Unterwegs mit der Verkehrspolizei auf der A8

Die richtige Rettungsgasse kann Dein Leben retten!

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Rosenheim - Bei einem Unfall zählen oft nur Sekunden. Wie jeder seinen Teil dazu beitragen kann, dass Rettungskräfte schneller helfen und im Idealfall Leben retten können:

"Eigentlich begegnen wir dieser Problematik ständig. Jedes Mal, wenn wir auf der Autobahn zu einem Unfall unterwegs sind, gibt es kleinere oder größere Probleme mit der Rettungsgasse", erklärt Polizeihauptkommissar Thomas Kaltenbacher im Gespräch mit rosenheim24.de. Mit speziellen Aktionen und seit mehreren Monaten machen die Ordnungshüter die Fahrer auf der Autobahn nun schon auf das richtige Bilden des Rettungswegs zwischen der linken und rechts daneben befindlichen Spur aufmerksam, mit eher geringem Erfolg. Wir haben die Beamten einen Tag lang begleitet und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer beobachtet.

"Aktuell gibt es ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro für diejenigen, die in Sachen Rettungsgasse uneinsichtig sind, auch wenn das nicht wirklich viel ausrichten kann", beschreibt auch Erster Polizeihauptkommissar und stellvertretender Dienststellenleiter Andreas Schober. Auf Bundesebene sei deshalb seit geraumer Zeit aber schon eine Verschärfung und damit auch eine Erhöhung der Strafe im Gespräch. Bis zu 200 Euro für einen Verstoß und auch Punkte in Flensburg stünden derzeit im Raum, so Thomas Kaltenbacher weiter.

Bereits im Mai 2017 hatte der Gesetzgeber zudem den Paragraphen 323c im Strafgesetzbuch um einen Zusatz erweitert: Als unterlassene Hilfeleistung kann somit fortan auch die Behinderung von hilfeleistenden Personen geahndet werden. "Wir erhoffen uns dadurch nicht, dass wir mehr Personen verwarnen können. Uns geht es darum, dass die Rettungskräfte eine Unfallstelle besser und schneller erreichen können", ergänzt Thomas Kaltenbacher.

"Die richtige Rettungsgasse kann Dein Leben retten!"

Besonders auf der A8 zwischen Rosenheim und Bernau komme es immer wieder zu brenzligen Situationen. Nicht nur, dass die Fahrbahn hier auf weitestgehend nur zwei Fahrstreifen verengt sei, auch das Fehlen des Standstreifens führe regelmäßig im Rahmen von Einsätzen zu Engstellen. Was für die PKW der Polizei noch passierbar sei, stelle die Fahrzeuge von Rettungsdienst und Feuerwehr vor große Probleme. "Besonders wenn dort dann auch noch zwei LKW nebeneinander stehen, ist fast kein Durchkommen mehr möglich", gibt Andreas Schober zu bedenken.

Egal ob zwei, drei, vier oder mehr Fahrstreifen - eine Rettungsgasse ist immer zwischen der äußerst linken und der rechts daneben liegenden Fahrspur zu bilden

"Auch wenn schon mehrere Fahrzeuge mit Blaulicht durchgekommen sind, macht es trotzdem Sinn, die Rettungsgasse offen zu halten. (...) Je schneller der Abschlepper oder auch die Autobahnmeisterei den Unfallort Freiräumen kann, desto schneller fließt der Verkehr auch wieder", fügt Thomas Kaltenbacher hinzu.

"Zusammenfassend wird es aber aktuell tendenziell leicht besser", so Andreas Schober von der Rosenheimer Verkehrspolizei. Die Kontroll-Offensive der Kollegen auf der Autobahn treffe in den allermeisten Fällen auf die Einsicht der Fahrer. Auch wenn oft einfach nicht daran gedacht werde, die Fahrbahn frei zu halten, sei der überwiegenden Mehrheit dennoch bewusst, dass die Rettungsgasse im Stau Leben retten kann.

Quelle: rosenheim24.de

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