Bahn und Freistaat investieren Millionen in Schienenwege - In der Region Rosenheim wird gebaut wie nie

"S-Bahn-ähnliche Anbindung"

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Der Bahnhof Rosenheim ist bereits ein wichtiger Knotenpunkt im Süden Münchens. Ab Ende 2013 wird die Verbindung in die Landeshauptstadt dann noch besser.

Landkreis - Die Region Rosenheim ist im Moment ein Schwerpunkt bei Verbesserungen im bayerischen Bahnverkehr. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) unterstrich dies im Rahmen eines Besuchs beim OVB.

Zeil zufolge wurden in den vergangenen vier Jahren die Bahnhöfe Rosenheim, Wasserburg, Bad Endorf und Prien barrierefrei ausgebaut. Bis Ende 2013 folgen Großkarolinenfeld, Forsting und Edling. Weitere Pläne gebe es bereits für Kolbermoor, Bad Aibling und Bruckmühl.

Den neuen Bahn-Haltepunkt "Rosenheim-Hochschule" bezeichnete Zeil als "i-Tüpfelchen für die Bahnerschließung Rosenheims", der "die optimale Vernetzung zwischen Bahn und Hochschule" bedeute. Start sei mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember, die Bahn rechnet laut Zeil mit werktäglich 500 Aus- und Einsteigern. Die Kosten hätten 720000 Euro betragen.

Schneller geht es Zeil zufolge auch für die vielen Tausend Nutzer der Bahnverbindung Rosenheim-Mühldorf. Dort sei die zulässige Geschwindigkeit für die Züge von 90 auf 120 Stundenkilometer angehoben worden. Die 300000 Euro, die der Freistaat in die Modernisierung des Bahnhofs Rott investiert hat, bewirkten außerdem, dass zeitraubende Fahrten über langsame Weichenverbindungen entfallen.

An der Mangfalltalbahn entstehen laut Zeil weitere neue Haltepunkte. Nach "Bad Aibling Kurpark", der 2009 eröffnet wurde, werde im kommenden Jahr die Station "Hinrichssegen" in Bruckmühl gebaut. "Spätestens 2016" sollen dann die Haltestellen Aicherpark in Rosenheim und Feldolling in Feldkirchen-Westerham folgen. Ein 30-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit sowie einmal pro Stunde ein umsteigefreier Zug über Holzkirchen hinaus nach München dürften die Verbindung vor allem für Pendler in die Landeshauptstadt interessant machen.

Auch für den Filzen-Express zwischen Ebersberg und Wasserburg gibt es Geld. Die Strecke wird demnach komplett modernisiert; der neue Begegnungsbahnhof in Steinhöring und eine höhere Höchstgeschwindigkeit ermöglichen laut Zeil ab Dezember 2013 erstmals einen Stundentakt.

Die entscheidendsten Veränderungen aber ergeben sich auf den Strecken Salzburg-München, Rosenheim-Kufstein und Rosenheim-Holzkirchen, deren Betrieb ab Ende 2013 das Unternehmen Veolia übernimmt. Unter dem Markennamen "Meridian" soll der Verkehr auf der Strecke Rosenheim-München der Vision einer, so Zeil, "S-Bahn-ähnlichen Anbindung" nahe kommen. Die Züge, die "Meridian" einsetzen wird, sind - wie im Rahmen der Ausschreibung des Freistaats damals gefordert - sämtlich fabrikneu und barrierefrei. Von Kufstein aus gibt es dann außerdem stündlich eine Direktverbindung bis München - wobei alle Unterwegs-Haltestellen bedient werden.

Dass es zwischen Rosenheim und München aber bald zu einer echten S-Bahn-Anbindung kommt, und nicht nur einer "S-Bahn-ähnlichen", das hält der Minister derzeit für mehr als fraglich. Das Problem sei in dem Zusammenhang die fehlende zweite Stammstrecke im S-Bahn-Knoten München. Zeil: "Ich kann die Außenäste nicht verlängern, wenn der Stamm nicht stark genug ist." Ohne den Bau eines zweiten Tunnels bilde sich ein Nadelöhr, das keine weiteren S-Bahnen mehr durchlasse.

Ein in naher Zukunft lösbares Problem ist in den Augen Zeils dagegen die - bislang fehlende - Tarifkooperation zwischen der Bahn und "Meridian". Auch in Zukunft soll es möglich sein, mit beispielsweise Intercity-Tickets der Bahn die Nahverkehrszüge von "Meridian" nutzen zu können - und umgekehrt. Zeil: "Die beiden Unternehmen werden schon noch dafür sorgen, dass da eine Zusammenarbeit geschieht. Für die Nutzer wäre das sonst viel zu kompliziert. Wir als Freistaat haben die Unternehmen aufgefordert, eine entsprechende Tarifkooperation einzugehen, aber zwingen kann ich sie natürlich nicht." Auch wenn beispielsweise der Fahrgastverband Pro Bahn Zeils Optimismus in dem Punkt noch nicht ganz teilen mag, glaubt der Minister an die Vernunft der Beteiligten: "Anderswo in Bayern hat das ja auch funktioniert."

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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