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Die Welt dreht sich um sie

In der Dominikusgruppe in der Stiftung Attl freuen sich die Kinder schon auf Weihnachten, das einige von ihnen im Heim verbringen. Heute gibt es ein großes Krippenspiel, die gemeinsame Krippe ist schon vorbereitet.

Gars (OVB) - Das Weihnachtsfest verbringen die meisten Bewohner des Kinderheims des Franziskushauses Au am Inn bei ihren Familien. Nur zwei Kinder können heute nicht nach Hause.

Die Heimleitung will ihnen trotzdem wundervolle Weihnachtstage bescheren - und das schönste Geschenk für die Kinder in Au und in der Stiftung Attl ist die große Spendenbereitschaft im Rahmen der OVB-Aktion "Leser helfen behinderten Menschen".

Martina (16) lebt seit eineinhalb Jahren im Kinderheim Haus Maria des Franziskushauses Au. Sie ist geistig behindert, wegen des Verdachts auf Verwahrlosung hatte sie das Jugendamt einst aus ihrer Familie heraus in das Heim geholt.

Das Mädchen darf an Weihnachten nicht nach Hause. Erst wenn die Mutter es schafft, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, Besuchstermine einzuhalten, mit der Heimleitung zusammenarbeitet, dann darf Martina wieder nach Hause. Bislang ist dies nicht der Fall.

Laut Heimleiter Peter Thomas ist es jedes Mal wieder herzzerreißend, wenn das Kind sich auf einen angekündigten Besuch ihrer Mutter freut, diese dann kurz vorher absagt und für die Tochter eine Welt zusammenbricht. "Es dauert Tage, bis wir sie wieder aufrichten", seufzt Thomas. Heute, an Heiligabend, ist es zumindest so geplant, dass die Mutter am Nachmittag ins Heim kommen und mit ihrer Tochter Zeit verbringen soll. "Ich hoffe, sie hält sich daran", so Thomas.

Ob mit oder ohne Mutter: Für Martina soll es dennoch ein tolles Weihnachtsfest werden. "Die Welt soll sich an diesem Tag um sie drehen", verspricht Thomas. Gerade für ein Heimkind, das im Umgang mit den anderen Kindern ständig Kompromisse eingehen muss, könne dies auch einmal schön sein.

Das zweite Kind, das die Weihnachtstage im Heim verbringen muss, ist der zwölfjährige Simon. Simon ist einfach zu krank, um nach Hause fahren zu dürfen. "Die Fahrt würde seinen Rhythmus durcheinanderbringen. Er ist zu auffällig, um nach Hause zu können." Dennoch, so glaubt Peter Thomas, könnte der schwerst geistig behinderte Bub spüren, dass Weihnachten ist. Thomas: "Er fühlt die Aura. Er merkt, dass etwas anders ist." Inwiefern er konkrete Wahrnehmungen machen, Geschenke, Gerüche oder Gespräche verstehen kann, sei jedoch stark abhängig von seiner jeweiligen Tagesform.

Natürlich werden die beiden Kinder vom Christkind beschert. Auch die anderen Heimbewohner, die am Montag oder Dienstag nach Hause fahren durften, erhielten kleine, über Spenden finanzierte Päckchen.

Dass sie mit Simon im Heim zurückbleiben musste, machte Martina zu Wochenbeginn zum Glück nicht allzu viel aus. Alles was sie sich wünscht ist, heute ihre Mama sehen zu dürfen. Dann ist für sie Weihnachten.

Der Spendenstrom für die OVB-Weihnachtsaktion "Leser helfen behinderten Menschen", die heuer den Kindern in Au und in der Stiftung Attl gewidmet ist, fließt weiterhin in beeindruckender Größe: Gestern kamen weitere 40 000 Euro hinzu, damit kletterte die Summe auf rund 400 000 Euro. Weitere Bildberichte und die Liste mit den Namen der Spender finden Sie heute auf den Seiten 14 und 15.

zip/Oberbayerisches Volksblatt

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