Sommer-Halbzeit: Sonne auf Überholspur

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Sommer in Rosenheim: In der Fußgängerzone lässt sich beim einem Stadtbummel das Wetter genießen.

Landkreis - Obwohl es viele noch nicht wahrhaben wollen: Der Sommer neigt sich langsam, aber sicher seinem Ende zu. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Zwischenbilanz:

Für die Meteorologen geht der Sommer (Juni bis August) nun langsam schon wieder dem Ende entgegen. Am 31. August fallen die Klappen und die Statistiken werden erstellt. Bis dato ziehen die Experten eine Halbzeit-Bilanz:

Bis zum 10. August lag die deutschlandweite Mitteltemperatur bei 17,6 Grad. Bezüglich des vieljährigen Mittels von 16,2 Grad würde dies eine positive Abweichung von 1,4 Grad entsprechen. Innerhalb von Deutschland zeigt sich dabei eine Zweiteilung. Während die Südhälfte eine positive Abweichung von über 1,4 Grad vorzuweisen hat, liegt sie in Niedersachsen im Nordwesten der Republik bei nur 1,1 Grad. Verantwortlich für den bisher etwas zu warmen Sommer ist der Juli mit einer positiven Abweichung von bis zu 2,6 Grad und auch die erste Augustwoche mit deutlich zu warmen 20,8 Grad im Mittel. Im Juli und August wurden regional sogar neue Tagestemperaturrekorde gemessen. So meldete z. B. Rheinfelden am 27. Juli 38,6 Grad, was dort den Rekord vom 20. Juli 2003 um 0,6 Grad überstieg. Auch in Cölbe wurde ein neuer Wärmerekord aufgestellt. Am 2. August wurden dort 35,6 Grad registriert, was 0,5 Grad mehr als am 5. August 1994 bedeutete. Der Juni dagegen lag im Verglich zu seinen Folgemonaten bundesweit mit +0,3 Grad nur unwesentlich über dem vieljährigen Mittel.

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Trotz örtlichen kräftigen Gewitterschauern und einzelnen Starkregenereignissen im Süden des Landes liegt die landesweit gemittelte Niederschlagsmenge mehr als deutlich unter dem vieljährigen Mittel. Bisher sind in diesem Sommer im Mittel 157,8 Liter pro Quadratmeter gefallen, was aber nur 65% der Durchschnittsmenge des Referenzzeitraums zwischen 1960 und 1990 ausmacht. Im Vergleich der Bundesländer ist grob eine West-Ostverteilung zu erkennen. Während in den nordwestlichen Landesteilen die Niederschlagsmengen unter dem deutschlandweiten Durchschnitt von 157,8 Liter pro Quadratmeter liegen, sind in den östlichen Landesteilen mit Ausnahme von Sachsen Anhalt und Thüringen überdurchschnittliche Regenmengen gemessen worden. Allerdings sind nur in Sachsen mit 118% bezüglich des vieljährigen Mittels positive Abweichungen zu verzeichnen. Auch in Sachen Niederschlagsrekorde kann dieser Sommer schon etwas aufweisen. Im Juni wurden beide Extreme beobachtet. Während im Juni in Göttingen mit nur 18,3 Liter nochmals 2,3 Liter Regen weniger als im bisherigen Rekord-Juni 1960 fielen, wurden z. B. in Dresden-Klotzsche mit 202,8 Liter gegenüber 138,1 Liter im Jahre 1995 wesentlich höhere Werte gemessen. Auch im Juli wurden Niederschlagsrekorde in beide Richtungen gebrochen.

Im Gegensatz zu den gefühlt trüben Sommermonaten der letzten Jahre sowie auch dem sehr trüben Jahresstart von 2013, war die Sonne von Juni bis Anfang August auf der Überholspur. Im Mittel über alle Stationen in Deutschland schien die Sonne bis zum 10. August insgesamt 580,5 Stunden. Bezüglich des vieljährigen Mittels von 614,8 Stunden entspricht dies bisher schon 94,4%. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass dieser Sommer überdurchschnittlich sonnig wird. Besonders bevorzugt im Juni und Juli waren die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen, in denen im Vergleich zum Referenzmittel schon über 96%, in Sachsen-Anhalt sogar 100% der Sonnenstunden gemessen wurden. Die "trübsten" Regionen von Deutschland im bisherigen Sommer sind im Nordosten und Westen zu finden. Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg/Berlin notierten die Messstationen mit 90% bzw. 93% relativ unterdurchschnittliche Werte. Was die Rekordjagd betrifft, so konnten auch bei den Sonnenstunden gleich mehrfach Bestwerte aufgestellt werden. Als Beispiel dient hier Andernach in Rheinland-Pfalz, wo die Sonne bis zum 10. August 567 Stunden schien und somit im vieljährigen Vergleich einen Anteil von 108% erreichte. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2012 wurde dabei schon jetzt um 3,5 Stunden übertroffen.

Betrachtet man die aktuelle Wetterlage, so wird in der nächsten Zeit insbesondere der Süden von Deutschland bei Temperatur und Sonnenstunden bevorzugt sein. Dort kann sich des Öfteren höherer Luftdruck mit sonnigen und trockenen Phasen durchsetzen. Die zonale Strömung, in die immer wieder schnell ziehende Tiefdruckgebiete eingebettet sind, beeinflusst hauptsächlich das Wettergeschehen in der Nordhälfte des Landes. Dort muss auch in den kommenden Tagen bei moderaten Temperaturen mit Schauern gerechnet werden. Die Sonne zeigt sich dabei in ihrer vollen Pracht nur selten.

Lars Kirchhübel/Pressemeldung Deutscher Wetterdienst

Quelle: rosenheim24.de

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