Willi besucht das Kinderdorf in Pinswang

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Die Kinder mögen Willi - und Willi mag Kinder, vor allem die Buben und Mädchen im Albert-Schweitzer-Kinderdorfhaus bei Neubeuern. "Zur Eröffnung des zweiten Kinderdorfhauses komme ich wieder", verspricht er.

Rosenheim/Mühldorf - Willi Weitzel? Wer das ist? Erwachsene mögen zögern, aber es dürfte kaum ein Kind in Bayern geben, das den Willi nicht aus dem Fernsehen kennt.

OVB-Weihnachtsaktion:

Zum Spenden-Vordruck

Seit 2001 erklärt er ihnen in der TV-Erfolgsserie "Willi wills wissen" die Welt. Die Folge über Albert Schweitzer hat Willi ins Kinderhaus bei Neubeuern geführt. Seither ist er ein Fan der Einrichtung und ihrer Kinder - und drückt jetzt der Weihnachtsaktion der OVB-Heimatzeitungen die Daumen, die den Bau eines neuen Kinderdorfhauses unterstützt.

Rosenheim/Mühldorf - Kinder sind die Zukunft, heißt es. "Aber manche vergessen, dass sie auch die Gegenwart sind", sagt Willi Weitzel (40). "Und die Kinderdorfhäuser des Albert-Schweitzer-Familienwerks schenken ihnen eine lebenswerte Gegenwart."

Anders als bei Buben und Mädchen, die in gesunden Verhältnissen aufwachsen, liegen bei Sozialwaisen Welten zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Mit einem Schlag hat sich alles verändert: die Umgebung, die Bezugspersonen, das Essen, die Regeln, der Rhythmus - und der Ton, der bekanntlich die Musik macht.

Dieser Sprung in ein neues, besseres Leben fällt den Kindern schwer. Die seelischen Wunden, die Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung gerissen haben, verheilen nicht von heute auf morgen.

Soll in ein Kinderdorfhaus umgebaut werden: der Rosenhof bei Neubeuern.

Sich mit solchen Kindern zu treffen, ist eine spannende Sache. Wie werden sie einem begegnen? Aggressiv? Kalt? Abweisend? Fragen, die sich auch Willi Weitzel stellte, als er es "wissen" wollte und mit einem Kamerateam zum Kinderdorfhaus nach Pinswang bei Neubeuern fuhr. Doch diese Vorbehalte lösten sich schon an der Türschwelle in Luft auf: "Im Kinderdorfhaus herrscht ein wunderbarer Geist. Das spürt man auf Anhieb."

Kindern in Not in der Geborgenheit einer liebevollen Kinderdorffamilie ein neues Zuhause schenken - darum geht es dem Albert-Schweitzer-Familienwerk, dem Träger der Einrichtung. Gelingt das auch? "Absolut", sagt Weitzel. Er ist sicher: "So eine harmonische Atmosphäre kann man nicht auf Knopfdruck herstellen, nur weil der Willi mit seiner Kamera kommt. Sie ist echt und authentisch." Er habe beeindruckend aufgeschlossene, liebenswerte und aufmerksame Kinder kennengelernt, die das Glück im Unglück hätten, nun von "Diplom-Eltern" erzogen zu werden.

Diplom-Eltern? "Für alles braucht man ein Zeugnis - nur fürs Eltern-Sein gibt es leider keinen Führerschein", erläutert der Vater eines vierjährigen Mädchens. Für traumatisierte Kinder kann sich Weitzel keine bessere feste Bezugsperson vorstellen als Maren Halle-Krahl, die Kinderdorfmutter in Pinswang, die bereit ist, mit den Kindern durch dick und dünn zu gehen.

Täglich Ja sagen zur Großfamilie

Die erfahrene Heilpädagogin, Physiotherapeutin, Jugend- und Heimerzieherin verfüge nicht nur über große psychosoziale, pädagogische und therapeutische Kompetenz - sie habe sich mit Ehemann Alexander zudem bewusst für eine Großfamilie entschieden. Das tägliche Ja-Sagen zu Familie oder Großfamilie - auch das zeichnet Profi-Eltern aus. Viele Sozialwaisen haben Väter und Mütter, die dazu nicht die Kraft aufbrachten.

Weitzel weiß, wovon er spricht. Der Erfolg von "Willi wills wissen" ist auch bei ihm eher Berufung als Beruf. Vor der Fernsehkarriere hat er nach vier Semestern das Theologie-Studium abgebrochen - weil er erkannt hatte, dass er mit Kindern arbeiten wollte. Vor drei Jahren hörte er mit dem Drehen auf - auch hierfür war der Grund ein Kind, und zwar das eigene: "Was hilft es, wenn mich alle Kinder lieben, aber meine eigene Tochter mich nicht zu Gesicht bekommt?"

Folgender Satz aus dem Mund Albert Schweitzers, des weltberühmten Tropenarztes und Friedensnobelpreisträgers, hat ihn besonders berührt: "Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben wie wir sind." Schweitzer ist für Weitzel viel mehr als nur der Namenspatron. Er ist überzeugt: Seine Ideen leben in den Kinderdorfhäusern weiter. "Diese Eltern wagen es, herzlich zu sein. Sie nehmen die Kinder an."

Weihnachten steht vor der Tür. Was in Pinswang wohl auf den Tisch kommt? Vielleicht wagen sich die Buben und Mädchen ja an ein Rezept ihres bekanntesten Fans. Weitzel hat vor kurzem ein Kochbuch veröffentlicht. Es heißt: "Willi kocht".

Da hat der Willi quasi seinen Senf dazu gegeben. Aber nur einmal. Den Kochlöffel hat er schon wieder weggelegt. Bald werde er wieder im TV zu sehen sein, verspricht er - in einem neuen Format, für Kinder. Mehr will Willi nicht verraten.

Das ist ja noch Zukunft. Die Weihnachtsaktion für ein neues Kinderdorfhaus ist Gegenwart. Weitzels Botschaft an die Leser: "Jeder Cent ist gut angelegt. Diese Kinder haben es verdient."

Spendensumme klettert auf 344 000 Euro

Unterstützen auch Sie die Weihnachtsaktion und gewinnen einen Ford B-Max. Die Spendensumme kletterte gestern auf 344 000 Euro (siehe Seiten 38 und 39).

Alle Berichte und Überweisungsträger auf www.ovb-online.de/weihnachtsaktion.

re/Oberbayerisches Volksblatt/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

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