Telefon-Betrugs-Maschen. Ein Anrufer gibt sich als naher Verwandter aus und bringt im Gespräch seinen meist älteren Telefon-Partner dazu, Wertsachen oder Geld herauszugeben. Und genau hier setzt das Polizeipräsidium Oberbayern mit einer neuen Aufklärungskampagne an. Der Clou: Mit selbst produzierten Facebook-Videos sollen vor allem jüngere Nutzer auf die Thematik aufmerksam gemacht werden, um dann als Multiplikatoren im Gespräch mit den Älteren Aufklärungsarbeit zu leisten.

"Solange es noch was zu erben gibt"

Unter diesem Motto will die Polizei zusammen mit der Volks- und Raiffeisenbank auf die Tricks der Diebe aufmerksam machen. "Betrüger suchen im Telefonbuch ganz gezielt nach Vornamen, die heute nicht mehr so gebräuchlich sind", erklärt Polizei-Vizepräsident Harald Pickert bei der Vorstellung der Aktion am Mittwoch im Rosenheimer Altenheim St. Martin, und weiter: "Was die Anrufer gemeinsam haben ist, dass sie meist sehr gute Sprecher sind und dazu sehr überzeugend wirken". Die Absicht der Anrufer wird dann schnell deutlich: Sie verlangen Geld, um beispielsweise aus einer fiktiven Notsituation entkommen zu können. Kurze Zeit nach dem Gespräch soll in den meisten Fällen dann schon eine Übergabe erfolgen.

Doch auch direkt an der Haustüre versuchen die Trick-Betrüger an die Ersparnisse der vornehmlich älteren Menschen zu gelangen. So geben sie sich als Techniker, Hausmeister oder sogar Polizisten aus, um ins Haus zu kommen. Einmal drinnen ist dann meistens schon zu spät.

Zusammen mit vier Senioren hat ein kombiniertes Team der Teilbereiche "Prävention" und "Social Media" des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sechs kurze Clips zur Verbreitung in den sozialen Netzwerken und passende Info-Mappen hergestellt. "Rund ein halbes Jahr waren wir mit dieser Aktion beschäftigt, über die sozialen Netze sollen jetzt vor allem Jüngere das Thema in die Familien tragen", erklärt Kristin Sager, Polizeikommissarin und Projektleiterin. "Auch wir weisen unsere Mitarbeiter darauf hin, Verdächtiges sofort zu melden und die Augen offen zu halten. (...) Sehr schwierig wird es allerdings, wenn das Geld dann schon abgehoben ist", so Julia Kießling von der Rosenheimer Volks- und Raiffeisenbank. Grund genug, die Aktion der Polizei zu unterstützen, so die Vertreterin der Bank vor Ort.

"Mit mir nicht, da kenne ich mich aus"..

Als Dankeschön für die Hilfe beim Video-Dreh - Der Oscar von der Polizei

... mit diesem Satz reagieren die vier Senioren in den kurzen Videoclips immer gleich auf die Annäherungsversuche der Betrüger. Genau so, wie es sich die Polizei künftig auch bei realen Begegnungen mit falschen Polizisten, Haustechnikern und anderen Dieben vorstellt. Bei den Darstellern handelt es sich jedoch nicht um Profis, sondern um Bewohner des Altenheims St.Martin in Rosenheim. Dass den Hauptdarstellern die Arbeit mit der Polizei sichtlich Spaß gemacht hat, sieht man dabei nicht nur in den fertigen Videos. "Wie es sich für eine ordentliche Filmvorführung gehört, wird am Ende auch die Leistung der Schauspieler gewürdigt", schloss Polizei-Vizepräsident Harald Pickert die Präsentation. So bekamen die vier Senioren als Dank am Ende noch einen kleinen Oscar für ihren Einsatz überreicht.

Ab dem 1. Juni sollen die Videos im Netz auf Facebook zu sehen sein. Parallel dazu liegen dann auch die Informationsmappen mit Hinweisen, wie zum Beispiel verdächtiges Verhalten an der Tür oder am Telefon erkannt werden kann, in allen Polizeiinspektionen des Präsidiums Oberbayern Süd aus.

Quelle: rosenheim24.de

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